Bienensterben – Was Du dafür bzw. dagegen tun kannst

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Blumen pflanzen, Honig aus der Region kaufen, bienenfreundliche Lebensmittel nachfragen und auf Pestizide verzichten – jeder Einzelne kann helfen, dass es den deutschen Bienen besser geht und somit das Bienensterben reduzieren.

Pestizide gefährden die Bienen, landwirtschaftliche Monokulturen nehmen ihnen Nahrungsvielfalt und Lebensraum. Das trifft sowohl auf Wildbienen als auch Honigbienen und andere Insekten zu. Und alle sind sie mit ihrer Bestäubung für rund ein Drittel unserer Nahrungspflanzen zuständig.

Dem Bienensterben auf der Spur

Greenpeace schloss in ihrem Report „Bye Bye Biene?“ (2013): „Aufgrund destruktiver Praktiken, die Nistmöglichkeiten für Bienen einschränken, und des Spritzens von Herbiziden und Pestiziden stellt die industrielle Landwirtschaft weltweit eine der größten Bedrohungen für Bestäubergemeinschaften dar.“ Forscher stellten außerdem fest, dass das Gedächtnisvermögen von Bienen beim Kontakt mit Neonicotinoiden, eine Gruppe von hochwirksamen Insektiziden, stark beeinflusst wird, wodurch sie die Orientierung verlieren können.

Was genau das große Bienensterben auslöst stellt Forscher noch immer vor Fragen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass es nicht einen einzigen Grund dafür gibt, sondern vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren den Bienen zusetzt. Also der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden, die Varroamilbe, Monokulturen und der Verlust von Lebensräumen.

Was also kannst speziell Du für Bienen und was gegen das Bienensterben unternehmen?

Bio-Produkte kaufen

Im Gegensatz zum Bio-Anbau werden Lebensmittel aus dem normalen Anbau meistens mit künstlichen Pflanzenschutzmitteln behandelt. Einige dieser Pestizide töten aber nicht nur Schädlinge, sondern sind auch für Bienen gefährlich. Darum ist es am sichersten, Bio-Produkte zu kaufen – für die Bienen und unsere eigene Gesundheit. Auch Monokulturen kommen im nicht-Bio-Landbau tendenziell häufiger vor als in Bio-Betrieben. Auf Bio-Höfen gibt es sowohl einen häufigeren Fruchtwechsel als auch mehr naturbelassene Landschaftselemente, wie etwa Hecken, Feuchtbiotope oder Streuobstwiesen, die Insekten Lebensraum bieten.

Blumen pflanzen

Glatte, millimeterkurze Rasen sind zwar Geschmackssache, doch bieten sie Bienen keine Nahrung. Es verdrängt sie eher weiter. Viel „gesünder“ sind beispielsweise Gärten, in denen heimische Wildblumen wachsen, Sträucher und Hecken stehen oder zumindest einzelne „wilde“ Ecken. Außerdem kannst Du verschiedene heimische (!) Blumen oder Gräser in Deinem Garten, auf dem Balkon oder dem Fensterbrett pflanzen, um den Bienen ein größeres und vielfältigeres Nahrungsangebot zu bieten. Welche Pflanzen besonders gut geeignet sind erfährst Du hier.

Wichtig dabei ist auch, die eigenen Pflanzen nicht mit Pestiziden zu behandeln. Zwar bieten viele Baumärkte und Gartencenter noch immer hochgiftige Pflanzenschutzmittel an, doch auch wenn die bunten Flaschen blühende Blumenrabatten versprechen – für Bienen kann dies tödlich enden. Auch für die menschliche Gesundheit sind Pestizide bedenklich. Es gibt nachhaltigere Methoden Pflanzen vor (vermeintlichen) Schädlingen zu schützen: Unkraut jäten, Schädlinge absammeln, Nützlinge pflanzen, oder natürliche Pflanzenschutzmittel verwenden.

Auch bei der Auswahl der Blumen musst Du achtsam sein. Greenpeace fand 2014 heraus, dass 80 Prozent der Billig-Zierpflanzen mit diversen Pflanzenschutzmitteln belastet waren. Außerdem brauchen heimische Bienen heimische Pflanzen als Nahrungsmittel. So hübsch exotische Blumen auch sind, für den Schutz der Bienen sind sie nicht geeignet. In lokalen Gärtnereien, auf Wochenmärkten oder online bekommst Du heimische, ungespritzte Pflanzen und Saatgut für eine Bienenweide.

Bienen ein Zuhause bieten

Ein Insektenhotel bietet Insekten selbst in der Stadt einen artgerechten Unterschlupf. Auf diese Weise möchte beispielsweise das Schweizer Startup Pollinature mit ihrem BeeHome die Vermehrung von Wildbienen und somit auch deren Bestäubungsleistung unterstützen. Andere Insektenhotels gibt es zum Beispiel bei Memolife und Avocadostore. Der NABU zeigt außerdem, wie ein Insektenhotel ganz einfach selbst gebaut werden kann, und gibt hilfreiche Tipps für die wirkungsvollsten Bienenhäuser.

Den richtigen Honig kaufen

Honig kann importiert werden, die Bestäubungsleistung nicht. Und doch sind laut Deutschem Imkerbund knapp 80 Prozent des Honigs, der in unseren Supermarktregalen steht, importiert. Oft ist der importierte Honig günstiger, da die Produktionskosten in Entwicklungs- und Schwellenländern geringer sind als hier. Doch wenn Verbraucher nur nach dem Preis schauen, schadet dies den deutschen Imkern. Der Verkauf lohnt sich immer weniger, und somit auch die Bienenhaltung. Dabei spielen gerade Hobbyimker für den Erhalt, Schutz und Bildung über Honigbienen eine entscheidende Rolle.

Utopia rät beim Honigkauf im Zweifelsfall lieber auf regional als auf Bio zu setzen. Am besten ist natürlich beides. Online-Plattformen wie www.heimathonig.de und www.nearbees.de unterstützen bei der Suche nach regionalen Imkern in Deiner Nähe.

Die Bienenretter raten außerdem dazu, die leeren Honiggläser gut auszuspülen bevor sie in den Altglascontainer kommen. Denn Bienen fliegen im Sommer oft in die Container und schlecken den Honig wieder heraus. Befand sich im Glas nun infizierter Honig, steckt sich die heimische Biene damit an.

Hier geht es zu: Überblick Themenwoche, Bienensterben, Bienenbox, Bee-Rent, Bienenretter

1 Kommentar zu "Bienensterben – Was Du dafür bzw. dagegen tun kannst"

  1. Da kann ich Ihnen nur recht geben. Man sollte regionale imker unterstützen und naturbelassenen honig kaufen. Auf der folgenden Seite steht warum es so wichtig ist. https://www.wabenhonig.net/

    Gruß
    Hans

    MfG

    Hans

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