Startup Camp Berlin 2015: Startup & Social Entrepreneurship Szene vermischen sich

Auf dem Start-Up Camp in Berlin, wo sich jedes Jahr die Newcomer der Internetbranche vernetzen, gab es dieses Jahr eine kleine Sensation: Ein Social Entrepreneurship Panel. Organisiert und moderiert von Hilfswerft konnte man hier interessanten Vorträgen zu Themen wie Fundraising und Campaigning lauschen oder gleich spontan am Pitch teilnehmen. Melanie Akerboom und Anna Rösch waren unterwegs und haben sich ein wenig mit den Teilnehmern des Camps unterhalten.

 

Stell dich doch kurz vor:

Tomek Lubotzki: I work with Agora. We are a Collective that wants to enforce social inspiration and creative empowerment through dialogue. I especially focus on young people and their learning environment. For them it is important to gain the awareness and the competence to become active in the field of social change, cultural expression and arts. I also work for jaspis.net.

Daniel Hires: Ich heiße Daniel und bin (Mit-) Gründer von MakeSense in Berlin, einem internationalem Netzwerk für Social Entrepreneure.

Katja Nordwig: Ich bin Senior Projekt Managerin bei 1World in Südafrika. Wir entwicklen innovative Lösungen für die Landwirtschaft.

Judyta Koziol: Ich heiße Judyta und arbeite für Tonka GmbH und nebenher an meinem eigenen Change Projekt.

 

Warum bist du heute hier?

Daniel Hires: Wir haben heute einen zweistündigen Kreativ-Workshop (‘Hold-Up’) für das Social-Startup Einhorn, das fairproduzierte Kondome auf den Markt bringen wird, gehalten.

Judyta Koziol: Ich bin hier um Inspirationen und Kontakte für mein eigenes Unternehmen, welches ich plane, zu sammeln. Außerdem genieße ich es immer, noch mehr Inspirationen von Menschen zu erhalten, die schon etwas auf die Beine gestellt haben.

Tomek Lubotzki: Social Entrepreneurship is a new merging sector which tries to combine the positive impacts of social change and the entrepreneurial spirit.

Katja Nordwig: Ich bin gerade auf der Durchreise nach Abu Dhabi und bin jetzt hier in Berlin, um meine Familie zu besuchen. Ich habe von dem Event gelesen und dachte, es passt genau da rein, was ich machen will. Da ich sowieso schon mal in Berlin bin, dachte ich mir, ich komme hier auch vorbei und kann damit was für das Business tun.

 

Was erhoffst du dir mitzunehmen?

Judyta: Es gibt das Sprichwort: „Du bist der Durchschnitt der Leute, mit denen du dich umgibst.“ Deshalb bin ich hier. Um mich mit Leuten zu umgeben, die Ihre Visionen bereits umgesetzt haben.

Daniel: Mich interessiert hier vor allem die Vernetzung von Social Entrepreneuren mit Köpfen aus dem klassischen Internet-Startup-Bereich. Mal sehen, wo da die Berührungspunkte sind und wo die Hürden dieser Annäherung liegen könnten. Ich glaube, man kann voneinander sehr viel lernen.

Katja: Wir wollen den deutschen Markt erschließen und suchen zum einen nach Technologieunternehmen als Kooperationspartner für unsere Farmen in Südafrika, als auch nach Handelspartner für unsere Produkte. Dafür wollte ich unter Umständen eine Filiale in Deutschland aufbauen und will hier die Atmosphäre im Deutschen Start-Up-Milieu schnuppern. Zum anderen interessiert mich auch das Thema Funding und Finance, denn das ist natürlich immer ein Manko.

Tomek: Here at the camp you can find a lot of supportive advices, speeches and partners. I find here the right community for this development.

 

Was inspiriert dich im Bereich Social Entrepreneurship?

Katja: Was mich immer inspiriert ist der ersichtliche Impact, den man erschaffen kann. Wenn ein Projekt abgeschlossen ist und plötzlich steht da ein Bauer mit einer funktionierenden Farm in Südafrika, dann ist das jedesmal faszinierend.

Tomek: The people are for instance quite imparting with their dare to try out new ways of creation.

Daniel: Vor fünf Jahren musste man das Prinzip des Social Business wirklich noch jedem erklären. Mittlerweile ist das Thema ein Trend geworden. Das ist einerseits gut, andererseits gibt es auch die Befürchtung, dass es sich um einen Hype oder gar eine Blase handeln könnte. Ich glaube es ist wichtig, dass jetzt gezeigt wird, dass wir auch wirklich was können. Wir sind keine Hippies, die von Mamas Trustfund leben, sondern handeln wirtschaftlich und effizient. Auch Unternehmen müssen an ihrer Daseinsberechtigung arbeiten. Sie sind nicht nur hier, um eine Menge Geld zu verdienen, sondern einen konstruktiven Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Judyta: Wenn die Frage lautet, welches Social Start-Up mich besonders inspiriert, dann ist das wohl Original Unverpackt. Wir ertrinken in Plastik und das Konzept des Unternehmens hat dem wirklich etwas entgegen zu setzen.

 

Was sind deine nächsten Pläne?

Daniel: Mit dem MakeSense Netzwerk wollen wir einen Accelerator für Social Business aufbauen, das sich SenseCube nennen wird. Es handelt sich zunächst um ein 6-monatiges Programm, das sich an Early Stagers wendet, um mit uns und der MakeSense Crowd den normalerweise zweijährigen Prozess eines Unternehmensaufbaus in relativ kurzer Zeit durchlaufen können. Das Ziel für jeden Teilnehmer ist 6 Städte in 6 Monaten. Dafür suche ich auch hier noch potentielle Partner und Begeisterte.

Katja: Ich will mehr von dem schaffen, was ich bisher geleistet habe und unseren Service ausbauen. Außerdem gibt es so viele Leute, die wirklich gute Ansätze haben und etwas machen, die sich aber einander nicht finden. Man könnte viel voneinander lernen oder Energien umverteilen und Kapazitäten kombinieren, so dass ich wirklich daran interessiert bin, hier auch ein Netzwerk mit aufzubauen.

Tomek: Our next plan is to go directly to institutions and schools with our approach.

Judyta: Vielleicht ist es ein bisschen widersprüchlich. Aber heutzutage findet zuviel Leben im Internet statt und ich möchte versuchen, das Digitale wieder in eine analoge Welt zu transferieren.

 

Als was würdest du dich betiteln mit deiner Arbeit?

Tomek: Through processes and communication we also define roles and create identities, mostly our own ones. Within this field I would call myself maybe a facillity designer.

Daniel: Als Ideengeber, Vernetzer und Katalysator. Durch meine Arbeit lerne ich viele spannende Menschen und Ideen kennen, diese bringe ich gerne zusammen damit daraus kreative neue Aktionen entstehen. Denn am Ende zählt für mich die Umsetzung von Ideen, nichts anderes.

Katja: Schubladen sind nicht mein Ding. Ich bin mehr ein Freigeist.

Judyta: I am a Funpreneur!

 

Wir bedanken uns recht herzlichen bei den sympatischen Teilnehmern und wünschen alles Gute bei den Zukunftsplänen!

(Beitrag von: Anna Rösch und Melanie Akerboom)

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