Social Entrepreneurship in der weltweiten Gründerszene

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04.05.2018 – Laut dem Deutschen Startup Monitor scheitern 80 Prozent der Start-ups in den ersten drei Jahren, hauptsächlich wegen eines ausbleibenden wirtschaftlichen Erfolges. Gerade für Social Start-ups, die über den wirtschaftlichen Erfolg hinaus mit ihrer Idee die Lösung eines gesellschaftlichen Problems anstreben, ist Rentabilität nicht immer das Maß aller Dinge, bleibt aber die Grundlage der unternehmerischen Handlungsfähigkeit. In einer interaktiven Weltkarte des Softwareherstellers Sage lassen sich wirtschaftliche, soziokulturelle und politische Rahmenbedingungen der einzelnen Länder und Kontinente betrachten und vergleichen und geben einen interessanten Einblick in die weltweite Gründerszene. Die Daten basieren auf dem Global Entrepreneurship Monitor (GEM) und beziehen sich dabei auf die 65 relevantesten Volkswirtschaften weltweit.

Warum wird gegründet? – Das treibt Gründer an

Ein Faktor, der für das Social Entrepreneurship besonders interessant ist, ist die Gründungsmotivation. Am häufigsten wird in den USA verbesserungsgetrieben gegründet, etwa um herkömmliche Prozesse oder Produkte zu optimieren, was nicht eins zu eins mit Social Start-ups gleichzusetzen ist. Bei den Social Start-ups steht die gesellschaftliche Wirkung, der sogenannte Social Impact im Vordergrund. Dabei kann es zum Beispiel um Integration, Menschenrechte, bessere Bildung oder medizinische Versorgung gehen. Trotzdem bestätigen die 73,6 Prozent der Unternehmer, die in den USA aus Verbesserungsmotiven heraus gründen, mal wieder, dass hier besonders gute Rahmenbedingungen für soziales Unternehmertum bestehen, das mit Innovationen gesellschaftliche oder ökologische Probleme lösen kann.
Auf Platz zwei und drei der verbesserungsgetriebenen Gründungen sind die Schweiz (72,1 Prozent) und Frankreich (69,6 Prozent) vertreten, Deutschland befindet sich mit 58,1 Prozent erst auf Platz 17. Die stärkste Gründungsmotivation weltweit bleibt aber – auch in den USA – eine gute Gelegenheit, die sich ohne Drängen ergibt und von Gründern ergriffen wird.

Warum scheitern Unternehmen?

Trotzdem reicht das nicht immer aus für eine nachhaltig erfolgreiche Gründung. Ausbleibender wirtschaftlicher Erfolg ist immer noch der Hauptgrund für das Scheitern junger und länger bestehender Unternehmen. Spitzenreiter ist hier Griechenland, wo 73,8 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer ein unrentables Geschäft hatten. Deutschland belegt mit 11,3 Prozent den letzten Platz in dieser Kategorie. Gründe für das Scheitern sind hier eher in Austritten, Ruhestand, außerordentlichen Vorfällen oder der Bürokratie zu finden.

Was heißt das für Social Entrepreneurship?

Aus den Daten der Gründerwelt lässt sich schließen, dass Social Entrepreneurship weiterhin eher ein Nischenthema in der Start-up-Welt ist und mehr Förderung bedarf. Dabei können innovative Geschäftsideen mit gesellschaftlichen Lösungen so einfach Hand in Hand gehen. Wichtig ist die Wirtschaftlichkeit des jungen Unternehmens zu gewährleisten, um langfristig handlungsfähig zu bleiben und ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen zu können.

Hier geht es zur kompletten Studie.

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