Veedelfunker Magazin – Für mehr Nachhaltigkeit durch Nachbarschaft

Auf der neuen Crowdfunding-Plattform EcoCrowd, die sich auf den Bereich Nachhaltigkeit spezialisiert hat, tummeln sich einige interessante Ideen und tolle Projekte. In unserer neuen Reihe “Nachhaltigkeit jetzt!” stellen sich die Projektinhaber unseren Fragen. Heute ist das Projekt Veedelfunker mit Nika Rams und Dunja Karabaic an der Reihe.

Hallo Nika, hallo Dunja, könntet ihr euch und euer Projekt kurz vorstellen?

Wir sind Nika Rams und Dunja Karabaic, die Initiatorinnen des Stadtteil-Magazins “veedelfunker”. Es erschien ein Jahr lang monatlich und lag als kostenloses Magazin für jeden zum Mitnehmen im Kölner Stadtteil Ehrenfeld aus. Wir verfolgen damit das Ziel, durch Identifikation mit dem eigenen Wohnviertel nachhaltiges Handeln zu fördern. Denn nur wenn man sich mit etwas identifizieren kann, kann man sich dafür auch verantwortlich fühlen.

Konkret berichten wir dabei über Menschen, Nachbarn und Freunde aus dem Viertel, die mit ihren Taten, Ideen oder Projekten bereits sozial-ökologisch handeln und damit wunderbar andere inspirieren können. Dabei ihre individuellen Geschichten und Motivationen zu erfahren, ist sehr spannend und lehrreich – gerade wenn man sieht, dass man doch nicht so weit weg von der Lebenswelt des Nachbarn entfernt und ihre Idee gar nicht mal so übel ist.

Wann kam euch die Idee für das Projekt?

Uns fiel auf, dass viele Menschen großes Interesse an ökologischem Handeln in ihrem Alltag entwickeln, aber selbst oft nicht wissen: Wo fange ich an? Was muss ich beachten? Wie setze ich das um? Da fehlt jedem Einzelnen auch oft einfach die Zeit, sich in unterschiedliche Themen hinein zu denken und Alternativen zu finden. Das wollten wir stellvertretend für unsere interessierten Nachbarinnen und Nachbarn tun, so müssen sie nur noch in den veedelfunker schauen und sich Anregungen holen. Außerdem wollten wir nicht nur eine urbane Gruppe von Menschen erreichen, die bereits viel über das Thema Nachhaltigkeit weiß. Unsere Zielgruppe sollte das gesamte Viertel mit all seinen Milieus sein – und gerade auch denjenigen, die noch nicht für nachhaltiges Handeln empfänglich sind. Die Förderung der nachbarschaftlichen Stadtteilkultur auch für Menschen mit wenig finanziellen Mitteln liegt uns sehr am Herzen. Außerdem gab es solch ein Magazin in dieser Form bisher noch nicht in Köln.

Worin genau besteht die soziale Komponente des Projekts?

Wir wollten nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln sichtbar machen und aufzeigen, was die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils bereits unternehmen, um einen positiven Beitrag für ihre Umwelt zu leisten. Uns war es ein besonderes Anliegen, mit dem Magazin durch eine gezielte Einbindung der Menschen vor Ort, einfache und direkte Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie gesünder, effizienter oder sozialer handeln können, ohne dabei auf etwas verzichten zu müssen. Denn es gibt so viele Alternativen, die all dies beinhalten und bereits vor unserer Haustüre erfolgreich gelebt werden. Mit dem Magazin schärfen wir den Blick darauf.

Ganz konkret schaffen wir das neben dem Magazin auch über unsere monatlichen kostenlosen Aktionen für jeden zum Mitmachen: Eine Aktion war beispielsweise „Alte Schätze suchen neues Leben“ – hier konnten ausrangierte Möbel und andere Gegenstände mit fachkundiger Hilfe restauriert werden. Wir haben auch eine Kleidertauschbörse initiiert oder gezeigt, wie man auf Verpackungen verzichten kann. Unsere vorerst letzte Aktion war im September: „Frisches Obst sucht Winterschlaf“, hier konnten die Teilnehmer lernen, wie Oma es noch gemacht hat: Obst und Gemüse einkochen und haltbar machen, statt es wegzuwerfen. Mit solch einem kleinen Kniff kann man nämlich doch Erdbeeren im Winter genießen, ohne dass sie aus Übersee her transportiert werden müssen.

Was ist die derzeit größte Herausforderung für Euch?

Weiter machen zu können und unser Projekt auszubauen. Bis März 2015 wird es von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt, danach müssen wir alleine weitermachen. Das Magazin soll aber weiterhin kostenlos bleiben, um für alle zugänglich zu sein. Um das zu gewährleisten, müssen wir von irgendwo ein wenig Unterstützung bekommen. Wir stecken viel Arbeit und Liebe hinein, aber ohne Geld geht es nicht, Druckkosten und Aktionen wollen bezahlt werden, ebenso unsere vielen Helfer: das fängt bei den Fotos an, geht über die Übersetzer für Texte in anderen Sprachen und endet bei unserem Magazin-Austeiler.

Warum habt ihr euch für Crowdfunding bei EcoCrowd entschieden und was erwartet ihr euch davon?

Für EcoCrowd haben wir uns entschieden, weil die Plattform authentisch wirkt. Das Team überprüft jedes einzelne Projekt auf Nachhaltigkeit und Ernsthaftigkeit und sichert ab, dass nur wirklich sinnvolle Projekte den Weg auf die Plattform finden. Sie nehmen also nicht alles was kommt, sondern sind ihrerseits mit Herzblut und Überzeugung dabei, das hat uns gefallen, weil es unserer Arbeitsweise ähnlich ist. Wir erwarten uns dadurch mehr Aufmerksamkeit für unser Projekt, also auch über die Grenzen Ehrenfelds und Kölns hinaus. Gerne würden wir mit unseren Ideen als gutes Beispiel für andere Städte vorangehen. Und wir wollen über EcoCrowd Unterstützer(innen) finden, die uns auch finanziell helfen wollen, damit es noch ein paar weitere Ausgaben des Veedelfunkers geben kann.

Wofür soll die Funding-Summe verwendet werden?

Wir haben ja dezidiert aufgelistet, wie viel Kapital wir für welchen Posten benötigen, um eine Ausgabe unseres Magazins wahr werden zu lassen. Konkret sind das 6.498€ (sogar der fair gehandelte Kaffee zum Wachhalten, sollte es mal spät werden, wurde von uns mit eingerechnet). Von daher wissen wir ganz genau: Dieser Teil wird für den Druck bei unserer Ökodruckerei mit erdölfreien Farben auf Recyclingpapier gebraucht, jener für den ein oder anderen Text engagierter freier Autor(innen), Grafik und Layout-Anpassungen müssen von Designern umgesetzt werden… da kommt diese Summe am Ende heraus.

Mit wem würdet ihr gerne mal mittagessen gehen?

Mit all jenen, die unser Projekt unterstützt haben und es noch werden: Ihre Gesichter kennen zu lernen und ihre Gründe zu erfahren, wäre toll! Vielleicht können wir ein paar davon in einem zukünftigen Heft portraitieren. Also, wir freuen uns über jede Unterstützerin, über jeden Unterstützer!

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