tip me – Trinkgeld für die Produzenten Deiner Klamotten 

© GoVolunteer

Dass Klamotten oft in Entwicklungsländern zu Hungerlöhnen hergestellt werden, ist uns Kunden meist bewusst. Dennoch fühlen wir uns oft machtlos etwas dagegen tun zu können – Zu komplex scheinen die Lieferketten, als dass wir überhaupt durchblicken könnten, wer an der Produktion unserer Jeans überhaupt beteiligt ist.  

Das wollten die Gründer von tip me nicht einfach hinnehmen, sodass sie ein globales Trinkgeld ins Leben gerufen haben. Das Unternehmen möchte zeigen, dass faire und transparente Lieferketten möglich sind.

Wie funktioniert tip me?

Mit Hilfe von tip me kannst Du den NäherInnen Deiner Klamotten oder Schuhe Trinkgeld geben. Das ganze funktioniert derweil ausschließlich beim Kauf auf Online Shops. 43% Prozent der Konsumenten, die auf den Partnershops einkaufen, geben Trinkgeld. Im Schnitt sind dies 3€. Aktuelle Partnershops sind z.B. bayti hier, ethletic und koawach.

Für die Empfänger macht das Trinkgeld einen großen Mehrwert aus, denn selbst in “gut bezahlten” Fabriken, erhalten die MitarbeiterInnen selten mehr als 1€ pro Stunde. Das zusätzliche Trinkgeld ist daher eine echte “Lohnsteigerung”. Mit dem Trinkgeld können sie Geld sparen, um beispielsweise Windeln zu kaufen oder die Universitätsgebüren ihrer Kinder finanzieren zu können. Dinge, die sonst nur schwer zu bezahlen sind.

Kommt das Trinkgeld auch sicher an?

Wie wird sichergestellt, dass das Trinkgeld auch an der richtigen Stelle ankommt? Jede*r TrinkgeldempfängerIn wird mit Personalausweis und Handynummer registriert, sodass tip me nachverfolgen kann, dass das Geld auch in die richtigen Hände gelangt. Die Überweisung findet per SMS statt. Bei einer lokalen Bank oder in einem Kiosk vor Ort können die MitarbeiterInnen sich das Geld dann in Bar auszahlen lassen. Dies ist bewusst so gewählt – es sollen die Systeme vor Ort genutzt werden, damit jede*r EmpfängerIn auch Zugriff auf das Trinkgeld hat, ohne sich vorher eine App runterzuladen oder gar ein extra Gerät zulegen zu müssen. Das Trinkgeld wird gerecht unter allen Menschen, die am Produktionsprozesses beteiligt waren, aufgeteilt.

Wie trägt sich tip me?

Damit das Trinkgeld zu 100% weitergegeben werden kann, finanziert sich tip me primär über den Verkauf der Software an die Partner. Gegen eine monatliche Gebühr können die Partnershops das Trinkgeld-System nutzen. Somit unterstützen diese Online-Shops tip me nicht nur auf monetärer Basis, sondern auch in ihrer Vision. Weitere Finanzierungsquellen sind Fördermittel und Sponsoren.

Isabel Hahn

Über den Autor

Isabel Hahn
Isabel hat aufgrund Ihres starken Interesses an Startups ihren Master in Schweden mit dem Schwerpunkt Entrepreneurship absolviert. Im Studium und zahlreichen Veranstaltungen zum Thema Startups & Gründung kam sie immer wieder mit dem Thema nachhaltiges und soziales Unternehmertum in Kontakt. Die Verknüpfung aus eben diesen sozialen Werten mit wirtschaftlichen Themen findet sie notwendig, um nachhaltig für positiven gesellschaftlichen Impact zu sorgen. Sie unterstützt Social Startups im Social Media Management um für mehr Sichtbarkeit zu sorgen, damit das Thema des sozialen Unternehmertums weiter in der Gesellschaft etabliert wird.

Kommentar hinterlassen zu "tip me – Trinkgeld für die Produzenten Deiner Klamotten "

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*