Selbstständig machen

Selbstständig machen. Für viele Menschen ist es der Traum. Endlich selbstständig. Endlich etwas Eigenes starten. Unabhängig von anderen. Naja, zumindest fast. Wer sich selbstständig machen möchte, muss einiges beachten. Wir haben hier Informationen gesammelt, damit du perfekt in die Selbstständigkeit starten kann.

Schritt 1: Deine Startup Ideen finden

Im Berufsleben etwas Sinnvolles und Erfüllendes tun zu wollen ist häufig einer der Beweggründe für die Gründung eines sozialen Unternehmens. Während manche sozialen Startups aus der Beobachtung oder dem Erleben eines konkreten gesellschaftlichen Problems entstehen, ist bei Anderen der Veränderungswille groß, die Idee für die Unternehmung jedoch noch ausständig.

Wer sich also selbständig machen will, braucht zunächst einmal passende Startup Ideen. Wichtig ist dabei, fachliche Skills und persönliche Eigenschaften mit in die Beurteilung mit einzubeziehen. Auch wenn es hart ist: Nicht jeder ist für ein Startup und die Selbständigkeit geboren. Wer sich selbstständig machen will, sollte sich das wirklich gut überlegen.

Schritt 2: Die Entwicklung des sozialen Geschäftsmodells

Nachdem die zündende Idee gefunden wurde, ist der erste wichtige Schritt die Ausarbeitung eines Geschäftsmodells.

Tools, die bei der Entwicklung des Geschäftsmodells helfen, sind zum einen die Methode des Design Thinkings und zum anderen die Erstellung von sogenannten Personas. Mit der Nutzersicht im Fokus ist ersteres ein Prozess, welcher für die kreative Problemlösung und die Entwicklung neuer Ideen angewendet wird. Bei Personas handelt es sich um fiktive, aber dennoch realistische Beschreibungen verschiedener Vertreter der Zielgruppe des Unternehmens. Solche Prototypen helfen dabei, sich in die Bedürfnisse der Kunden hinein zu fühlen und somit besser auf diese eingehen zu können.

Aber auch das Social Business Model Canvas ist von zentraler Bedeutung.

Ist man sich über sein Geschäftsmodell im Klaren, sollte das Ganze noch in einem Businessplan aufgearbeitet werden.

Eine gute Idee braucht nicht zwingend immer einen Businessplan. Trotzdem macht es Sinn, sich mit so einem Dokument zu beschäftigen. So verschafft man sich einen perfekten Überblick über die eigene Idee und die zukünftigen Pläne.

Außerdem dient diese Zusammenfassung des Unternehmenskonzepts und nicht nur der eigenen Orientierung, sondern ist auch für Verhandlungen mit Kapitalgebern und Geschäftspartnern hilfreich oder sogar erforderlich.

Bei sozialen Unternehmen ist besonderes Augenmerk auf die Wirksamkeit und Außenwirkung des gesellschaftlichen Engagements zu legen, welche sich durch Analysen und Modelle verdeutlichen lässt und durch Zertifizierungsprogramme an Glaubwürdigkeit gewinnen kann.

Schritt 3: Testen des Geschäftsmodells

Auf die Entwicklung des Geschäftsmodells folgt ein Markttest, welcher offenbart, ob die angenommenen Überlegungen über Kunden, Konkurrenz und Wertschöpfung auf dem Markt standhalten. Das wird üblicherweise mit einem Prototyp, also einer vereinfachten Version des geplanten Angebots, getestet. So findet man heraus, welche Aspekte gut beim Kunden ankommen und wo es noch Verbesserungen bedarf. Das Geschäftsmodell kann dann dementsprechend angepasst werden und hat somit bessere Chancen erfolgreich zu sein, wenn das endgültige Angebot auf dem Markt ausgerollt wird.

Um Kapitalgeber, Geschäftspartner oder auch Kunden vom Vorhaben zu überzeugen, ist eine prägnante und Interesse weckende Vorstellung der Unternehmung wichtig, welche in Form des sogenannten Ideenpitches vorgetragen werden kann. Storytelling, also das Übermitteln und „lebendig machen“ von Informationen durch das Erzählen von Geschichten, kann dabei helfen, Außenstehende mitzureißen und von der Idee zu überzeugen. Essentiell sind diese beiden Instrumente auch für Crowdfunding-Kampagnen und Wettbewerbe. Diese machen das Vorhaben nicht nur bekannter, sondern können auch wichtige Bausteine der ersten Finanzierung darstellen.

Schritt 4: Die Gründung

War der Markttest gelungen, kann die formale Umsetzung des Geschäftskonzeptes beginnen. Die erste wichtige Frage diesbezüglich ist die Wahl der Rechtsform des Unternehmens. Diese bestimmt unter anderem die Haftung und die Steuerlast. Einige Sozialunternehmen starten als GbR und wechseln später von dieser einfachen Rechtsform zur Kapitalgesellschaft. Eine ähnlich wichtige Frage ist die der Startfinanzierung. Das benötigte Anfangskapital beträgt bei Sozialunternehmen im Schnitt bis zu 50.000 Euro und wird oft durch eigene Mittel, Freunde, Stiftungen oder Preise aufgebracht. Es gibt eine Reihe von Organisationen, die Sozialen Unternehmern bei der Finanzierung behilflich sein können. Der Markteintritt erfordert viele weitere Überlegungen, wie beispielsweise die passende Preisgestaltung und die richtige Kommunikation mit der Zielgruppe.

Gewerbe anmelden

Nachdem die oberen Themen stehen, geht es nun um die Gewerbeanmeldung. Die Regelungen dazu stehen in § 14 GewO (Gewerbeordnung) – für jeden im Internet öffentlich einsehbar. Hier hat man verschiedene Möglichkeiten. Wichtig: Auch besteht die Möglichkeit erst einmal nebenberuflich zu starten und sein Business als Nebengewerbe anzumelden.

Finanzierung

Eines der schwierigsten Themen überhaupt. Die Finanzierung. Eine Selbstständigkeit kostet Geld. Wer einen Businessplan erstellt hat, weiß schon ungefähr was auf ihn zukommt. Wer das noch nicht gemacht hat, sollte sich jetzt mit dem Thema beschäftigen. Hierbei geht es um Umsatz- und Gewinnplanung, Finanzierung des Startups, Unternehmensbewertungen, Finanzierungsrunden und weitere kritische Themen.

Schritt 5: Endlich selbstständig – Skalieren und Wachsen

Nach dem erfolgreichen Einstieg in den Markt und der initialen Organisation des Betriebs sollte man sich der kontinuierlichen Weiterentwicklung und Verbesserung der unternehmerischen Kapazitäten widmen. Die Gewinnung von Talenten, die Identifikation von Weiterbildungsmöglichkeiten und das Management der Mitarbeiterzufriedenheit, alles Aufgaben des Personalmanagements, sind für den Erfolg des Vorhabens von großer Bedeutung. Ebenso relevant ist die Einführung einer wirkungsorientierten Berichterstattung, welche das klassische Berichtwesen ergänzt. Diese misst den sozialen Impact der Geschäftstätigkeiten, also inwiefern diese zur Lösung des gesellschaftlichen Problems beitragen, und kommuniziert die Wirkung an die verschiedenen Stakeholder.

Um erfolgreich zu wachsen ist außerdem Wert auf Punkte wie Qualitätsmanagement, Sicherung von weiteren finanziellen Mitteln (Wachstumsfinanzierung) und Teilnahme an relevanten Events zu legen. Letzteres bietet die Möglichkeit des Networkings, welches ermöglicht, sich mit Interessenten und Partnern zu vernetzen, die das Unternehmen potenziell in verschiedenen Bereichen unterstützen können. Entscheidet man sich beispielsweise dafür, seine Idee durch Social Franchising weiter zu verbreiten, sind geknüpfte Kontakte ein guter Ausgangspunkt, geeignete Partner zu finden.

Die wichtigsten Fragen zu Selbständigkeit

Selbstständig machen oder nicht?

Zunächst einmal solltest du überlegen, ob du komplett eigenverantwortlich arbeiten kannst. Denn genau das wird eine Grundvoraussetzung sein. Man braucht eine Vision und einen Plan. Eine reine Selbstständigkeit der Freiheit wegen, wird in den wenigsten Fällen funktionieren. Kennst du deine Schwächen? Bist du Teamplayer oder doch lieber Einzelkämpfer? Kannst du mit hohem Druck und starker Belastung umgehen? All das sind Fragen, die du dir vorher stellen solltest.

Weiterhin haben wir dir hier eine übersichtliche Tabelle mit Vor und Nachteilen angelegt.

Vorteile Nachteile
Hohe Flexibilität Hoher Aufwand bei Versicherung und Amt
Eigene Preisgestaltung Wenig Sicherheiten
Viel Abwechslung bei der Arbeit Wenig Kontinuität im Business
Viele unterschiedliche Einsatzgebiete Wenig Spezifikation
Der eigene Chef sein Hohe Kosten bei Gründung

Selbstständig machen ohne Eigenkapital – geht das?

Ja das geht. Geld braucht jede Idee, jedoch muss man nicht immer eigenes Geld aufbringen. Eine Möglichkeit sind Finanzierungsalternativen Crowdfunding, Beteiligungen, Nachrangdarlehen oder Förderungen durch Bund, Länder oder Banken wie die FfW. Hier gibt es auf jeden Fall einige Möglichkeiten.

Selbstständig machen ohne Ausbildung – geht das?

Auch das ist möglich. Allerdings ist es in Deutschland geregelt, dass bestimmte Berufe eine abgeschlossene Ausbildung oder Prüfung voraussetzen. Dazu zählen beispielsweise Juristen oder Lehrer. Aber als klassischer Gründer brauchst du keine Ausbildung. Allerdings ist es durchaus von Vorteil, da beispielsweise bei einem Studium wichtiges Grundwissen zu Themen wie Betriebswirtschaftslehre vermittelt wird.

Nebenberuflich selbstständig – möglich?

Natürlich musst du nicht Vollzeit in eine Selbstständigkeit starten. Gerade im Bereich Social Entrepreneurship gibt es sehr viele Gründer, die erst nebenberuflich in einen eigenen Startup starten. Warum? Sie haben Zeit sich über die Herausforderungen Gedanken zu machen und können nebenberuflich die Strukturen aufbauen. Außerdem haben sie so noch die finanzielle Sicherheit eines Arbeitgebers im Rücken.

Selbstständig machen bei Arbeitslosigkeit?

Auch das ist in Deutschland möglich. Hier gibt es spezielle Fördermittel und Zuschüsse. Am besten ist es, sich einmal bei der Arbeitsagentur zu erkundigen. Die bieten beispielsweise spezielle finanzielle Hilfe an. Für Gründer mit Arbeitslosengeld 1 kann der Gründungszuschuss in Frage kommen. Beziehst du schon Arbeitslosengeld 2, gibt es das sog. Einstiegsgeld.