SecondLight gibt Kerzenresten eine zweite Chance

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Enactus Aachen launcht mit SecondLight einen Online-Shop und verkauft recycelte Kerzen aus einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Es ist kurz nach Weihnachten – tagein, tagaus haben Kerzen gebrannt. Um die Wohnung heimelig, gemütlich und warm zu machen. Doch was tun mit den ganzen Kerzenresten?

Woraus bestehen Kerzen eigentlich?

Die gängigen Kerzen bestehen aus Stearin, Paraffin und Bienenwachs. Etwa drei Viertel aller Kerzen in Deutschland sind aus Paraffin, das aus Mineralöl gewonnen wird. Zweitwichtigster Rohstoff ist Stearin, hergestellt aus pflanzlichen oder tierischen Fetten. Diese Kerzen werden meist aus Palmöl, Sojaöl oder Kokosfett hergestellt. Über Palmöl haben wir hier berichtet. Und schließlich ist das Bienenwachs der natürlichste, aber auch teuerste Rohstoff bei der Herstellung von Kerzen.

Laut europäischem Kerzenverband (ECA) wurden in der Europäischen Union in 2018 rund 1,44 kg Kerzen pro Kopf verbraucht. Deutschland liegt mit rund 2,4 Kilo Kerzen zwar über dem Durchschnitt, jedoch noch im Mittelfeld der Länder. Da es bei dem hohen Ressourcenaufwand zu schade wäre, Kerzenreste einfach wegzuschmeißen, dachte sich der Studierendenverband Enactus Aachen eine Lösung aus.

SecondLight – recyceln statt wegwerfen

“Die Idee hatte eigentlich ein Freund von uns, als er Abends mit seinen Eltern in einem Restaurant saß. Vor ihm brannte eine Kerze ab und er fragte sich, was danach wohl mit dieser Kerze passiert. In Anbetracht der Tatsache, dass Kerzen meist aus Stearin und Paraffin bestehen – beides Ressourcen, die wegen ihrer Umweltauswirkungen heftig kritisiert werden – wussten wir, dass wir diese Kerzenreste nicht ungenutzt lassen konnten”, erzählt Marie Schneider, Projektleitung von SecondLight.

“Da wir alle die Atmosphäre schätzen, die Kerzen schaffen, schien es eine Lösung zu sein, Kerzenabfälle wiederzuverwenden, Dadurch entstand 2017 das Projekt SecondLight durch Aachener Studierende im Rahmen des Enactus Aachen e.V.”, schrieb mir Marie weiter. Im Rahmen des Projekts „SecondLight“ werden seitdem neue Kerzen aus alten Kerzenresten hergestellt. Die Wachsreste sammeln die Studierenden in Aachen in Restaurants, Kirchen, Krankenhäusern, Schulen, Privathaushalten und ähnlichem. Anschließend werden die Kerzenreste in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu neuen Kerzen gegossen. Verkauft werden die Kerzen in verschiedenen Läden in Aachen – und seit kurzem auch im eigenen Online-Shop.

Enactus: Soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit und Unternehmertum

Enactus ist eine internationale, gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, die im Rahmen von Studierendengruppen das Lösen von gesellschaftlichen Problemen mittels unternehmerischem Denken praktisch nahebringt. Was Studierende daran begeistert, gesellschaftliche Probleme mit unternehmerischem Denken zu lösen erklärt Marie so: “Wir haben ein großes Interesse daran, der Ressourcenverschwendung entgegen zu wirken und dieses Problem publik zu machen. Außerdem können wir mit unserem Projekt Menschen mit Behinderung empowern und ihnen einen kreativen Arbeitsalltag ermöglichen.”

Weiter sagt sie: “Unser Projekt setzt sich aus den verschiedensten Studienrichtungen zusammen und alle sind begeistert einmal hautnah Start-up Luft zu schnuppern. Da wir häufig vor Problemen und Aufgaben steht, mit denen man vorher so im Studium oder Alltag noch nie zu tun hatte, lernen wir durch unser Projekt unglaublich viel. Nebenbei die Welt im Kleinen zu verbessern ist dann noch ein Bonus.”

Der Launch des Online-Shops soll dabei erst der erste große Schritt gewesen sein. In Zukunft wollen sie SecondlIght noch weiter ausbauen. “Gerne würden wir bald unser Projekt auch in anderen Städten umsetzen, um den Menschen das Recycling von wichtigen Ressourcen näher zu bringen und noch mehr Menschen mit Behinderung zu empowern! Welche Stadt als nächstes kommt bleibt aber noch spannend”, so Marie.

Tamara Schiek

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