Re-Athlete – Sportbekleidung aus recycelten Stoffen

18.12.2017 – In jedem Haushalt ist es zu finden, es gibt kaum ein Gegenstand der nicht mindestens wenige Prozente daraus besteht und das Schlimmste, die Meere sind voll damit: Plastik. Allein von dem Festland aus gelangen nach Angaben von Greenpeace bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle in die Ozeane. Der NABU spricht von mehr als 10 Millionen Tonnen – das Meer ist somit das Endlager für unser Plastik und das kostet tausenden Meerestieren das Leben. Das Start-Up Re-Athlete möchte gerne diese Verunreinigung des Meeres bekämpfen und dem Plastik eine zweite, sinnvolle Aufgabe geben: Sportkleidung.

Nachhaltigkeit und Tierschutz an erster Stelle

Für Re-Athlete ist der Umweltschutz und der Tierschutz ein elementarer Bestandteil der Philosophie. Die Textilien stammen aus regeneriertem Nylon-Garn. Das recycelte Garn stammt von dem Partnerunternehmen Aquafil S.p.A. aus Italien. Dort wurde auch das innovative ECONYL®-Regenerationssystem entwickelt. In den europäischen Meeren gehen jährlich rund 1250 Kilometer alter Fischernetze verloren. Diese werden für Meerestiere wie Delfine, Schildkröten und Fischen zur Todesfalle. Die Materialien, die bei Re-Athlete verwendet werden sind genau diese Fischernetze, die durch die Verarbeitung zu Sportbekleidung keine Gefahr mehr für die Meeresbewohner darstellen. Die Fischernetze und weiterer Nylonabfall (z.B. Teppichfasern und weitere Plastikkomponenten) wird von Organisationen wie z.B. Healthy Seas aus den Weltmeeren geborgen. Weiter verwendet das Social Start-Up Nylonabfälle, wie zum Beispiel Teppichfasern für ihre Produkte. Zusätzlich werden auch Nylonabfälle aus der Industrie und Wirtschaft in dem Regenerationsprozess verarbeitet.
Das Garn wird in Slowenien mittels eines chemischen Verfahrens (erst Depolymerisation, dann Polymerisation) zu 100% regeneriert wodurch ein neuwertiges Garn entsteht, welches sowohl für Textilfasern, als auch für Teppichfasern genutzt werden kann. Den fertigen Stoff als Meterware bezieht Re-Athlete dann von einem Stoffhändler aus Italien. Der Stoff besteht aus 78% der recycelten Polyamide und aus 22% Elasthan.

Grüne und lokale Unternehmensphilosophie

Seinen Ursprung hat Re-Athlete in Norddeutschland. Neben den nachhaltig hergestellten Textilien ist auch die gesamte Unternehmensstruktur auf ein nachhaltiges Konzept ausgelegt. Die Verpackungsmaterialien sowie die Geschäftsausstattung sind biologisch und auf Plastik wird vollkommen verzichtet. Die Geschäftsräume werden mit Öko-Strom betrieben und die eigenen Geldanlagen unterstützen Projekte bei Europas führender Nachhaltigkeitsbank. Sie nennen es ein 100% Versprechen für Nachhaltigkeit. Zu dem Thema Nachhaltigkeit gehören auch möglichst kurze Lieferketten – alle Lieferanten kommen aus Europa – so wird die Umweltbelastung möglichst gering gehalten werden.

Gründer Johannes Skowron und Mitgründerin Alina Hische halten noch 100% der Gesellschaft. Es ist bisher kein Investor beteiligt. „Alina ist für den kreativen Part unserer Unternehmung zuständig (Schnittmuster, Designs, Produktentwicklung usw.) und ich kümmere mich um den betriebswirtschaftlichen Aspekt (Geschäftsführung, Akquise, Vertrieb, Marketing usw.).“ sagt Johannes über die Aufgabenverteilung.

Integration und Inklusion als Arbeitsphilosophie

Re-Athlete hat eine regionale Produktion in Deutschland und unterstützt mit der Produktion vor Ort Formen der Integration und Inklusion. Unter anderem arbeitet das junge Start-Up mit der Lebenshilfe Wolfsburg gGmbH, bei der psychisch erkrankte Menschen im Sinne der Arbeitstherapie arbeiten. In der Nähwerkstatt arbeiten je nach Auftrag 5-10 Leute. Investitionen in eigene Druck- und Nähmaschinen soll zukünftig eine Produktion in Braunschweig ermöglichen. Langfristig soll eine eigene Produktion aufgebaut werden, in der die Arbeitstherapie integriert werden soll. Zu der Idee hinter der Inklusion sagt Johannes: „Das heißt, dass wir langfristig gern den Menschen eine Beschäftigung bieten möchten, die ansonsten von der Wirtschaft größtenteils ausgeschlossen werden. Hier sehen wir großen Handlungsbedarf bei Menschen mit Behinderungen, aber auch Geflüchteten, die nachhaltig integriert werden sollen.“

In den kommenden Tagen erscheint die neue Herbstkollektion von Re-Athlete, wir dürfen gespannt sein, welche weitere Sportbekleidung dieses spannende Konzept hervorbringt.

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