Kann ein Müllbeutel wild sein? Bei Wildplastic schon

© wildplastic

Müllbeutel sind schon ganz schön nervig. Manche reißen schnell, andere sind viel zu klein und wieder andere schmierig und klebrig. Herkömmliche Müllsäcke haben auch eine ziemlich schlechte Ökobilanz und bauen sich wie andere Plastikarten nicht selbständig ab. Das Hamburger Start-up Wildplastic setzt mit dem Wildbag neue Standards in Sachen Müllbeutel. Was es damit auf sich hat, haben wir uns angeschaut.

5 Milliarden Tonnen Plastik (!)

Wer schon einmal auf den Philippinen war, hat sie vielleicht schon mal gesehen – riesige Berge von Müll aufgetürmt zu eigenen Städten, in denen vor allem Kinder mit dem Sammeln von Plastikflaschen und anderem Abfall ihren Tageslohn verdienen. Die Philippinen sind da kein Einzelfall, auch auf Haiti, in Indien oder Nigeria finden sich ähnliche Bilder. Das liegt vor allem an nichtexistierenden Abfall- und Recyclingsystemen. Es gibt schlichtweg keine andere Möglichkeit als Abfälle „wild“ zu entsorgen. Insgesamt 5 Milliarden Tonnen Alt-Plastik liegen mittlerweile weltweit an Stränden, Wäldern, Straßen oder offenen Mülldeponien herum.

Die Welt aufräumen

Die Gründer von Wildplastic haben alle ihre individuellen Erfahrungen mit Müllbergen gemacht, ob auf einer Reise durch den peruanischen Amazonas, während eines Filmprojekts oder bei Müllsammelaktionen am spanischen Strand. Wildplastics Vision ist die Welt aufzuräumen. Oder zumindest ein Stück weit von Müll zu befreien. Deswegen haben sie Ende 2019 einen Müllbeutel aus wildem Plastik entwickelt und der ist eine echte Innovation. Denn Produkte aus Wildplastik gibt es bisher nicht. Für den Rohstoff wildes Plastik arbeitet das Unternehmen mit verschiedenen lokalen Organisationen in Indien oder Haiti zusammen. Das gesammelte Plastik wird noch vor Ort recycelt und dann zum Wildbag in Deutschland verarbeitet.

Faire Löhne für harte Arbeit

Neben dem Auftrag die Welt aufzuräumen, hat sich Wildplastic auch einem sozialen Auftrag verpflichtet. Müllsammler werden normalerweise kaum entlohnt und dabei ist das stundenlange Sammeln sehr mühsam und nicht immer ungefährlich. Viele Kinder arbeiten als Müllsammler und können in der Zeit keine Schule besuchen. Lokale Organisationen, die für Wildplastic als Partner arbeiten, zahlen den Sammlern faire Löhne und tragen so auch zur Reduzierung der Armut bei.

Wildes Plastik hat noch viel Potenzial

Wildplastic hat viele Pläne für weitere wilde Produkte. Seit letztem Jahr ist Versandriese Otto mit am Start und hat in einem Pilotprojekt 10.000 Versandtüten an Kunden verschickt. Wenn ihr den Wildbag ausprobieren wollt, könnt ihr ihn aktuell online über die Website bestellen oder in einigen ausgewählten Shops wie dem Kaufhaus Mitte oder Frischepost Hamburg.

Almut Weigel

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