Ich bin Mundräuberin! Frei zugängliche Bäume und Sträucher in Deiner Nähe

© Mundraub

In Deutschland gibt es fast überall wild wachsende Obstbäume, Sträucher, Nüsse und Kräuter. Die interaktive Karte von Mundraub zeigt Dir, wo Du diese finden kannst.

Es ist Herbst! Am Wegesrand leuchten die Hagebutten, die Äpfel fallen von den Bäumen und bald sind die Walnüsse reif. Bei dem Anblick hatte ich die fixe Idee, Schlehenlikör anzusetzen und Hagebutten-Marmelade einzukochen. Aber wo so viele Früchte finden? In unserem WG-Garten sind wir dieses Jahr fast versunken in Pflaumen, aber Schlehen und Hagebutten habe ich bisher nur vereinzelt am Wegesrand gesehen.

Legaler Mundraub: frei zugängliche Bäume und Sträucher in Deiner Nähe

Genau diese Standort-Informationen wollen die Enthusiast*innen des Netzwerks mundraub.org mit allen teilen. Denn in Deutschland gibt es unzählige Sträucher und Bäume, die leckere Früchte tragen – und viele davon sind öffentlich zugänglich. Dazu zählen etwa Apfelbäume, die Parkanlagen schöner machen sollen, Holundersträucher, die wild in Parks wachsen, oder wild wachsende Heidelbeeren im Wald. Wo genau diese stehen, wissen meist nur wenige. Auf der interaktiven Mundraub-Karte können die Mitglieder diese Standorte eintragen – und natürlich suchen. Auf diese Weise entsteht eine detaillierte Landkarte, auf der viele wildwachsende Pflanzen verzeichnet sind, die jede*r Obst- und Gemüsefan pflücken darf.

Mehr als eine Karte! Essbare Landschaften, Saisonalität und Regionalität

Spannend ist neben dem Finden und Eintragen von Fundorten auch der soziale Aspekt, den Mundraub verfolgt: sie organisieren Ernte-, Pflanz- und Pflegeaktionen und bieten geführte Entdeckertouren sowie Informationsmaterial wie zum Beispiel einen Erntekalender an. Außerdem unterstützen sie Kommunen bei der Konzeption und Umsetzung von essbaren Stadtlandschaften und legen zum Beispiel mit Unternehmen, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre ökologischen Auswirkungen zu kompensieren, Streuobstwiesen und Obstbaumalleen an. So will Mundraub gesellschaftlichen und ökologischen Mehrwert schaffen.

Respektiere Natur und Mensch!

Ein kleiner Hinweis zum Schluss: Achtet darauf, pfleglich mit der Natur umzugehen. Trampelt zum Beispiel keine Pflanzen nieder, nehmt Rücksicht auf die dort lebenden Tiere und Insekten und erntet nur so viel, wie ihr auch wirklich brauchst – ansonsten greift, wie leider bei vielen Allgemeingütern, die Tragik der Allmende und am Ende ist nichts mehr übrig. Und sollte sich ein eingetragener Baum oder Strauch doch mal auf Privatbesitz befinden, lieber auf die Ernte verzichten oder zumindest vorher nachfragen.

Ich selber habe dank einer netten älteren Dame, die mich auf meiner Suche angesprochen und mir Tipps gegeben hat, viele Schlehen und Hagebutten gefunden – und diese natürlich direkt in die Mundraub-Karte eingetragen 😊 Jetzt lasse ich mir die selbstgemachte Marmelade schmecken!

Tamara Schiek

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