„Gutes Beispiel“ – Die Gewinner des bayrischen Wettbewerbs 2018

Gutes Beispiel 2018© BR

Zum dritten Mal wurden in diesem Jahr beim Wettbewerb Gutes Beispiel fünf regionale Projekte, die zur nachhaltigen Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen, vom bayrische Radiosender Bayern 2 ausgezeichnet.

Seit 2016 veranstaltet Bayern 2, das Kultur- und Informationsradio des Bayerischen Rundfunks, den Wettbewerb Gutes Beispiel. Prämiert werden dabei Startups, Vereine, Bürgerinitiativen, Sozialunternehmen, und Einzelpersonen, die sich für eine bessere Gesellschaft einsetzen. Die einzige Teilnahmebedingung: das Projekt muss schwerpunktmäßig von Bayern aus organisiert werden.

Die Jury bestand in diesem Jahr aus dem CSU-Politiker Alois Glück, der Schauspielerin Uschi Glas, der bayrische Sängerin Claudia Koreck, Erwin Stahl von der BonVenture GmbH, sowie Vertretern von der Sparda-Bank München, der Hofpfisterei und von Bayern 2. Aus 444 Bewerbungen wählten sie fünf Finalisten aus. Anschließend stimmten die Zuhörer von Bayern 2 über diese ab und kürten so das „Gute Beispiel 2018“. Das Preisgeld reichte von 7.500 Euro für den ersten bis 2.000 Euro für den fünften Platz. Am 18. April 2018 wurden die diesjährigen Gewinner im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks in München prämiert.

Die guten Beispiele 2018

Platz 1: Projekt „Rettet den Hirsch“

Nein, hier geht es nicht darum ein Tier zu retten, sondern einen Gasthof. In Vorderburg im Allgäu musste die einzige Gaststätte im Dorf schließen – wie in vielen anderen Dörfern auch. Doch die Bewohner wollten das nicht hinnehmen. Kurzentschlossen stellten sie einen Finanzierungsplan auf, sammelten Geld und kauften den „Hirsch“. Anschließend renovierte die Dorfgemeinschaft gemeinsam das alte Gebäude und bauten es um. Der neue alte Dorfmittelpunkt ist nun Gasthaus, Schützenkeller und Dorfladen in einem.

Platz 2: Khala – Faire Kleidung aus Malawi

Seit der Gründung in 2017 verkauft das Münchner Modelabel Khala Kleidung aus traditionellen, farbenfrohen Chitenje-Stoffen aus Malawi. Nicht nur die Stoffe sind aus Malawi, auch die Produktion findet dort statt. Und zwar unter fairen Bedingungen: Die Arbeiter erhalten ein gerechtes und existenzsicherndes Einkommen sowie eine Krankenversicherung. Dadurch sollen nicht nur neue Arbeitsplätze in Malawi geschaffen, dem ausbeuterischen System in der Textilbranche entgegengewirkt und die malawische Wirtschaft unterstützt werden, sondern auch kultureller Austausch zwischen der deutschen und der malwischen Kulturen geschaffen werden.

Platz 3: WOHN:SINN – Die Plattform für inklusives Wohnen

WOHN:SINN ist eine online Plattform für inklusive Wohngemeinschaften. In inklusiven WGs wohnen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen – ganz normal. Um diese Art des Wohnens bekannter zu machen und zu verstärken gibt es auf dem Webseite von WOHN:SINN eine online WG-Börse, wo inklusive Wohngemeinschaften gesucht, freie Zimmer angeboten und neue WGs gegründet werden können. Außerdem werden Vorträge, Workshops und Beratung rund um das Thema angeboten.

Platz 4: Lernwerkstatt Halle 36 – Handwerkskurse für Geflüchtete

Die ehemalige Bayernkaserne in München dient sowohl als Erstaufnahmeeinrichtung als auch als Gemeinschaftsunterkunft. Als vor drei Jahren Handwerksfirmen, die dort täglich arbeiteten, die Langweile der Bewohner bemerkten, kam ihnen die Idee, Handwerkskurse anzubieten – und zwar in Halle 36 der alten Bayernkaserne. In vierwöchigen Handwerkskursen lernen die Geflüchteten nun aus Holz Gegenstände herzustellen. Anschließend kann bei Interesse in die Berufe Elektrotechnik und Sanitär geschnuppert werden. So wird nicht nur Langeweile verringert, sondern eventuell auch das Fachkräftemangel im Handwerk.

Platz 5: Das Antiradikalisierungsprojekt des Global Elternvereins

Um ihren Kinder einen kritischen Umgang mit den Medien beizubringen und sie gegen Radikalisierung und Rassismus zu stärken, etablierte die 2004 gegründete Elterninitiative „Global Elternverein“ aus Nürnberg ein Antiradikalisierungsprojekt. Neben dem Kennenlernen anderer Kulturen durch Besuche von Moscheen, Kirchen und Synagogen, sowie dem gemeinsamen Feiern religiöser Feste steht vor allem eines im Mittelpunkt: die Arbeit am Computer. Da radikale Gruppen heutzutage vor allem sozialen Netzwerken zur Stimmungsmache und Rekrutierung nutzen, lernen die Schüler kritisch mit vermeintlichen Fakten aus dem Netz und den eigenen Daten umzugehen.

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