Gründen ohne eigene Idee – geht das? 1/2

Der Wunsch: Selbstständigkeit. Es anders machen als die bisherigen Modelle. Doch mit was? Wir zeigen, wie du auch ohne eigene Geschäftsidee gründen kannst.

Am Anfang steht die Idee, oder? Nicht immer! Manchmal ist auch der Wunsch, etwas Eigenes zu machen, ausschlaggebend. Erst danach wird überlegt, womit genau das klappen könnte.

Ideenentwicklung

Der einmalige Geistesblitz, der hundertprozentigen Erfolg für die Gründung sichert, ist selten. Geschäftsideen sind eher Hypothesen, die getestet, weiter entwickelt, und verworfen werden. Wie kreativ und tatkräftig dieser Prozess angegangen wird, ist meist wichtiger als die Ausgangsidee selbst. Natürlich ist die Geschäftsidee Grundlage einer Gründung, doch der entscheidende Impuls sollte nicht von einer Idee kommen, sondern vom Erkennen einer Gelegenheit. Denn, eine Idee für ein Unternehmen zu haben ist eine Sache, doch ob dies auch eine tragfähige Idee ist, eine andere.

Beim Finden einer eigenen Idee können Kreativitätstechniken oder Methoden zur Ideengenerierung helfen. Die Website von mycoted listet beispielsweise knapp 200 verschiedene Techniken. Die unterschiedlichen Mechanismen hinter diesen Techniken, sollen im besten Fall zum Geistesblitz führen.

Quellen unternehmerischer Gelegenheiten – Erfindung vs. Innovation

Woher kommt denn nun die Idee für eine Gründung? Hier gibt es zwei grundlegend unterschiedliche Lehren: Während Kirzner der Meinung ist, dass Unternehmer bereits vorhandene Chancen entdecken, ist Schumpeter davon überzeugt, dass sich Unternehmer diese Chancen selbst schaffen. In Kirzners Sicht verfügen Entrepreneure über Informationen, die sie befähigen, Marktineffizienzen innerhalb bestehender Märkte zu entdecken und diese gewinnbringend zu nutzen. Bei Schumpeter erschafft der Entrepreneur hingegen diese Gelegenheiten selbst, und zwar indem er in einem Prozess der „schöpferischen Zerstörung“ (technologische, demografsche, etc.) Veränderungen in der Umwelt nutzt und diese neuartige umsetzt. Wirft man jedoch einen Blick auf verschiedene Gründungsgeschichten, ist eine Reinform dieser Lehren eher selten. Es ist meist eine Mischung aus beidem. Wir haben verschiedene Quellen für Gründungsideen aus beiden Sichtweisen aufgelistet:

Quellen von Gründungsideen

Anomalien aufdecken. Kann das, was derzeit am Markt besteht, besser oder effizienter gemacht werden? Eine Möglichkeit ist, Zwischenschritte aus dem Produktionsprozess zu kürzen. Umgesetzt hat dies beispielsweise die Obenauf Kaffeemanufaktur. Indem sie Zwischenhändler aus dem Kaffeehandel streicht, erhalten die Kaffeebauern einen größeren Anteil des Gewinns und die Transparenz steigt. Auch das Startup Room in a Box will besser machen, wie aktuell Möbel hergestellt werden – nachhaltiger und ressourcenschonender.

Bedürfnisse. Viele Geschäftsideen entstanden daraus, dass Menschen ein Produkt fehlte. Sie haben es dann einfach selbst hergestellt. Dies war beispielsweise beim Startup SugarShape der Fall. Die Gründerinnen fanden nie passende und zugleich schöne BHs in ihrer Größe. Heute stellen sie genau die her. Hat man selbst keine unbefriedigten Bedürfnisse, kann man sich auch über ungelöste Probleme auf Unternehmens- und Kundenseite informieren und versuchen, diese zu lösen. Oft geben auch Erfahrungen aus der Zeit als Angestellte/r wichtige Impulse. Für soziale Startups sind es insbesondere gesellschaftliche Probleme, die sie lösen wollen – mittels ihres Unternehmens.

Hier geht es zu Teil 2: Gründen ohne eigene Idee – geht das?

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