Welcome Ride – das soziale UBER

per Smartphone findet man mit Welcome Ride eine gemeinnützige Mitfahrgelegenheit – nicht gegen Geld sondern gegen Begegnung und Geschichten

17.10.2017 – Mobil sein ohne Auto oder Ticket? Das geht mit den gemeinnützigen Mitfahrgelegenheiten, die über die App Welcome Ride insbesondere für Flüchtlinge angeboten werden. Menschen, die ein ähnliches Ziel haben, werden zusammengebracht – ähnlich wie bei der Ride-Sharing App UBER, nur, dass man anstelle von Geld Geschichten und neue Menschen kennenlernt und vielleicht sogar neue Freunde findet.

Integration benötigt Mobilität

Wenn Flüchtlinge nach Deutschland kommen, leben sie oft isoliert, haben kaum Kontakt zu Einheimischen und sind mobil eingeschränkt. Die Unterkünfte befinden sich meist außerhalb der Städte oder am Stadtrand, während die wichtigen Behördengänge im Stadtzentrum getätigt werden müssen und das kulturelle und soziale Leben sich dort abspielt.

Die Macher der Internetseite Welcome Ride möchten den Geflüchteten, Einwanderern und allen anderen bedürftigen Menschen, den Weg erleichtern. Seit Januar bieten sie und rund 100 Freiwillige kostenlose Mitfahrgelegenheiten für Flüchtlinge an, bisher insbesondere in München.

 

Münchens lebendige Start-up Szene hinter Welcome Ride

Der studierte Informatiker Mátyás Albert Nagy ist der Initiator von Welcome Ride. Die vier Münchner Startups SHÄRE, JustRocket, Startup Communication und Designstudio Daumenkino arbeiten auf ehrenamtlicher Basis an dem Projekt.

Um sich in der App anzumelden braucht man lediglich eine Email-Adresse, einen Facebook- oder Twitter-Account und ein Auto natürlich, wenn man sich als Fahrer registriert. Selbst chatten könne man vorab untereinander, um den anderen oder die andere kennenzulernen.

 

Viele Flüchtlinge mit Skepsis

Eine Sicherheit, ob man auch wirklich die Person antrifft, die sich auf dem online Profil darstellt, ist weder für Fahrer noch für Mitfahrer gewährleistet. – Ähnlich wie bei couchsurfing, airbnb oder Sharing-Diensten weiß man bis zum Schluss nicht, wer genau einen erwartet. Die Skepsis sei bei den Flüchtlingen aber am Größten, heißt es in einem Interview mit den Start-up-Gründern. In Deutschland sind sharing-websites bereits bekannt. Man teilt ein Auto, bietet die eigenen vier Wände Fremden an, wenn man verreist – die Zweifel sind sehr gering. Eingewanderte aus Ländern, in denen diese Dienste nicht verbreitet sind, begegnen Welcome Ride auch mit Skepsis.

Geht man mit dem Unternehmen einen Vertrag ein? Hat das eventuell Einfluss auf meinen aktuellen Flüchtlingsstatus, werde ich dadurch vielleicht sogar abgeschoben? – Diese Fragen gehen einigen durch den Kopf. Daher ist es wichtig, dass das Projekt durch Empfehlungsmarketing weitergegeben wird und von persönlichen Erfahrungen lebt. Und positive Erfahrungen gibt es genug. Wie im TV-Beitrag auf BR zu sehen ist, treffen sich Fahrer und Mitfahrer auch nach der Fahrt mal auf ein Bier und sogar Freundschaften seien durch eine geteilte Fahrt schon entstanden.

Autorin: Hannah Redders

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