„The Ocean Cleanup“ will die Weltmeere vom Plastikmüll befreien

The Ocean Cleanup

28.05.2015 – Mit seinem zukunftsweisenden Projekt The Ocean Cleanup will ein junger Niederländer die Weltmeere vom Plastikmüll befreien. Hierzu hat er eine Plastiksammelstation entworfen, die im Ozean verankert werden und unter Ausnutzung der Meeresströmung über Jahre hinweg den Plastikmüll einsammeln soll.

Unsere Meere sind voll davon: Plastikmüll. Es existieren 5 riesige Müllwirbel, der bekannteste davon ist der sogenannte Pazifische Müllstrudel, bei dessen geschätzter Ausdehnung von der doppelten Fläche Deutschlands bis zur doppelten Fläche der USA ausgegangen wird. Pro Jahr landen schätzungsweise weitere 100 Millionen Tonnen Plastik aus Flüssen, von Schiffen und küstennahen Deponien im Meer.

Das große Problem dabei ist, dass sich Plastik nicht zersetzt, sondern in immer kleinere Teile zerfällt. Tausende Fische, Vögel, Meeressäuger und andere Meeresbewohner verenden jedes Jahr qualvoll weil sie die Plastikteile für Nahrung halten und fressen. Durch Fische, die zum Beispiel im Meer befindliches Mikroplastik in sich aufnehmen, gelangt das Plastik auch in die menschliche Nahrungskette.

Die Idee von „The Ocean Cleanup“

Die Idee zu diesem außergewöhnlichen Projekt hatte der 20-jährige Student Boyan Slat als er bei einem Tauchurlaub mehr Plastikmüll als Fische zu sehen bekam. Er musste etwas tun und begann zusammen mit einem Freund an seiner Idee des „Ocean Cleanup“ zu arbeiten. Für sein Engagement erhielt Boyan Slat 2014 den Champions of the Earth-Award der UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen.

Die Anlage ist folgendermaßen konzipiert: Die an der Meeresoberfläche treibenden Plastikteile werden von der Strömung in zwei 50 km lange schlauchartige Fangarme, die V-förmig angeordnet sind, getrieben. An den Fangarmen hängen 3 Meter lange flexible Barrieren, vergleichbar mit Vorhängen.

Plastikstücke ab einer Größe von ca. 2 Zentimetern werden an den Barrieren zurückgehalten, Fische und Plankton können jedoch darunter hindurchschwimmen. Das Plastik wird zum Zentrum der Anlage getrieben, wo es komprimiert und gelagert wird. Der so gesammelte Plastikmüll wird mehrmals jährlich von den Plattformen abgeholt und könnte an Land recycelt werden. Dies würde dem Projekt geschätzte Einnahmen von mehr als 50 Milliarden Euro einbringen, die wieder in das Projekt zurückfließen könnten.

Die Plattform und die Fangarme sollen in 4 Kilometern Tiefe am Meeresboden verankert werden, um ein Abdriften zu verhindern. Die Stromversorgund der Anlage soll durch Solarpanels auf dem Dach der Plattform gewährleistet werden.

Slat hat es mit seiner Crowdfunding-Aktion 2014 geschafft 2,1 Millionen Dollar zu sammeln. Dieses Geld soll für Bau und Installation des ersten Prototyps verwendet werden, der 2 Millionen Euro kosten wird. Inzwischen konnte Slat weit über hundert Mitstreiter – meist Ingenieure und Wissenschaftler – gewinnen. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen zu Slats Projekt, denn viele halten den Plan für nicht realisierbar.

Schwer kalkulierbar sind hierbei die enormen Kräfte, die durch meterhohe Wellen insbesondere bei Stürmen auf die gesamte Anlage einwirken können. Auch ist noch nicht endgültig geklärt, inwieweit die Anlagen Auswirkungen auf die Meeresbewohner haben werden.

(Autorin: Isabel Althön)

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