„Soziales Plastik“? Die „Plastic Bank“ macht es möglich

12.01.2018 – Eine Bank, die Plastik nimmt. Das ist die Kurzfassung von David Katz’ Idee. Im März 2013 gründete er die „Plastic Bank“. Das Sozialunternehmen bekämpft sowohl den Plastikmüll, der jedes Jahr in unsere Meere gelangt, als auch die Armut in Entwicklungsregionen.

Der Wert von Plastik

Die „Plastic Bank“, die ihre erste Fiale in Lima, Peru hatte, setzt auf die Crowd: Menschen, die weggeworfenes Plastik sammeln, können die Flaschen, Kunststoffbehälter und Tüten bei der Plastic Bank eintauschen. Zum Beispiel gegen Strom fürs Handy, gegen Internetnutzung oder auch gegen Bares. Der Gründer David Katz möchte mit diesem Tausch den Wert des Plastiks stärker ins Bewusstsein rücken. Gleichzeitig bietet das Plastiksammeln Menschen mit einem sehr geringen Lebensstandard eine Perspektive. Das abgegebene Plastik wird zerkleinert, abtransportiert und recycelt. Zum Beispiel zu Plastikfäden für 3-D-Drucker. „Filament“ heißt das so entstehende Material, aber bekannter ist es unter der Bezeichnung „Social Plastic“.

Plastikmüll in Haiti

Zugang zu Technologie, Strom, Innovation

Apropos 3D-Drucker: Die sollen den Plastiksammlern in den kleinen Plastikbanken zur Verfügung stehen. Mithilfe des recycelten Plastiks und frei verfügbarer Designs können sich die Menschen dringend benötigte Gegenstände selbst ausdrucken. So gelangt der Plastikmüll nicht mehr in die Weltmeere, und verhilft gleichzeitig Menschen zu mehr Möglichkeiten.

David Katz’ Plan hat das Zeug zur Revolution. Doch die Menge an Plastikmüll, die es zu bekämpfen gilt, liegt bei etwa 8 Millionen Tonnen im Jahr. Ein langer Weg bis zum Ziel. Im Fokus des Gründers: Drittwelt- und Schwellenländer, die keine funktionierende Abfallversorgung haben. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Shaun Frankson expandierte David Katz im letzten Jahr nach Haiti.

Abwiegen von Plastikmüll bei der Plastik Bank

Ein deutsches Unternehmen als Partner

Für die Verbreitung von „Plastic Banks“ sind neben den bisherigen Erfolgen der Gründer zwei weitere Faktoren entscheidend. Zum Einen, erneut, die Crowd: Das Projekt bittet in den sozialen Medien um Likes und Mithilfe. Zum Anderen wirtschaftlich starke Partner, die das recycelte Produkt abnehmen. Mit der Firma Lush hat die Plastic Bank einen ersten Partner gewonnen. Die Kosmetikfirma stellt Shampooflaschen aus „Social Plastic“ her.

Plastikflaschen für ein Aufladen des Handyakkus

 
Weitere Rückendeckung kommt von einem deutschen Unternehmen: Henkel kooperiert seit kurzem mit der Plastic Bank, um deren Arbeit in Haiti zu unterstützen. Das Unternehmen möchte das recycelte Plastik in ihre Produktionsketten einbauen.

Für ihr Engagement ist das kanadische Sozialunternehmen vor kurzem vom Vatikan geehrt worden. Ihr extrem ehrgeiziges Ziel, die Weltmeere vom Plastikmüll zu befreien und dabei die Armut zu beenden, ist zwar noch in weiter Ferne. Aber die Aufmerksamkeit für das Unternehmen und ihre Projekte wächst täglich.

Dieser Artikel erschien in einer geänderten Fassung zunächst auf codecheck.info. Bilder mit freundlicher Genehmigung der Plastic Bank.

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1 Kommentar zu "„Soziales Plastik“? Die „Plastic Bank“ macht es möglich"

  1. Angelika Hanke-Schramm | 3. April 2018 um 21:22 | Antworten

    Ich sehe gerade eine Sendung über Plastikmüll. Die Tiere verenden am Plastikmüll. Die Welt wird vermüllt durch unseren Wohlstand.
    Allein die Trinkhalme produzieren einen gewaltigen Müllberg.
    Microplastik befindet sich in Quallen oder Fischen. So gelangt es in die Nahrungskette.
    Wir müssen uns organisieren, die Küsten und Strände reinigen. Sonst gibt es nur noch Plastik statt Plankton.
    Machen wir die Welt sauber!

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