Ich wünschte, ich könnte Gedanken lesen – Norbert Lang von Enactus

Norbert Lang EnactusNachdem wir gestern ein Interview mit Anna Wolff veröffentlicht haben, möchten wir heute ein weiteres Interview mit einem Enactus-Mitglied präsentieren. Darin erklärt Norbert Lang, was ihn zu Enactus der Uni Frankfurt geführt hat und was ihn antreibt.

Norbert, du bist einer der neuen Teamleiter bei Enactus Goethe Universität Frankfurt. Wie bist du zu Enactus gekommen?

Ein Freund von mir war lange Zeit Mitglied bei Enactus Mannheim und erzählte mir vor ca. 2 Jahren schon von dieser Studentenorganisation. Ich weiß noch, dass ich das Konzept, einem Unternehmen einen stärkeren gesellschaftlichen Auftrag zu erteilen, damals schon sehr spannend fand. Als dann ein Jahr später die Zusage für den Master in Frankfurt ins Haus flatterte, war eines der ersten Dinge, über die ich mich schlau machte, ob es dort auch Enactus gibt und siehe da, es hatte sich einige Monate zuvor gegründet.

Du studierst Psychologie auf Master. Was aus dem Studium kannst du bei Enactus anwenden?

Ich wünschte, die Vorurteile wären wahr und ich könnte Gedanken lesen – das wäre mal eine nützliche Fähigkeit. In Wirklichkeit beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit der Arbeits- und Organisationspsychologie, die sich im Wesentlichen mit der Steigerung von Wohlbefinden und der Leistungsfähigkeit des Menschen in Organisationen auseinander setzt.

Direkt anwenden lassen sich die entsprechenden Theorien und Modelle zwar nur bedingt, sie sensibilisieren jedoch für bestimmte Aspekte der Arbeit bei Enactus. Das kann der wertschätzende Umgang innerhalb des Teams sein, um beispielsweise das Gemeinschaftsgefühl zu steigern, oder auch der Einsatz von Tools für effiziente Arbeitsgestaltung und Kommunikation.

Um bei Enactus mitmachen zu können, ist es aber viel wichtiger, dass man Neugierde zeigt und bereit ist, sich neue Fähigkeiten für eine entsprechende Situation anzueignen. Wer daran Spaß hat, ist bei uns genau richtig.

Kannst du uns etwas über die derzeitigen Projekte erzählen?

Momentan haben wir sechs laufende Projekte, die sich alle ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Problemen annehmen. Die Bandbreite geht von der Arbeit mit einem Flüchtlingsheim, über ein Fotoprojekt mit Obdachlosen bis hin zur Produktion von Handy- und Laptoptaschen durch die Justizvollzugsanstalt. Am besten gehe ich mal exemplarisch auf ein Projekt näher ein:

Bei der Frankfurter MainKiste beispielsweise arbeiten wir zusammen mit den Praunheimer Werkstätten, einem Verbund aus drei Werkstätten für Behinderte. Um deren Auslastungsproblem entgegen zu treten, haben wir eine hochwertige Präsentkiste mit regionalen Spezialitäten entwickelt. Die Schreinerarbeiten, Konfektionierung, das Bedrucken und den Versand verwirklichen alles die Werkstätten selbst. Wir kamen mit der Idee, haben zu Anfang eine Marktanalyse gemacht, das ganze initiiert und kümmern uns nun um die Planung und das Marketing. Die Frankfurter MainKiste ist eine kreative Geschenkidee für Privatleute, aber auch für Unternehmen, die ein Stück Frankfurt verschenken und gleichzeitig etwas Gutes tun wollen.

Wie sind die Zukunftspläne der Enactus Goethe Universität Frankfurt?

Unser wichtigstes Ziel ist, die laufenden Projekte auszubauen mit dem Zweck, die Perspektiven und Lebensumstände von noch mehr Menschen positiv zu beeinflussen. Darüber hinaus soll der Bekanntheitsgrad von Enactus Goethe Universität Frankfurt gesteigert werden – an der Universität, aber auch im gesamten Rhein-Main-Gebiet.

Auch wollen wir einen festen Hauptsponsor für das Team Goethe Universität Frankfurt gewinnen, um die anstehenden Herausforderungen mit einem starken Partner an unserer Seite anzugehen und um uns weniger auf finanzielle bzw. mehr auf inhaltliche Aspekte konzentrieren zu können.

Was ist Dein Lieblings-Sozialunternehmen?

Am nächsten fühle ich mich mit den Praunheimer Werkstätten verbunden. Das liegt zum einen daran, dass ich mit dem Projekt Frankfurter MainKiste bei Enactus angefangen habe, zum anderen, dass die Einrichtung mich an mein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Körperbehindertenschule erinnert und die Werkstätten immer positive Assoziationen bei mir wecken…

Möchtest du zum Abschluss noch ein paar Worte zu Dir selbst sagen?

Ich lese gerade ein Buch, das unter Anderem für weniger Egozentrismus plädiert. Das nehme ich mal als Anlass und möchte lieber dem gesamten Team inklusive Advisors mein herzliches Lob aussprechen. Ich bin immer noch beeindruckt, was wir in nur einem Jahr geschafft haben. Ganz besonderer Dank gebührt da natürlich Anna und Marius, die die Teamleiterposten an Saskia und mich weitergegeben haben. Ohne die beiden wären wir sicherlich nicht so weit gekommen.

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