macroplastics – Müll im Meer auf der Spur

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© Macroplastics – Rosanna Schöneich

29.03.2017 – Es ist ein Thema, das uns alle angeht: die zunehmende Verschmutzung unserer Weltmeere! Eine norddeutsche Forschergruppe – Macroplastics – untersucht nun mit Hilfe kleiner Holztafeln die Wege, die der Müll in der Nordsee zurücklegt.

In den Weltmeeren treibt immer mehr Plastikmüll – mit katastrophalen Folgen für die Ökosysteme. Leider verstehen wir noch immer viel zu wenig über die Verbreitung und Verteilung des Plastikmülls im Meer. Das Forschungsprojekt Macroplastics möchte nun herausfinden, welche Routen der Müll nimmt und welche Distanzen er zurücklegt. Wo verteilt er sich an den norddeutschen Küsten und woher genau kommt er?

Den Weg des Mülls zurück verfolgen

Zu diesem Zwecke setzen die Wissenschaftler unter anderem nummerierte Holztafeln – sogenannte Drifter – ein, die an bestimmten Stellen ins Meer geworfen werden. Anhand der späteren Fundorte der Holztafeln können unter anderem die zurückgelegten Routen und Distanzen berechnet werden. Die Daten sollen aber auch neue Erkenntnisse zu Anreicherungsarealen von Plastikmüll im Meer sowie eine verbesserte Identifizierung der Müllquellen (Flüsse, Tourismus, Schiffahrtswege) möglich machen. Zukünftig sollen durch die gewonnenen Daten unter anderem effektive Vermeidungsstrategien entwickelt werden.

Die Bevölkerung soll sensibilisiert werden

Neben der Gewinnung valider Daten für die weitere Forschung erhoffen sich die Wissenschaftler durch das Projekt auch eine Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema „Müllverschmutzung der Meere“. Die Menschen sollen auf das Problem von unsachgemäßer Müllentsorgung aufmerksam gemacht und zur Vermeidung bzw. sachgemäßen Müllentsorgung animiert werden. Experten schätzen, dass ca. zehn Prozent der weltweit jährlich produzierten 300 Millionen Tonnen Plastik in die Weltmeere gelangen.

Mehrere Institute arbeiten Hand in Hand

Das interdisziplinär zusammengesetzte Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Wolff vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM Oldenburg) setzt sich unter anderem aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des ICBM, des Instituts für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) sowie Physikalischen Ozeanographen, Geoökologen und Umweltplanern zusammen. Bis 2020 wird das Forschungsprojekt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit knapp 1,5 Millionen Euro gefördert.

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© Macroplastics – Sibet Riexinger

Hergestellt wurden die Holz-Drifter von der Werkstatt der Gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH Wilhelmshaven (GPS) in Jever. Mittels Brennstempel wurde der Text aufgebracht und jeder Drifter mit einer individuellen Nummer versehen. Hierdurch kann jeder wiedergefundene Drifter seinem Auswurfszeitpunkt und Auswurfsort zugeordnet werden. In den kommenden zwei Jahren sollen an 14 Orten 100.000 weitere Drifter ausgebracht werden: im Elbe-Weser-Dreieck, auf den Inseln, vor Helgoland, in Ostfriesland sowie in Ems, Elbe und Jade.

Wie und wo kann man gefundene Drifter melden

Die Wissenschaftler benötigen für die weitere Forschung unbedingt die Mithilfe der Bevölkerung. Die angelandeten Drifter sollten zeitnah mit genauem Fundort gemeldet werden. Wer einen Drifter gefunden hat, kann diesen auf der Macroplastics-Projektseite oder über die Smartphone-App BeachExplorer melden. Die App ermöglicht neben der Drifter-Meldung auch die Identifizierung und Meldung diverser anderer Strandfunde (Müll etc.). Gefundene Drifter dürfen die Finder nach der Meldung als Andenken behalten oder (ebenfalls nach Meldung) an der Fundstelle wieder ins Wasser werfen.

(Autorin: Isabel Althön)

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