Total verschimmelt – Ecovative baut Häuser aus Pilzen

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Pilze in der Hauswand? Normalerweise ein Horror für jeden Hauseigentümer. Beim kleinen US-Startup Ecovative (www.ecovativedesign.com) aus New York aber werden Pilzkulturen gezielt gezüchtet, um traditionelle Dämmstoffe zu ersetzen.

Plastik, Styropor und verwandte Produkte sind strenggenommen Sondermüll und überdauern 10.000 Jahre und mehr, ohne sich zu zersetzen. Selbst für die Natur, insbesondere die Weltmeere, ist Styropor schon längst zur großen Gefahr geworden. Doch ein buntes Team aus Wissenschaftlern, Ingenieuren, Produktentwicklern und Designern arbeitet zielstrebig daran, den Verpackungs- und Dämmungsmarkt zu revolutionieren.

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Ecovative – Willkommen im Zeitalter der Pilze

Mykologie – das ist die Wissenschaft von den Pilzen. Und mit der Anwendung mykologischer Technologien hat es das kleine Unternehmen Ecovative zum Weltmarktführer in der Herstellung von Verbundmaterial geschafft. Das Prinzip klingt simpel: durch die Vermischung landwirtschaftlicher Abfälle wie Weizenspreu, Maisblätter oder Sägespäne mit Pilzkulturen entsteht nach einigen Tagen bis Wochen eine kompakte Masse, die ofengetrocknet und dann im Block für Produkte weiterverarbeitet wird. Das Material selbst ist u.a. als Verpackungsmaterial, in Form von Surfbrettern oder Autoteilen bereits seit mehr als drei Jahren auf dem Markt. Mit dem „Tiny Mushroom House“ hat Ecovative nun einen neuen Coup gelandet: ein Mini-Holzhaus – wasserdicht, chemiefrei, brandsicher und komplett recyclebar. Die Trockenpilz-Platten können im Internet inklusive Bauanleitung bestellt werden.

Kein Ende in Sicht

Die Mission von Ecovative ist es, nach und nach so viele umweltschädliche Materialien wie möglich durch einen nachhaltigen Pilz-Baustoff zu ersetzen. Die preisgekrönte Technologie ermöglicht eine breite Palette von Einsatzmöglichkeiten. So hat das Unternehmen kürzlich auch ein „Mushroom Surfboard“ auf den Markt gebracht. Auch Kerzenschalen, Pflanzgefäße oder Pinnwände sind in deren Onlineshop erhältlich. Ein weiteres Ziel sind z.B. medizinische Implantate. Wer neue Produktideen für die Anwendung der Pilzkulturen hat, ist ausdrücklich aufgefordert, sich mit dem Unternehmen in Verbindung zu setzen.

(Autorin: Stefanie Engelbrecht)

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