Interview mit Florian Tolkmitt von deeliva.com

interview deeliva

Links: Thomas Grafe; Rechts: Florian Tolkmitt

Lokale Produkte auf dem Smartphone online einkaufen und schnell liefern lassen? Das geht! deeliva (www.deeliva.com) startet einen Online-Marktplatz für Sofortlieferungen, auf dem lokale Produkte angeboten werden. Im Interview spricht Thomas Grafe mit Florian Tolkmitt, Gründer von deeliva, über die neuartige Einkaufsplattform.
 
 
 

Kannst du uns deeliva in ein paar kurzen Sätzen beschreiben?

deeliva wird ein Internetmarktplatz für Sofortlieferungen auf lokaler Ebene. Wir wollen Lieferanten mit Kunden verknüpfen; und zwar immer so, dass die Distanz zwischen Beiden so kurz wie möglich ist, damit eine schnelle Lieferung gewährleistet werden kann. Idealerweise soll eine Lieferung zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich sein, damit kein CO2 ausgestoßen wird und keine großen Transportverpackungen notwendig sind.

Welche Produkte sollen bei deeliva angeboten werden?

Das möchten wir gerne den Lieferanten selbst überlassen. Wir wollen die größtmögliche Flexibilität in Bezug darauf geben, was für Produkte sie anbieten und zu welcher Uhrzeit sie zur Verfügung stehen. Ein Beispiel: Wenn jemand weiß, dass er in einer Gegend mit vielen jungen Eltern lebt und diese oft am Sonntag Windeln benötigen, dann soll der- oder diejenige auch die Möglichkeit bekommen, über unsere Plattform Windeln anzubieten. Wir wollen generell keine Einschränkungen machen und alles möglichst offen gestalten – natürlich nur, solange die Produkte nicht illegal sind.

Wer soll die Produkte liefern?

Auf der einen Seite zielen wir auf Arbeitslose, Rentner, Studenten und vielleicht auch auf Menschen mit Migrationshintergrund, die sich über diese ganz einfache Tätigkeit der Lieferung etwas Geld dazuverdienen möchten und denen dieser Nebenverdienst wirklich helfen kann. Langfristig wollen wir aber auch hier offen sein und generell möglichst vielen Leuten die Möglichkeit geben, unsere Plattform zu nutzen.

Marktplätze haben ja immer zwei Seiten. Wer ist die zweite Gruppe?

Die zweite Zielgruppe sind die bestellenden Kunden. Auf der Kundenseite gibt es viele Menschen, die sich nicht selbst versorgen können, die beispielsweise Essen auf Rädern beziehen oder generell Schwierigkeiten haben, einzukaufen. Diese Menschen möchten wir mit vertrauenswürdigen Lieferanten verknüpfen und Unterstützung bei den täglichen Besorgungen bieten. Daneben gibt es natürlich auch Menschen, die gerade ein „akutes Bedürfnis“ haben und aus verschiedenen Gründen (z.B: Gemütlichkeit, Stress) lieber etwas bestellen möchten als sich selbst um den Gang zu kümmern.

Langfristig gibt auch noch eine dritte Gruppe: Die lokalen Einzelhändler. Wir gehen davon aus, dass Produkte, die auf lokaler Ebene geliefert werden, auch beim Einzelhändler um die Ecke eingekauft werden, damit es schnell geht. So bekommt das Geschäft des Einzelhändlers eine indirekte Online-Präsenz, ohne diese selbst aufbauen zu müssen. deeliva hilft den Einzelhändlern insofern, dass sie die Möglichkeit bekommen Lieferungen durchzuführen. Mittel- bis langfristig gehen wir davon aus, dass die Lieferanten Preisnachlässe von den Einzelhändlern verhandeln können, so dass die Produkte für die Kunden zu attaktiven Preisen angeboten werden können. Dies soll natürlich nicht zur Kanibalisierung zwischen den Lieferanten oder unter den Einzelhändlern führen. Das Bewusstsein der Verbraucher für nachhaltige Produkte ist bereits da. Der Schritt zur nachhaltigen Lieferung ist also nicht mehr weit entfernt.

Wo und wann werdet ihr starten?

Wir wollen in Frankfurt starten, weil wir hier vor Ort sind und auch hier im Social Impact Lab sitzen. Wir wollen voraussichtlich noch in diesem Sommer mit einem Prototypen direkt in den Markt. Nachdem wir damit erste Erfahrungen gesammelt haben, geht es an die Entwicklung einer App für alle gängigen Systeme.

Es gibt mittlerweile viele Lieferdienst-Plattformen. Was ist das Besondere an deeliva?

Wir verbinden Menschen! Wir geben dem sonst so „anonymen Lieferanten“ schon bei der Bestellung ein Gesicht und einen Namen. So entstehen soziale Kontakte in der Nachbarschaft. Wir wollen mit unserer Plattform die lokale Verfügbarkeit von Waren aufzeigen, die sonst auf unnötige Weise in aufwendigen Transportverpackungen hunderte Kilometer durch die Republik transportiert werden. Und wir wollen Sofortlieferungen an jeden Ort ermöglichen.

An jeden Ort? Wie kann man sich das genau vorstellen?

Eigentlich ist das ganz einfach. Wir stellen ja eine lokale Verknüpfung zwischen Kunden und Lieferanten her. Dazu nutzen wir – so wie beim Navigationssystem im Auto – die Geokoordinaten der beiden. Mit den Daten können wir dem Lieferanten auch ein Ziel in einem Park als Lieferort benennen. So kann der Kunde z.B. gerade in der Sonne am Flussufer liegen und sich kühle Getränke bestellen, die dann direkt dorthin geliefert werden.

Da entsteht natürlich sofort ein interessantes Bild im Kopf!

Ja, deshalb möchten wir auch mit dieser „besonderen“ Art der Lieferung beginnen und die anderen Beispiel über die wir gesprochen haben nach und nach etablieren. Da es bald losgehen soll, suchen wir aktuell noch Interessenten, die von Anfang an als Frankfurter Lieferanten mit dabei sein möchten. Die Anmeldung kann über www.deeliva.com erfolgen.

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