Crowd-Finanzierung des zweiten Solarcontainers gestartet

Mobiles Solarkraftwerk 29.06.2015 – Nachdem der erste Container in weniger als 90 Stunden auf der Plattform bettervest finanziert wurde startet nun die Finanzierung des zweiten mobilen Solarkraftwerkes. Auf der Plattform Greenvesting können Nutzer mit einer Mindestinvestition von 100 Euro nun in das Projekt investieren.

In weniger als 90 Stunden wurde der erste Container der mobilen Solarkraftwerke über die Crowdfunding-Plattform bettervest im März finanziert – ein Rekord für die Plattform. Auf der Plattform Greenvesting kann man sich nun an dem zweiten Container per Crowdfunding beteiligen.

Benötigt werden mindestens 86.000 Euro – das Limit liegt bei 107.700 Euro. Dafür bekommen Anleger eine jährliche Verzinsung von 9% über eine Laufzeit von 7 Jahren.

Der erste Container hat nach einer erfolgreichen Testphase das Werk verlassen und wird derzeit nach Afrika verladen. Stationiert wird es in Mourdiah. Der aktuelle Container wird im Dorf Konna in der Provinz Mopti aufgebaut. Bisher werden in dem Dorf Konna ausschließlich alte Dieselgeneratoren zur Stromproduktion eingesetzt. Diese sind verschmutzen durch ungefilterte Emissionen die Umwelt und sind neben der großen Lärmbelastung noch sehr teuer. Durch das mobile Solarkraftwerk möchte Charlie Njonmou, Geschäftsfüher der Mobile Solarkraftwerke Afrika GmbH & Co. KG aus Eschborn, ein Teil der Dieselgeneratoren ausrangieren.

Baufortschritt des ersten mobile Solarkraftwerks

Baufortschritt des ersten mobile Solarkraftwerks

“Mit unserem mobilen uns schlüsselfertigen Solarkraftwerk bieten wir eine bezahlbare und nachhaltige Lösung für die Energieprobleme außerhalb großer Städte Afrikas. Wir sind froh auch Konna grünen Strom bringen zu können”, sagt Charlie Njonmou.

Der Container wird mittels eines Mietmodells zu festen Monatsraten verkauft bis die Investition der Kleinanleger armotisiert ist. Ab diesem Zeitpunkt bekommen die Dörfer und Institutionen kostenlosen und erneuerbaren Strom. Vergleicht man Anschaffung und Finanzierung von Dieselgeneratoren mit unseren Solarkraftwerken, lassen sich in 20 Jahren pro Standort mindestens 250.000 Euro Kosten einsparen.

Die Steuerung und das Management des Projektes läuft wie bei dem ersten Container von Deutschland aus – deutschsprachige Servicepartner in Westafrika kümmern sich vor Ort um Betrieb und Wartung der Solaranlage.

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5 Kommentare

  1. Erik Baer /

    Hallo!
    Ich verstehe nicht was daran ein soziales Projekt sein soll.
    9% Rendite, die Technik ist um mindestens 30% teurer als vergleichbare installationen, und die Schaffung lokaler Arbeitsplätze ist auf ein minimum reduziert.
    Das Dorf zahlt einen garantierten und um ca. 20% höheren Preis als für den Diesel, und kriegt die Eigentumsrechte erst nach 11 Jahren, wobei der langfristige Service gar nicht gesichert ist, und die Komponenten nicht Tier-1 supply. Das die batterien bei täglichem Be-und Entladen in spätestens ca.6-8 Jahren kaputt gehen und komplett ausgetauscht werden müssen, ebenso wie der Wechselrichter, wird auch nirgendwo erwähnt.

    Was ist daran social ?

  2. Solarteur /

    Hallo,
    ich denke es kann durchaus ein soziales Projekt sein: (Hier mal Informationen aus meiner Erfahrung und die ich aus dem Projektinformationen des ersten Containers hatte.)
    1. Wenn man in Afrika Geld von der Bank haben möchte sind die Zinsen dort zumeist deutlich höher. Ich kenne da Aussagen von 15% und mehr Zinsen. Daraus folgt das viele überhaupt kein Geld aufnehmen und Projekte gar nicht erst umgesetzt werden.
    2. Meines Wissens ist das Projekt durchaus mit einem Service und Rücklagen für Technik ausgestattet.

    Ich finde es daher eine pfiffige Idee und durchaus sozial, da die Leute vor Ort sonst gar keinen Strom hätten und der Solarstrom definitiv nicht teurer ist als der Strom aus Dieselgeneratoren. Abgesehen von der Umweltverschmutzung.

    • Erik Baer /

      Danke für ihre Antwort Solateur!
      Der Ansatz ist absolut sinnvoll! Ich selbst bin in Ostafrika engagiert und berechne zurzeit vegleichbare off-grid projekte, mit erheblich niedrigeren Kosten.
      Für ein vergleichbares Projekt mit garantierter Vergütung stehen Finanzierungskanäle zur Verfügung , z.B. durch die Weltbank, die African Developtment Bank und der KfW. Dazu kommen privat aufgesetzte Investments-Fonds, jeweils mit vergleichbaren oder teils erheblich niedrigeren Zinsen (oder sogar zinnslos).
      Nach meinem Verständnis des Prospekts wird die Bereitstellung von Service an den langfristigen Erfolg und das Wachstum von Africa Greentech gekoppelt, einem start-up. Ohne weitere Container, also auch nicht sicher maintenance ( in 10-15 Jahren, wenn es am wichtigsten wird für die Lebensdauer). Rücklagen von 2% sind ohne lokale Ersatzteil- und Logistikstruktur erstaunlich wenig.

      Der Ansatz ist in der Tat pfiffig, und Solar ist eindeutig die bessere Alternative zu Diesel oder sogar fehlenden Strom. Viele Start-ups und global Player arbeiten derzeit an entsprechenden Umsetzungen. Die Lösung mit Container wirkt allerdings hier eher wie Investorenschutz (aus meiner Perspektive, lasse mich da gerne eines besseren belehren!). Der Transport des Materials findet eh per Container statt, deutsche Ingenieure einfliegen zur lokalen Montage wäre immernoch billiger als dieses Projekt. Der Mehrwert,der die erheblich höheren Kosten rechtfertigen würde, erschliesst sich mir nicht.
      Noch eine Bemerkung am Rande: wenn man mit 30 kW peak 80 Haushalte versorgen will (oder sogar bis zu 1000 Menschen wie angegeben), bedeutet dies etwa 0,4 kWp pro Haushalt (oder 30 Watt pro Person). Also im Tagesmittel etwa 0,3 kW Leistung.
      Für diese extrem niedrige Leistung pro Haushalt gibt es hervorragende Konzepte, z.B. von Mobisol. Voll vorfinanziert, Kosten etwa 200 USD pro Haushalt. Ist nach 3 Jahren abbezahlt und geht dann in den Besitz über. Da hat man dann nen Fernseher, nen Kühlschrank, Licht und Handyladung zuverlässig versorgt. mit 300 Watt im Schnitt lässt sich kaum was betreiben, geschweige den der Wachstum des Bedarfs bedienen.

      Auch einfach einen fuel-saver zur Kombination von Diesel und PV zu installieren wäre hier sinnvoll (PV-Hybrid). Die zu erwartenden Kosten liegen hierbei etwa bei 50-60% desvorliegenden Projekts.

      Es gibt Lösungen,bei denen die Dorfgemeinschaft ab dem ersten Tag Geld spart, unabhängig von zukünftigen Preis-entwicklungen (welche spekulativ sind). Hier zahlt sie zunächst drauf.
      Ich freue mich darauf, das meine vermeintlichen Denkfehler aufgedeckt und berichtigt werden, sehe den sozialen Aspekt des Investorenschutzes,der hohen Kosten und der langen Laufzeiten der Verträge nicht.

      Mit freundlichen Grüßen,

  3. Solarteur /

    Hallo Herr Baer,
    ich denke das die Ansätze des Containers in eine völlig andere Richtung gehen als das Mobisol Konzept (Was ich zu den besten Konzepten in dem Bereich zähle) Ich will damit sagen das hier ein anderes Segment bedient wird.
    Die Preise von mobisol sind mir nicht bekannt, jedoch kann ich mir nicht vorstellen das 400wp Solarmodule die einen Installateur schon mindestens über 200 € netto im Einkauf kosten in dem System verbaut sind. Dazu kommt noch Laderegler, Batterie etc.
    Das Containerprojekt hat den Vorteil das durch die große Leistung in der Hinterhand auch Verbraucher wie Kühlschränke angefahren werden können. (Die Anlaufströme sind dort sehr hoch und mit 300 w Leistung eines Wechselrichters kann man diesen nicht anlaufen lassen).
    Die Projekte wie Mobisol sind sehr gut geeignet für einen klar begrenztem Stromverbrauch. Das Containerprojekt hat mehr Leistungsreserve. Der container ist mit Lithiumbatterien ausgestattet. Die kosten natürlich wesentlich mehr als Blei, aber die Lebensdauer wird besser sein, auch ist die be und Entladeeffizienz um gute 10% besser.
    Zu den Kosten ich habe mal nachkalkuliert was ein Container mit meinen Modulen und Batteriepreisen gekostet hätte, ich hätte den nicht für den Preis anbieten können. (zumindest hätte ich dann nichts mehr verdient dran.) Ich denke das ist schon ein guter Preis.
    Das die kfw solche Projekte ohne Probleme zu geringeren Kosten finanziert ist mir neu. Ich war neulich auf einer Veranstaltung im Fraunhofer Institut, und hatte dort gehört das es sehr problematisch ist für solche Projekte Gelder zu bekommen. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren und lerne dazu!
    LG
    Jojakim Sames

  4. Erik Baer /

    Danke für Ihre Antwort Herr Sames!

    Mobisol bietet derzeit eine Anlage mit 4 Lampen, Laptop- und multiple Handycharger für ca. 200 $ an, vollständig vorfinanziert. Die Version mit zusätzlich Fernseh-betrieb und Kühlschrank kostet meines Wissens zwischen 400-500 $.
    Bei anvisierten 1000 versorgten Personen ergibt sich ein Watt-peak von ewa 300 W pro Person,welches unterhalb der Mobisol-Lösung liegt, daher mein Vergleich. Die Versorgungsleistung bei Nacht (Abend) durch die integrierten Li-Io halt ich für sehr eingeschränkt,die Kleinwindanalgen leisten da kaum einen Beitrag. Gerne lasse ich mich durch die Erfolge eines Besseren belehren,bleibe allerdings zunächst sehr skeptisch. Der betonte, hohe soziale Aspekt einer Lösung,die zunächst höhere Stromkosten für die lokale Bevölkerung zur Folge hat ohne lokale Wertschöpfung, sowie nicht skalierbar ist, will sich mir einfch nicht erschliessen. 🙂

    Tatsächlich ist die Finanzierung von kleineren Entwicklungsprojekten eine große Herausforderung, es gibt jedoch einige interessierte, auf Rural Electrification spezialisierte Funds, sofern die Rahmenbedingungen solide und rechtsicher gestaltet sind. Da die kfw in der Tat erst bei großen Investitionssummen einsteigt, bietet sich die Möglichkeit der Bündelung entsprechender Vorhaben in eine zentrale Projektgesellschaft an.

    Vielen Dank für den Diskurs,
    mfg

    P.S. Meiner Erfahrung nach hat die ECOWAS Solar-Produkte von der Mehrwertsteuer sowie den Import duties befreit. Haben sie dies bei Ihrer Berechnung bereits einbezogen?

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