Wo sind überall Tiere drin? – Teil 4/5 Tierische Inhaltsstoffe, pflanzliche Alternativen

© Monagoo

Tierische Inhaltsstoffe und pflanzliche Alternativen beschäftigen mich auch im vierten Teil unserer Serie. Nachdem ich im letzten Teil unserer im „Alphabet der Schweinereien“ bis zum Buchstaben V vorgedrungen bin, soll es heute um die Frage gehen, wie man vegan leben und allzu viel Plastik vermeiden kann.
Bei Lebensmitteln stellt sich diese Frage nicht. Pflanzlich ist pflanzlich, solange keine tierischen Zusatzstoffe ins Spiel kommen. Aber wie sieht es z. B. bei Bekleidung aus? Lederjacken lassen sich durch Stoffjacken ersetzen, Lederschuhe durch Stoffschuhe. Doch was ist im Winter? Vegane Schuhe bestehen oft aus Plastik, genauer gesagt: aus Kunststoffen, die auf Erdölbasis produziert wurden. Hier stellt sich die Frage: Was ist ethisch „korrekter“? Vegan leben mit Plastik, oder natürliche Stoffe bevorzugen, auch wenn Tiere dafür sterben müssen? Lässt sich beides miteinander vereinbaren? Viele Veganer sehen in erster Linie den Tierschutzaspekt – das Leben von Tieren hat dann Vorrang vor dem Aspekt der Nachhaltigkeit und ökologischen Verträglichkeit.

Einkaufen: Ohne tierische Inhaltsstoffe, vegan und plastikfrei

Beim Tofueinkauf gibt es mehrere Möglichkeiten: Im Supermarkt bzw. Bioladen gibt es Tofu in unterschiedlichen Qualitäten – ein veganes Bio-Lebensmittel. Abgepackt in Plastik. Ich kenne einen asiatischen Laden, der „frischen“ Tofu anbietet: Die Tofustücke werden aus dem (Plastik)-Eimer abgefüllt in Plastikbeutel. Man könnte hier natürlich eine eigene Verpackung mitbringen – aber, mal ehrlich: Ich möchte weder mit Tupperdose noch mit Einmachglas durch die halbe Stadt fahren, um ein Stück Tofu zu kaufen. Das wäre alles andere als ökologisch. Und außerdem: Der Tofu aus dem Asia-Laden ist alles andere als „Bio“. Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf von Tofu aus dem Glas. Diese Variante konnte sich bislang noch nicht überall durchsetzen. Mir sind bislang nur wenige Tofusorten bekannt, die im Glas angeboten werden. Meine Lieblingsvarianten (Räuchertofu von Dennree und Basilikumtofu von Alnatura) sind leider nicht dabei. Bleibt also vorerst nur die Bio-Variante – in der Plastikpackung.

Ohne Leder durch den Winter – pflanzliche Alternativen

Ohne Leder und Plastikkleidung durch den Winter zu kommen, ist eine echte Herausforderung. Leder durch Kunstleder zu ersetzen ist nicht schwer, aber in den meisten Fällen greift man dann zu einem Plastikprodukt. Die Marke Bleed hat eine Jacke im Angebot, die als „Übergangsjacke“ beworben wird und auch von veganen Online-Shops verkauft wird.

Zum Beispiel aus Baumwolle

Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung eines Klassikers – der Barbourjacke. Wobei auch hier ein Kompromiss nötig ist. Zumindest meine „Classic Beaufort“ enthält zwei winzige Ledereinsätze, mit denen der Reißverschluss der Innentasche abgenäht ist. Ansonsten ist die Jacke plastikfrei. Die Barbourmodelle werden seit 120 Jahren produziert und bestehen aus Baumwolle. Für das Wachs, das den Baumwollstoff wasserfest macht, findet sich sicherlich eine pflanzliche Alternative.

Schuhe ohne Plastik

Auch bei Schuhen stellt sich die Frage, wie tierisches Leder plastikfrei ersetzt werden kann. Eine 100%ig saubere Lösung kann ich Euch leider nicht bieten. Ein paar Tipps:

  • Bevor Ihr komplett umstellt, sollten natürlich vorhandene Lederschuhe aufgetragen werden. Das ist ökologisch sinnvoll (Stichwort Nachhaltigkeit) und die Entsorgung von vorhandenen Lederwaren macht kein Tier wieder lebendig. Also: Mut zur Veränderung – aber ohne Hang zum Dogma!
  • Außerdem könnt Ihr beim Kauf genau hinschauen. Es gibt teure und billige Lederarten – das gilt für tierisches Leder genauso wie für Kunstleder. Viele Lederarten sehen „natürlich“ aus – sind aber mit Chemikalien behandelt. Von Natur kann da keine Rede mehr sein.

Weitere Informationen zum Thema Leder und Kunstleder findet Ihr hier.

Die vegane und plastikfreie Alternative

Abschließend noch ein Hinweis auf Schuhe, die sowohl pflanzlich, als auch plastikfrei sind. Allerdings bringen sie ein gewaltiges ästhetisches Problem mit sich. Aber wer weiß – vielleicht wird daraus der vegane Öko-Trend des nächsten Jahres?
———————————
Hier geht es zu Teil 1 der Serie
Hier geht es zu Teil 2 der Serie
Hier geht es zu Teil 3 der Serie
Hier geht es bald zu Teil 5 der Serie
———————————
Noch bevor der Blog von Monagoo geschlossen wurde, konnten wir die tollsten und spannendsten Artikel retten. In unserer Reihe werden wir Euch in regelmäßigen Abständen unsere Errungenschaften präsentieren.

Kommentar hinterlassen zu "Wo sind überall Tiere drin? – Teil 4/5 Tierische Inhaltsstoffe, pflanzliche Alternativen"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*