Wie das Berliner Gründer-Team um moonshot mission den Startup-Spirit für soziale Organisationen nutzt

Das Team von moonshot

Sei es das Handy, Mietauto oder Hotel – für uns ist es im Alltag selbstverständlich geworden, alle Möglichkeiten in Online-Portalen zu vergleichen und vor einer Entscheidung die besten Angebote auf einen Blick zu bekommen. Beim Thema Spenden war dieser Ansatz bisher unmöglich. Ein Berliner Gründer-Team ändert nun genau das mit seiner neuen Online-Plattform: moonshot mission.

Um Hunger, Durst, fehlender Bildung und Krankheit keine Chance zu geben, kämpft moonshot mission mit seiner Plattform für mehr Gerechtigkeit auf der Welt. Nach wie vor lebt etwa jeder zehnte Mensch von weniger als 1,62 € am Tag und somit an der extremen Armutsgrenze. Dabei lassen sich die meisten dieser Bedrohungen verhindern – durch die richtigen Mittel, effektive Projekte und zielgerichtete Spenden. Auch wenn Deutschland nach wie vor zu den wichtigsten Spendenmärkten der Welt zählt, ist die Spendenbereitschaft seit 2005 um fast die Hälfte gesunken. Wer tatsächlich noch spendet, ist meist über 70 Jahre alt. Dabei zeigt der starke Aktivismus rund um Bewegungen wie #BlackLivesMatter oder #FridaysForFuture, wie sehr soziales Engagement und der Gerechtigkeitsgedanke im Selbstverständnis der jungen Generationen verankert sind.

Transparente Spendenplattform für Chancengleichheit

Deshalb startet das Berliner Start-up einen digitalen Marktplatz für Spenden, in dessen Mittelpunkt der Grundgedanke des Effective Giving steht: Für die Menschen vor Ort die größtmögliche Wirkung pro Euro zu erzielen und gleichzeitig die Arbeit der NGOs für jede*n Spender*in nachvollziehbar zu machen. Welche Rolle dieser Ansatz spielt, verdeutlicht ein einfaches Beispiel: Wer 100 € spendet, könnte einem Kind in Kenia ein 100-tägiges Schulstipendium ermöglichen. Die gleiche Spendensumme kann aber auch in die Bereitstellung von Medikamenten fließen und krankheitsbedingten Schulausfall und -abbruch drastisch senken und somit 51 Kindern in Kenia 100 zusätzliche Schultage ermöglichen. Das klare Ziel der Gründer: eine Welt ohne extreme Armut und vermeidbarem Leid. Oder: eine Welt für alle. 

“moonshot mission ist eine Spendenplattform für die jungen und digitalen Generationen. Unsere Mission ist es, die Erkenntnisse des Wirtschaftsnobelpreises 2019 anzuwenden, um den effektivsten NGOs der Welt eine Stimme zu geben,” erläutert Thanh Binh Tran, Mitgründer von moonshot mission. “Als Sohn vietnamesischer Geflüchteter möchte ich jedem Menschen die Chance im Leben geben, die ich bekommen habe.” 

Spendenbereitschaft sinkt – jedoch nicht das Volumen

Insgesamt wird in Deutschland so viel gespendet wie selten zuvor. Zumindest, wenn man von dem reinen Spendenvolumen ausgeht. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts GfK kamen 5,4 Milliarden Euro zusammen. Trotz Corona. Das alleine darf jedoch nicht als Benchmark gelten, wenn es nach Binh Tran geht. “Das Spendenvolumen für 2020 ist im Vergleich zu 2019 um 5% gestiegen. Allerdings ist das Spendenvolumen nicht gleichzusetzen mit der Spendenbereitschaft, also der Anzahl der Spender*innen. Seit 2005 ist die Anzahl an Spender*innen um fast die Hälfte (45 %) gesunken, das sind etwa 1 Million Menschen pro Jahr. Die Höhe des Spendenvolumens täuscht demnach über eine grundlegende Problematik hinweg, denn immer weniger Menschen spenden eine immer höhere Summe. Außerdem werden die Spender*innen von Jahr zu Jahr immer älter, über die Hälfte des Spendenvolumens kommt von der Generation 60 Jahre und älter. Setzt sich also dieser Trend fort, kollabiert das System bereits in wenigen Jahren.” 

 

Christian Deiters

Über den Autor

Christian Deiters
Christian ist schon während des Studiums aktiv in die Start-up-Szene eingestiegen. So begleitete er zum Beispiel die CoBox AG, die 2011 Finalist des Deutschen Innovationspreises im Bereich Startup war. Die Insolvenz der Unternehmung war eine wichtige Lektion und Antrieb zugleich – so geht er seitdem nebenberuflich der Frage nach, wie gerade nachhaltige, innovative Geschäftsideen langfristig und erfolgreich auf dem Markt bestehen können. Bevor er zu milch & zucker wechselte, baute er zwei Jahre eine Abteilung bei dem internationalen Startup Shopgate auf und half so mit, eines der am schnellst wachsenden Tech-Startups in Europa zu formen. Seit 2013 ist Christian CEO der Social Startups Media UG.

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