The Story Store des Social Impact Lab Frankfurt am Main im Interview

© The Story Store

Im Social Impact Lab in Frankfurt am Main tummeln sich einige spannende Startups und Projekte. Im Rahmen der Interviewreihe „Fünf Fragen an … „ stellen sich die neuen Mitglieder des Labs unseren Fragen. Dieses mal: The Story Store.

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir sind The Story Store, ein Geschichtenladen, der nachhaltige Produkte verkauft, die gute Geschichten in die Welt tragen, welche Empathie schaffen und Menschen miteinander verbinden. Jedes Produkt, sei es ein T-Shirt, ein Buch oder ein Kunstwerk wird mit einer zugehörigen, auf recyceltem Papier ausgedruckten, Geschichte geliefert. Bei The Story Store arbeiten geflüchtete und einheimische Menschen miteinander. Zudem veranstalten wir Lesungen und weitere Events. So werden unsere Geschichten über zwei Vertriebswege gehandelt: online im Shop und auf regionalen Veranstaltungen.

Oftmals sind es einschneidende Erlebnisse, die Menschen zu großartigen Ideen bringen. Was war der Auslöser für Eure Idee?

Alles begann mit einem Buch. Oder vielmehr mit dem Weg zu diesem Buch. Im Dezember 2017 traf sich eine Gruppe von 30 Menschen, um Geschichten von Krieg, Verfolgung, Flucht, Ankunft und Neubeginn zu verfassen. 19 nach Wiesbaden geflüchtete Personen erzählten und schrieben autobiografisch. Mit Unterstützung von ehrenamtlichen Sprachpatinnen, einem professionellen Storyteller, einer Lektorin und einem Illustrator wurde daraus eine Anthologie von Fluchtgeschichten. Kristine, die diesen Weg, das Projekt “Storytelling for Change”, konzipierte und leitete, tat sich daraufhin mit Bledion zusammen, der Mit-Herausgeber des Buches “Warum Wir Hier Sind” ist. Beide erkannten, dass “Storytelling for Change” nicht nur ein wunderschönes Buch mit authentischen, berührenden Geschichten hervorgebracht hat, sondern ein größeres Potential in sich trug.

Das gemeinsame Arbeiten an wahren Geschichten und das einander Zuhören hatten eine Atmosphäre kreiert, die unterschiedlichste Menschen miteinander in konstruktiven Dialog treten ließ und es ermöglichte, dass sie wie eine große Familie zusammen weinten und lachten. Diese Wirkung von Geschichten wollen Bledion und Kristine mit ihrem Team nun weiter in die Welt tragen. Denn sie sind überzeugt: Geschichten fördern die Empathie und vermögen es, Menschen aller Kulturen, Nationen und Religionen zu verbinden. Die Idee von THE STORY STORE ist daraus geboren. Frieden beginnt mit Empathie.

Herausforderungen hat jedes Start-Up. Hattet Ihr mit welchen besonders stark zu kämpfen?

Mangelnde Zeit bleibt unsere größte Herausforderung. Kristine arbeitet, Bledion studiert, und alles, was für The Story Store zu tun ist, läuft abends und an Wochenenden. Aber wir glauben an unser Konzept und unsere Ziele und wir wissen, dass The Story Store eines Tages unsere Hauptbeschäftigung sein wird.

Gerade bei einer neuen Idee passiert am Anfang ganz viel. Was sind Eure nächsten Schritte und Ziele?

Wir entwickeln unser Marketing-System permanent weiter, da haben wir noch viel umzusetzen. Zudem suchen wir zwei bis drei Praktikanten, die uns unterstützen und an unseren Storytelling-Veranstaltungen teilhaben können. Den Online-Shop in der englischen Version bereitzustellen ist ein weiteres Ziel, dass wir dieses Jahr noch umsetzen werden. Jetzt, kurz nach dem Launch, bedienen wir erstmal nur Deutschland. Neue Partnerschaften eingehen und die Produktlinie erweitern sind mittelfristige Ziele. Langfristig möchten wir eine Kommunikations-Plattform aufbauen, die parallel zu unseren Veranstaltungen und zum Shop als verbindendes Instrument dient, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft miteinander in Kontakt kommen: Indem sie gemeinsam lernen, gestalten und diskutieren. Das übergreifende Ziel dabei ist, möglichst viele The Story Store Produktgeschichten möglichst weit in die Welt tragen.

Jeder fängt klein an und braucht ab und an Hilfe. Habt Ihr Tipps von anderen erhalten, für die ihr sehr dankbar seid und die Ihr gerne weitergeben möchtet?

Wir sind durch unsere Coaches im Social Impact Lab Frankfurt mehrfach gedrängt worden einen Finanzplan zu erstellen. Anfangs dachten wir, es sei wichtiger unsere Webseite zu erstellen, die ersten Produkte fertig zu machen und unseren Impact zu definieren und zu messen. Erst als wir die Arbeit des Finanzplans endlich auf uns genommen hatten, ging uns das Licht auf, warum das so wichtig ist. Social Business ist schließlich nicht nur “Social”, sondern eben auch “Business”! Erst der Finanzplan hat uns gezeigt, an welchen Stellen wir dringend umdenken oder optimieren müssen. Und schließlich wirkten die Zahlen sogar motivierend, hatten wir doch nun konkrete, greifbare Ziele für unser Unternehmen gesetzt. Besonders dankbar sind wir aber auch für ganz konkrete Tipps, die oft von anderen Start-Ups kamen. So wurde uns zum Beispiel unsere Textil-Druckerei vermittelt.

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