Stoffbinden und waschbare Tampons: Die Monatshygiene wird nachhaltiger

© Kulmine

Monatshygiene-Artikel wie Tampons und Binden sind Wegwerf-Produkte – und damit ein Umweltproblem. Umweltfreundlicher – und auch gesünder – sind waschbare Binden und Tampons. Wir stellen ein paar Startups vor, die diese anbieten.

Konventionelle Tampons, Binden und Slipeinlagen sind nicht gerade nachhaltig:  Meist bestehen sie aus industriell hergestellter Viskose, die  unter hohem Energie- und Wasseraufwand gebleicht wird, um schön weiß und rein zu wirken.  Neben den absorbierenden Viskosefasern enthalten Hygieneartikel viel Plastik: Fast alle herkömmlichen Tampons, Binden und Slipeinlagen sind mit einer dünnen Kunststofffolie oder -hülle überzogen. Und einzeln in Plastik eingepackt sind sie auch noch. Konventionelle Binden enthalten außerdem saugfähiges Kunststoffgranulat. All diese Kunststoffe werden auf Basis von Erdöl hergestellt und sind biologisch nicht abbaubar. Wer seine Periode nachhaltiger, gesünder und müllfreier gestalten will, kann beispielsweise waschbare und damit wiederverwendbare Monatshygiene-Artikel verwenden. Hier ein paar Unternehmen, die diese anbieten:

ImseVimse und ihre waschbaren Hygieneprodukten

Die Idee für ImseVimse entstand 1988, nachdem Marie Wallenbergs Kind Windelausschlag von Wegwerfwindeln bekam. Mit Hilfe von Stoffwindeln konnte sie diesen jedoch endlich heilen. Da beschloss sie, mehr Menschen zu nachhaltigen und sicheren Hygieneprodukten zu verhelfen, die nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Tragenden selbst sind.

Neben waschbaren Binden und Slipeinlagen aus 100 % ökologische Baumwolle bietet das Unternehmen sogar waschbare Tampons an. Dafür wickelst Du den Stoff einfach so eng zusammen, wie gewünscht, wickelst eine Schnur darum, damit Du den Tampon später leichter herausziehen kannst, sicherst alles mit einem Knoten und führst den Tampon wie gewohnt ein. Et voilá!

Auf ihrer Webseite weisen sie jedoch darauf hin, dass waschbare Tampons – genauso wie herkömmliche Wegwerftampons – die „Tamponkrankheit“ TSS verursachen können.

Kulmine – waschbare Monatshygiene made in Germany

Das deutsche Unternehmen Kulmine stellt seit 1993 waschbare Binden und Slipeinlagen aus 100% Bio-Baumwolle her – sogar für Männer. Für einen sicheren Halt gibt es sogar Binden mit Flügeln, die mit einem Druckknopf geschlossen werden. Kulmine wirbt damit, dass ihre Stoff-Binden und -Slipeinlagen zwischen 5 und 15 Jahre lang halten. Ein starker Gegensatz zu den rund vier Stunden einer Einmal-Binde.

Once a Month – erschwinglichen und waschbaren Binden in Tansania

Aufgrund von Stigmatisierung und fehlender Hygieneartikel verpassen noch immer viele Menstruierenden aufgrund ihrer Monatsblutungen den Schulunterricht oder werden anderweitig benachteiligt. Das Projekt Once a Month der Encatus Göttingen Gruppe möchte deshalb Menschen dabei helfen, aus lokal vorhandenen Rohstoffen wiederverwendbare Binden herzustellen, die günstig und vollständig biologisch abbaubar sind. Einen ersten Prototypen aus Bananenblättern testen sie in Tansania.

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