7. Social Entrepreneurship Meetup präsentierte Gründungsmodelle des Social Entrepreneurship

Was unterscheidet Social Entrepreneurship von anderen Unternehmen und Initativen? Und welche Gründungsmöglichkeiten gibt es? Diese Fragen beantwortete das 7. Social Entrepreneurship Meetup Göttingen am 12. September im StartRaum Göttingen.

„Social Entrepreneurship kombiniert die soziale mit der unternehmerischen Komponente“, erläuterte Sergei Bojew das Konzept, mit dem sich die monatlich stattfindenden Social Entrepreneuship Meetups beschäftigen. Bei der siebten Ausgabe der vom SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC), social-startups.de und Startup Göttingen ausgerichteten Veranstaltung am Donnerstagabend im StartRaum Göttingen verdeutlichte der SNIC-Referent und Startup-Göttingen-Vorstand, wie sich soziale Initiativen und Social Entrepreneurship von rein kommerziellen Unternehmen abgrenzen.

Gründungsmodelle für Social Entrepreneurship

Dass soziales Unternehmertum durchaus Gewinne erwirtschaften kann, machte Bojew anhand zahlreicher Beispiele sozialer Unternehmen und Startups deutlich. Dabei zeigte er zudem die verschiedenen Wege auf, ein Unternehmen aufzubauen, dessen vornehmliches Motiv das Gemeinwohl ist.

Während das Göttinger Startup Kulero mit seinen essbaren Löffeln und Einhorn mit veganen Kondomen eine nachhaltige Alternative zu Plastikartikeln bieten, schaffen die göttinger müsliy company und auticon Arbeitsplätze für sozial benachteiligte Menschen. Auch die Weiterverwertung – Recycling bzw. Upcycling – von Resten, zum Beispiel aus der Textilindustrie, ist ein Geschäftsmodell für Modeunternehmen wie Bridge&Tunnel und Freitag. Bei Viva con Agua oder Quartiermeister steht hingegen die Unterstützung von sozialen Initiativen und Projekten aus den erwirtschafteten Gewinnen im Vordergrund.

Auf unternehmerische Weise gesellschaftlichen Mehrwert schaffen

„Man kann bei fast allen Produkten und Dienstleistungen etwas finden, das man besser – und eben nachhaltiger – machen kann“, erklärte Bojew. Sei dies nun veganer Käse, den das Göttinger Unternehmen Cashewrella herstellt, eine bäumepflanzende Suchplattform wie Ecosia oder eine ethisch-ökologische Direktbank wie die EthikBank.

Auch Kooperativen zählen laut Bojew zum Social Entrepreneurship. So finanzieren beispielsweise beim ‚Bürgerprojekt Photovoltaik‘ Menschen gemeinsam den Bau einer eigenen Photovoltaik-Anlage, um für alle günstigen und grünen Strom zu produzieren. Auch bei der Initiative ‚Solidarische Landwirtschaft Göttingen‘ haben sich Menschen zusammengetan, um gemeinsam in der Region Obst und Gemüse für den eigenen Konsum anzubauen.

So unterschiedlich diese Geschäftsmodelle auch sind, eines haben sie alle gemeinsam: Sie wollen gesellschaftliche und ökologische Probleme auf unternehmerische Weise lösen.

Der Social Business Modell Canvas


Im Anschluss konnten die Teilnehmenden unter Anleitung von Simon Bohn, Referent der Gründungsförderung der Universität Göttingen, einen für Social Entrepreneurship adaptierten Business Modell Canvas ausfüllen und so ihre eigenen Ideen zur unternehmerischen Lösung eines für sie drängenden sozialen Problems auf Papier bringen.

Das Social Entrepreneurship Meetup

Dass die Meetups auch als Plattform für Kooperationen fungieren, wurde am Beispiel von Dennis Tzscheetzsch deutlich. Er bot sich beim letzten Treffen der „Wunderbar Unverpackt“-Gründerin Denise Gunkelmann als ehrenamtlicher Marketing-Spezialist an. Sie hatte im Juni ihr Geschäftsmodell beim Meetup vorgestellt. „Ich finde, dass sich Menschen mit Expertise für soziale Unternehmen und Initiativen einsetzen sollten. Für mich ist die ehrenamtliche Tätigkeit bei Wunderbar Unverpackt der erste Schritt in den sozialen Bereich. Denn für mich ist das die Zukunft“, berichtete Tzscheetzsch.

Das Social Entrepreneurship Meetup Göttingen findet jeden Monat in Göttingen statt und beschäftigt sich gezielt mit sozialem und nachhaltigem Unternehmertum. Ziel ist, sozialen Unternehmertum in Göttingen eine Bühne zu bieten und (angehenden) Solzialunternehmer*innen sowie allen Interessierten regelmäßig einen Ort zum Austauschen und Netzwerken zu geben.

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