So könnte der Trend Smart Home künftig unseren Alltag beeinflussen

Mit einem sanften Knarzen setzt sich die Jalousie in Bewegung, verpennt und verknautscht streckt er sich zwischen den Laken, gähnt und blinzelt müde dem Start in den neuen Tag entgegen. Sein Zuhause ist da schon lange auf den Beinen. Leise tröpfelt heißer Kaffee in die Kanne, gerade springt der Backofen mit den Brötchen an, die Heizung hat sich vor 45 min auf genau 25 Grad Raumtemperatur eingestellt. Ohne schlimmere Verwünschungen verlässt er die wohlige Bettwärme, denn auch die Dusche ist – Gott sei Dank – schon vorgeheizt. Über dem Herd blinkt es, wenn das Rührei wie üblich noch etwas weich verspeist werden soll, sollte man es jetzt vom Herd nehmen, empfiehlt das Küchengerät. Es blinkt erneut: „Etwas frischen Petersilie zum Ei?“, der Kühlschrank habe sie gestern extra neu bestellt.

„Was man heute als Science-fiction beginnt, wird man morgen vielleicht als Reportage zu Ende schreiben müssen.“, prophezeite der 1923 geborene Schriftsteller Norman Mailer.
Und genau da sind wir: Mitten drin in einer Reportage, die eben noch Stoff für einen Sciene Fiction Film gewesen wäre. Es geht um Smart Homes.

Was ist das eigentlich – ein Smart Home?

Grundsätzlich sind Smart Homes Wohnräume, in denen unterschiedliche Bereiche des täglichen Lebens miteinander vernetzt oder automatisiert werden.
Eine eindeutige Definition gibt es allerdings nicht. Genau genommen handelt sich um einen Sammelbegriff für technische Verfahren und Systemlösungen im Wohnumfeld. Ziel der Technologie ist die Steigerung von Wohn- und Lebensqualität, Betriebs- und Einbruchssicherheit oder auch eine effizientere Energienutzung.

Das zentrales Steuerungssystem, durch das alle Steckdosen, Lampen, Jalousien, elektrische Geräte und natürlich das Smartphone, mit dem gesteuert werden soll, miteinander verbunden werden ist dabei das Herzstück eines jeden Smart Homes. Dabei entsteht ein in sich selbst und nach außen hin verbundenes Netzwerk, welches Fernsteuerung von Geräten sowie die Installation automatisierbarer Abläufe ermöglicht.


Selbst Barbie hat eins – ein Smart Home.

Insgesamt kann man das Phänomen Intelligentes Wohnen, auch Smart Living oder „eHome“ genannt, grob in 5 Anwendungsbereiche unterteilen: Hausautomation, Smart Metering, Automatisierung von Haushaltsgeräten, vernetzte Unterhaltungselektronik sowie Sicherheit.

Ein populäres Beispiel aus dem Bereich Hausautomation ist die energieeffiziente Heiz- und Lichtsteuerung, mit der nicht nur Geld gespart, sondern auch ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden kann. Durch Fernsteuerungsfunktionen werden Komfort und Anwenderfreundlichkeit erhöht: Viele der verbundenen Elektrogeräte können auch aus der Distanz gelenkt werden – beispielsweise vom Sofa oder dem Heimweg aus. Damit kann dann dem Handwerkern oder dem Postboten auch in Abwesenheit mittels Smartphone die Tür geöffnet werden. Während Überwachungskameras, Rauch- und Bewegungsmeldung die Sicherheit im Haus überwachen. Sogar die Luftzusammensetzung kann aufgezeichnet werden, und so Allergikern über Pollenflug informieren und Frischluftmuffel ans Lüften erinnern.

Neben einer Vielzahl von Anbietern für geschlossene, also vorgefertigte Lösungen, oder gar ganzen Häusern, hat sich der Markt in den letzten Jahren zunehmend in Richtung offene Systemlösung entwickelt. Diese können für vergleichsweise wenig Geld in bestehende Wohnungen und Häuser integriert werden. Das reibungslose Zusammenspiel dieser Vielzahl von Anbietern stellt im Moment jedoch die größte Herausforderung für den Markt dar.

Aber ist ein Smart Home tatsächlich so Smart?

Kritiker befürchten, dass gerade Vernetzung und Digitalisierung des Zuhauses ein gefährliches Sicherheitsrisiko darstellen kann. Sollten die einzelnen Smart Home Geräte und nicht ausreichend vor Cyberattacken gesichert sein, sind sie für moderne Einbrecher ein leichtes Ziel. Und auch Datenschützer haben Bedenken gegenüber der neuen Technologien. Durch die gesammelten Daten, können umfangreiche Bewegungs-und Verhaltensmuster der Nutzer erstellt werden. Durch Licht und Bewegungssensoren lassen sich beispielsweise Rückschlüsse auf die Zeit des Aufstehens schließen, C02 Monitoren geben relativ genau an, wieviele Menschen sich in einem Raum befinden und der Energieverbrauch sagt aus, wann und wie aufwendig gekocht wurde. Das ist nicht nur verunsichernd im Rahmen der Big Data Debatte, sondern zwingt uns auch dazu das Vertrauensverhältnis zu dem Menschen zu überdenken, der den Controler in der Hand hält, und das ist im Zweifelsfall unser Partner.

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