Leoni Beckmann von RESTLOS GLÜCKLICH im Interview

RESTLOS GLÜCKLICH

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Ein Zustand, der nicht nur mich traurig und wütend macht, sondern auch das Team von RESTLOS GLÜCKLICH. Mit der Eröffnung ihres Awareness-Restaurants in Berlin bieten sie ein Rezept gegen Lebensmittelverschwendung. Im November sind RESTLOS GLÜCKLICH in das Stipendiaten-Programm von Social Impact Start aufgenommen worden und so treffe ich Leoni im Social Impact Lab Berlin, um mit ihr über die Idee von RESTLOS GLÜCKLICH zu sprechen.

Leoni, könntest du euer Projekt RESTLOS GLÜCKLICH kurz vorstellen – was genau habt ihr vor?

Wir wollen im Sommer 2015 hier in Berlin ein Restaurant eröffnen, in dem wir bevorzugt mit vegetarischen Lebensmitteln kochen, die eigentlich weggeworfen werden würden. Diese Lebensmittel stammen entweder von Supermärkten, weil sie dort nicht mehr verkauft werden, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder weil die Lagerhaltungskosten durch Überproduktion zu hoch sind. Oder sie stammen direkt von Bauern, weil sie
beispielsweise aufgrund ihrer Form, Farbe oder Größe gar nicht erst im Handel landen konnten.

Ihr wollt bei RESTLOS GLÜCKLICH nicht nur ein Restaurant eröffnen. Was wollt ihr über das Restaurant hinaus erreichen?

Unser Ziel ist es, auf der einen Seite das Restaurant zu eröffnen, aber wir sprechen auf der anderen Seite immer von der gewissen Prise Umdenken, die es bei uns bei jeden Essen immer mit dazu gibt. Die Idee ist, RESTLOS GLÜCKLICH Non-Profit zu machen und die Profite dann in den Bildungsbereich zu bringen. Das heißt, wir wollen Kochkurse anbieten, um zu zeigen, was man mit Resten alles noch machen kann, also auch mal ein bisschen kreativ sein. Vor allem mit Kindern und Jugendlichen wollen wir den Weg des Essens vom Feld bis auf den Teller erkunden und Prozesse erläutern. Deshalb nennen wir RESTLOS GLÜCKLICH immer ein Awareness-Restaurant, denn es soll die Aufmerksamkeit auf das Thema Lebensmittelverschwendung lenken. Trotzdem wollen wir bewusst ein Restaurant eröffnen und nicht eine Bildungskampagne an Schulen starten, damit wir auch die Menschen erreichen, die sich nicht so intensiv mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Denn Essen ist etwas ganz einfaches und angenehmes, dabei muss man sich nicht anstrengen, sondern man kann es einfach genießen. Wenn wir damit ein gewisses Umdenken erreichen können, wäre das natürlich super.

Was sind deine Ziele – Was soll in diesem Jahr bei RESTLOS GLÜCKLICH passieren?

Wir wollen dieses Jahr aufmachen. Mein Wunsch ist es, im September die Eröffnungsfeier zu feiern, aber bis dahin muss noch ganz viel passieren.

Was sind dabei momentan eure größten Herausforderungen?

Zu unseren größten Herausforderungen zählt, aufzupassen, dass wir nicht die Leute, die jetzt auf diesem sogenannten Markt sind, wie beispielsweise die Tafel oder Foodsharing, verärgern oder denen irgendwas wegschnappen, denn das wollen wir auf keinen Fall, sondern dass wir schauen, dass wir da einen guten Weg finden. Und dann die Investitionsfrage natürlich. Gerade basteln wir intensiv an unserem Internetauftritt und sind unheimlich viel am Netzwerken, um zu schauen, was die Möglichkeiten sind. Außerdem sind wir auf der Suche nach Lieferanten.

Danke für das Interview, Leoni! Ich wünsche dir und dem Team von RESTLOS GLÜCKLICH eine erfolgreiche Zeit und freue mich jetzt schon auf eine leckere Eröffnungsfeier! Außerdem der Hinweis:

Momentan sucht RESTLOS GLÜCKLICH noch ein Team-Mitglied, das sich gemeinsam mit dem bestehenden Team den kommenden Herausforderungen stellt. Wer Lust auf das Restaurant hat und im Idealfall auch noch über Kenntnisse aus der Betriebswirtschaftslehre und dem Marketing sowie über Erfahrungen in der Gastronomie verfügt, melde sich unter hello@restlos-gluecklich.org bei RESTLOS GLÜCKLICH!

(Autorin: Felicitas Nadwornicek)

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