Makerspace Darmstadt stellt medizinische Ausrüstung her

© Makerspace Darmstadt

Nach dem Makerspace Gießen stellt jetzt auch das Makerspace Darmstadt medizinische Ausrüstung gegen Covid-19 her.

Gesichtsschilde aus der Kreativwerkstatt von Makerspace

Normalerweise treffen sich im Darmstädter Makerspace Tüftler, Technik-Freaks und DIY Fans zum Basteln und Reparieren. Da die Werkstatt aktuell nicht genutzt wird, stellt das Darmstädter Pendant des Gießener Makerspace jetzt auch medizinische Ausrüstung her. Produziert werden Gesichtsschilde, die in Pflege und Medizin, aber auch im Einzelhandel dringend benötigt werden. Die Schutzvisiere decken neben Mund und Nase auch die Augen ab und schützen so vor der gefürchteten Tröpcheninfektion.

3D Drucker unterstützen Schutzmaskenproduktion

Aus dem 3D Drucker kommen die Halterungen, mit denen die Visiere am Kopf festgeschnallt werden. Herkömmliche Bürobedarfs-Folien werden an die 3D-gedruckte Halterung geknipst und schon ist das Gesichtsschild fertig. Aus der Not heraus stellten die Darmstädter Tüftler zunächst Visiere für eine Arztpraxis her. Das sprach sich schnell herum und das Makerspace erhielt weitere Anfragen, bald aus ganz Deutschland. Anfragen kommen mittlerweile auch aus anderen EU-Ländern wie Großbritannien, sogar Flüchtlingscamps auf Lesbos haben schon Darmstädter Gesichtsschilde aus dem Makerspace erhalten. Großer Vorteil des Makerspaces ist die Flexbilität der Produktion und die Kompetenz im 3D Druck. Konventionelle Unternehmen benötigen für die Umstellung der ursprünglichen Produktion auf Masken wesentlich mehr Zeit.

#MakervsVirus – kostenlose Equipment Vermittlung

Unter dem Hashtag #MakerVsVirus hat sich ein Netzwerk gefunden, zu dem nicht nur Makerspaces gehören, sondern auch Werkstätten, Privatleute und Handwerker. Die Initiative richtet sich an Organisationen und Privatpersonen, die dringend Equipment benötigen und bringt diese mit den Spaces und Makerinnen zusammen. 6.500 ehrenamtliche Maker zählt das Netzwerk mittlerweile und schätzt sein tägliches Produktionsvolumen deutschlandweit auf 10.000 Gesichtsschilde. Neben dem Darmstädter Makerspace haben sich auch Gießen, Heidelberg und zahlreiche weitere Spaces in Deutschland zur Umstellung der Produktion entschlossen.

Die nächsten Produktideen nach den Gesichtsschilden gibt es schon

Auch wenn die Industrieproduktion mittlerweile angelaufen ist, werden die Makerspaces aufgrund der Flexibilität weiterhin ein wichtiges Element in der aktuellen Krise bleiben. Im Darmstädter Makerspace gibt es schon die nächsten Ideen. Universaladapter für Desinfektionsmittel und kleine Haken gegen das Schmerzen der Ohren nach dem langen Maskentragen zählen zu innovativen Nachfolgern.

Almut Weigel

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