Knister Grill – der Grill, der an den Fahrradlenker passt

© Knister Grill

Sommer, Sonne, Grillen – im Freien, ohne eigenen Garten oft schwierig. Einweggrills sind umwelttechnisch keine Option, aber einen großen Grill in den nächsten Park schleppen, meist auch nicht. Vor allem nicht ohne Auto. Knister Grill hat eine Lösung.

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir sind Caro und Steven von Knister – eine Marke für smarte, qualitativ hochwertig und nachhaltig produzierte Produkte für Menschen, die gerne in die Natur gehen. Unser erstes Produkt, das wir letztes Jahr auf den Markt gebracht haben, ist der Knister Grill. Das ist ein kompakter Grill, der mit dem Fahrrad transportiert werden kann. Am Grillort angekommen wird der Knister Grill auf die doppelte Größe auseinander gezogen – für Grillspaß mit bis zu 8 Personen.

Wie kamt ihr auf die Idee?

Den Gedanken hatte Caro, die in München lebt und regelmäßig an der Isar grillt. Ihr ist aufgefallen, dass viele Gruppen mit Einweggrills oder billigen Kugelgrills grillen. Anschließend werden beide direkt entsorgt. Zurück bleibt nach einem sonnigen Tag an der Isar also viel Müll und Schrott. Dagegen wollten wir etwas machen! Während ihres Auslandssemesters in Dänemark pitchte Caro die Idee von einem Fahrradgrill auf dem Wettbewerb „Startup Weekend“ – und gewann ihn! Das war der Startschuss von Knister Grill.

Wie habt ihr die erste Produktion finanziert?

Im Februar 2018, wieder zurück in Deutschland, startete Caro die Produktentwicklung. Im Mai 2018 launchten wir dann eine Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter. Die Community nahm unsere Idee sehr gut an und aus aller Welt wurden Grills bestellt. Da unser Fundingziel erreicht wurde, konnten wir gleich anfangen unseren Grill zu produzieren und an alle Unterstützer*innen auszuliefern.

Mit welchen Herausforderungen hattet ihr bei der Gründung besonders stark zu kämpfen?

Der Start war etwas holprig, da Caro das erste Jahr noch alleine war. Die vielen bürokratischen Hürden sind überwältigend. Auch die vielen Hochs und Tiefs haben wir anfangs nicht absehen können: An einem Tag machst du den riesen Deal und sprühst nur so vor Euphorie, am Tag drauf brennt die Produktionshalle des Herstellers und die ganze Produktion wird eingestampft, weshalb man die Kunden nicht mehr beliefern kann.

Ein Unternehmen zu gründen ist eine unfassbar anstrengende, aber auch erfüllende Aufgabe. Die Herausforderung besteht darin, alles, was dazu gehört ein Unternehmen aufzubauen, gleichzeitig und gut zu tun: der Aufbau einer Produktion, Verträge, Lieferketten, Schutzrechte, Steuern, Versicherungen und vieles mehr. Das muss man erst mal zum Laufen bekommen.

Wo lasst ihr den Grill produzieren?

Der Grill wird in Polen und die Grillroste in Deutschland hergestellt. Die Holzgriffe kommen aus einer Münchner Schreinerei. Wir haben uns hier bewusst gegen eine günstige Produktion in Asien entschieden. Durch die kurzen Lieferwege haben wir nicht nur starken Einfluss auf die Qualität der Grills, sondern können auch die Produktionsstätten genau anschauen. Alle sind nach den höchsten Standards aufgebaut und arbeiten beispielsweise mit Energierückgewinnung.

Was genau sind eure Vorteile gegenüber anderen mobilen Minigrills?

Neben der hohen Qualität der Grills und einer Produktion in Europa ist wohl die größte Besonderheit, dass wir ein durchdachter, transportabler Grill sind. Einfach an der mitgelieferten Fahrradhalterung befestigen und schon sind alle Transportprobleme gelöst. Unsere Modelle „Original“ und „Premium“ sind auf die doppelte Fläche ausziehbar, so können große Gruppen ohne Probleme gemeinsam grillen.

Was sind Eure nächsten Schritte und Ziele?

Wir wollen unsere Produktpalette nächstes Jahr erweitern. Neben dem Grill wollen wir andere Produkte herstellen, die einen Ausflug in die Natur vereinfachen. Auch im Handel wollen wir stärker Fuß fassen. Bisher sind wir bei vielen Fachhändlern und in Baumärkten in Süddeutschland zu finden. Wir wollen außerdem, unsere Botschaft stärker verbreiten: Müll zu reduzieren wo es geht und lieber auf hochwertige und langlebige Produkte zurück zu greifen.

Welche Tipps würdet ihr anderen sozialen Gründer*innen geben?

  1. Legt los und ihr könnt wirklich nichts verlieren! Das schlimmste was passieren kann, ist dass man sich wieder einen Job suchen muss.
  2. Testet eure Geschäftsidee sofort auf dem Markt und redet mit so vielen Menschen wie möglich darüber. Sonst kann es passieren, dass ihr euer Geschäftsmodell komplett am Markt und Kunden vorbei entwickelt. Versucht von Minute Eins Umsätze von Pilotkunden zu generieren. Das ist eine tolle Bestätigung aber auch enorme Motivation!
  3. Stellt euch ein Team zusammen und lasst Euch von anderen helfen, wenn ihr mal nicht weiter wisst. Es gibt viele Angebote und Förderprogramme!
  4. Wenn irgendwas nicht hinhaut denken: „Wenn‘s einfach wäre, würd‘s jeder machen“. Traut euch! Wenn jeder der eine nachhaltige Idee hat, diese auch umsetzen würde, hätten wir schon viel in der Welt erreicht.

1 Kommentar zu "Knister Grill – der Grill, der an den Fahrradlenker passt"

  1. Irgendwie eine coole Idee :-)

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*