Impact Hub Hamburg wird ein Gemeinschaftsprojekt – Crowdfunding läuft

© Impact Hub

Kein Tisch, noch nicht mal ein Klappstuhl – aber viel Raum für Ideen. Immerhin eine kleine Küchenzeile gibt es schon. Darauf ein paar lokale Getränke, die den neugierigen Gästen angeboten werden. Die Gastgeber Boris Kozlowski und Jose Saldana Gascon zeigen heute zum ersten Mal ihre kleinen Räumlichkeiten, in denen bald Großes entstehen soll: Ein Impact Hub für die Hansestadt.

Hier entsteht mehr als ein Coworking-Space

Neben den beiden Mit-Initiatorinnen Flora Rosenow und Lena Bücker, sollen die Gäste von Anfang an in die Planung einbezogen werden. Wie gestalten wir den Eingangs-, Arbeits- und Gemeinschaftsbereich? Welchen Stil sollen die Möbel haben? Wie spiegeln wir unsere Werte in der Gestaltung wider? Praktisch keine Frage bleibt unbeantwortet. Allein die vielen Ideen hauchen dem Raum schon Leben ein. Die Community wünscht sich eine flexible Gestaltung. Sowohl konzentrierte Einzelarbeit, als auch ein kreatives Brainstorming in der Gruppe soll möglich sein. Dafür werden klappbare Tische gewünscht und möglichst viele bewegliche Elemente. Eins wird schnell deutlich: Hier soll eine echte Gemeinschaft entstehen. Kein Möchtegern-Sillicon-Valley, in dem heimlich schon vom Unicorn geträumt wird und auch keine Höhle der Löwen, in der wir unsere Krallen ausfahren müssen. Vielmehr fühlt es sich an wie die berüchtigte Garage von Steve Jobs. Ein Rückzugsort für Weltverbesser*innen mitten in der Metropole Norddeutschlands – quasi die „Höhle der Möwen“.

Blick hinter die Kulissen: Die Motivation der beiden Gründer

Boris Kozlowski ist studierter Wirtschaftsingenieur und lernte in seinen ersten Berufsjahren vorwiegend Konzernstrukturen im In- und Ausland kennen: „Im Laufe der Jahre wurde mir immer klarer, dass die meisten Entscheidungen in den Konzernen nur am Profit ausgerichtet werden und einige wenige Menschen überproportional daran profitieren.“ Ernüchtert von dieser Erkenntnis wagte er die Kündigung, ohne eine konkrete Vorstellung von seiner Zukunft zu haben. Der Kontakt zu seinem Mitgründer kam dann eher zufällig zustande: „In der Nähe meines Wohnorts entdeckte ich einen Zettel an einer Fensterscheibe. Darauf war ein Inserat zu sehen, das sich sehr spannend las“, erzählt Boris, „Ich meldete mich und wurde schnell Teil einer engagierten Gemeinschaft zum Thema Social Entrepreneurship. Seitdem sind nun neun Monate vergangen.“

Der Lebenslauf von Jose Saldana Gascon liest sich ähnlich: Auch er kommt aus der Wirtschaftswelt, sammelte fast zehn Jahre lang Erfahrungen und entschied sich dann für einen Richtungswechsel: „Ich hatte das Gefühl, auf der professionellen Ebene zu wachsen. Unterm Strich war der erforderliche Einsatz jedoch höher als die persönliche Erfüllung.“ Nach seiner Kündigung lernte er das Impact Hub in San Sebastian kennen. „Warum gibt es das nicht in Hamburg?“, fragte sich der gebürtige Spanier. Vorausschauende Leser*innen werden sich das Ende der Geschichte bereits denken können: Jose schrieb seine Vision auf einen Zettel und klebte diesen an eine Scheibe in der Hamburger Stresemannstraße.

Für die Umsetzung braucht es die Crowd!

Bereits diesen Monat wird das Projekt in die Pilotphase gehen. Dabei soll es darum gehen, die Idee des Impact Hub prototypisch umzusetzen und erste Veranstaltungen und Workshops in den Räumlichkeiten durchzuführen. Zur Finanzierung der dafür erforderlichen Ausstattung läuft momentan eine Crowdfunding-Kampagne bei Startnext. Besonders beliebt ist in dem Zusammenhang die „Sailors Wall of Fame“, auf der die Namen der Unterstützer*innen auf Wunsch festgehalten werden. Wer Nägel mit Köpfen machen möchte, kann auch bereits vorab schon eine Mitgliedschaft abschließen oder eine Veranstaltung buchen und damit zur Finanzierung des Projekts beitragen. Wer noch zögert, kann die Menschen hinter dem Impact Hub in naher Zukunft auf vielen Veranstaltungen antreffen, z. B. am 21. August beim 12min.COM-Meetup oder am 29. September bei der Weciety World 2019.

Autor: Marvin Gutdeutsch

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