Hunde(T)raum in der place2help-Interviewreihe

© Hunde(T)raum

place2help Rhein-Main bringt innovative Projekte mit finanziellen Förderern aus der Region zusammen. Auf der Plattform werden Projekte verschiedener Crowdfunding-Plattformen gebündelt und in der Region sichtbar gemacht. Im Rahmen der Interview-Reihe „place2help Rhein-Main– Crowdfundingprojekte aus der Region stellen sich vor“ stellen sich die Projektinhaber unseren Fragen. Dieses mal: Hunde(T)raum.

Um was geht es in Eurem Projekt „Hunde(T)raum“?

Hunde(T)raum ist ein Hundeausgehprojekt bei dem ehemals wohnungslose Menschen oder Langzeitarbeitslose einen tariflichen Arbeitsvertrag erhalten um mit Hunden von anderen spazieren zu gehen. Neben dem Arbeitsvertrag steht aber noch mehr die sinnvolle Beschäftigung, die Tagesstrukturierung, Aufbau des Selbstbewusstsein und Kontakt mit anderen im Vordergrund. Gerade Menschen, die lange Zeit aus dem Arbeitsprozess sind, quälen sich mit Selbstzweifel und trauen sich wenig zu. Oftmals sind sie gesellschaftlich isoliert. Durch den Hund als Mittler zwischen den unterschiedlichen Lebenswelten erhalten sie neue Sozialkontakte, denn auf der Hundewiese ist es egal wie meine Lebensgeschichte ist, Hauptsache ich gehe gut mit dem Hund um. Hundehalter und Hundeausgeher treten in Beziehung auf Augenhöhe, denn beide Parteien wollen, dass es dem Hund gut geht.

Was treibt Euch an?

Ich arbeite seit 2000 im Bereich der Wohnungslosenhilfe und bin seit 2005 Bereichsleitung für den ambulanten Bereich. Für mich ist es wichtig Ausgrenzung zu überwinden und Verständnis für die Lebenswelt des Gegenüber zu bekommen. Dies funktioniert nur durch Kommunikation und Begegnung. Daher ist es für mich ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit Begegnungen zu ermöglichen, so kommt z.B. eine Kirchengemeinde seit Jahren regelmäßig in unsere Einrichtung und kocht für die Wohnungslosen, ebenso Fans von Mainz 05 und Schülergruppen. Hunde(T)raum ermöglicht solche Begegnungen und stiftet Beziehungen.

Warum gerade Crowdfunding?

Ganz ehrlich..ich hatte mich mit Hunde(T)raum für den Integrationspreis der Hertie-Stiftung beworben, da ich finde, dass Hunde(T)raum einen wichtigen Beitrag zur Integration leistet. Erst nachdem Hunde(T)raum mit weiteren Projekten für den Wettbewerb zugelassen wurde, wurde mir klar, dass ich jetzt Crowdfunding machen muss. Dafür musste ich mich bei Facebook anmelden und damit arbeiten. Wobei ich jetzt sagen kann, dass Crowdfunding eine tolle Möglichkeit ist sein Projekt bekannt zu machen und zusätzlich Geld einzunehmen.

Was werdet Ihr mit dem Geld machen?

Das Geld ist dafür gedacht, Hundehaltern, die über wenig Geld verfügen im Notfall kostenlos unseren Hundeausgehdienst anzubieten, den Hundeausgehern wetterfeste Kleidung zu besorgen, weitere Fortbildungen für die Hundeausgeher zu ermöglichen und die individuelle Mobilität der Hundeausgeher zu verbessern.

Was ist aktuell die größte Herausforderung für Euch?

Wir haben nur noch Zeit bis zum 05.06.2019, um die 10.000 EUR zu bekommen. Also heißt es jetzt noch einmal die ganzen Kräfte zu mobilisieren, um mögliche Spender zu erreichen.

Welchen Tipp würdest Du anderen Crowdunding-Projekten mit auf den Weg geben?

Das Wichtigste ist sicherlich ein gutes Team zusammenzustellen, denn eine Person kann die unterschiedlichen Aufgaben nicht oder nur sehr schwer erledigen (Pitch-Video, Beiträge,Veranstaltungen planen, Social-Media-Kanäle bedienen). Ganz wichtig finde ich ist es, einen Kampagnenplan zu erstellen, damit man sich weder verzettelt aber auch nicht zu wenig macht. Wir waren ja durch den Integrationspreis auf den Zeitraum festgelegt wann unsere Crowdfunding-Kampagne stattfinden muss. Wenn man zeitlich flexibel ist, sollte man darauf achten, dass keine wichtigen Ereignisse (z.B.Kommunalwahl, Sportereignisse wie z.B. Fußball-WM) im Kampagnenzeitraum stattfinden, damit über die Kampagne in den Zeitungen und im Fernsehen berichtet wird. Wichtig ist auch Familie und Freunde miteinzubeziehen, da sie zum einen Teil der Crowd sind und zum anderen aber auch Verständnis dafür haben müssen, dass man vor und während der Kampagne nur noch ein Thema hat Crowdfunding. Der Zeitaufwand ist schon immens, es macht aber auch viel Spaß! Ich bin ja so “reingerutscht” ins Thema Crowdfunding, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte mich vorzubereiten, hätte ich bei den verschiedenen Plattformen andere Projekte und deren Kampagne genauer betrachtet und diese auch unterstützt.

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