Hoch die Tassen: Menstruations-Cups für einen nachhaltige Periode

© Ruby Cup

Lasst es fließen – und zwar in die Menstruationstasse, eine nachhaltige und umweltfreundliche Alternative zu Tampons und Binden.

Die Menstruationstasse ist ein einführbares, wiederverwendbares Becherchen aus medizinischem Silikon, der das Menstruationsblut sammelt. Der größte Vorteil dieser Tassen gegenüber Tampons ist, dass sie keine Bleichmittel, Parfums oder Zusatzstoffe enthält, die bei vielen zu Allergien oder anderen Nebenwirkungen führen können. Außerdem trocknet die Menstruationstasse die Vaginalschleimhaut nicht so aus, wie Tampons. Zudem kann die Tasse bis zu 12 Stunden und länger im Körper bleiben, ohne auszulaufen. Ein weiterer Vorteil: es wird viel Müll gespart – und auch Geld, da sich die Tasse über mehrere Jahre weiterverwenden lässt.

RubyCup und ihre „Buy One, Give One“-Menstruations-Cups

2011 gründete Maxie Matthiessen zusammen mit Veronica D’Souza und Julie Weigaard-Kjaer das Unternehmen Ruby Cup (wir berichteten bereits hier darüber). Dort verkaufen sie Menstruationstassen, eine nachhaltigere und gesündere Alternative zu. Mittlerweile ist das ehemals dänische Startup ein britisches Unternehmen mit Sitz in Barcelona. 

Sie selbst nutzten Menstruationstassen, waren aber nicht zufrieden mit dem Design und wollten darüber hinaus etwas Gutes tun für Menstruierende, die sich keine Monatshgyiene-Artikel leisten können. So haben sie ein eigenes Produkt entwickelt und eine soziale Komponente hinzugefügt: für jeden Ruby Cup, der über das Internet verkauft wird, spenden sie einen Ruby Cup an eine menstruierende Person in Asien und Afrika. Sie nennen es „Buy One, Give One“-Programm. So wollen sie mehr Menstruierende Zugang zu gesunder und hygienischer Monatshygiene bieten. Denn in vielen Ländern ist die Menstruation nach wie vor ein Tabuthema mit schwerwiegenden Folgen. Mangelnde Aufklärung und fehlende Hygieneartikel führen zu Infektionskrankheiten, frühen Schwangerschaften und Prostitution. Oftmals sind Menstruierende darauf angewiesen, Geld für Tampons und Binden zu beschaffen. Oder sie benutzen was sie finden können, um das Blut aufzufangen: alte Zeitungen, Socken, Lehm. Finden sie nichts, versäumen sie die Schule während ihrer Periode oder gehen nicht zur Arbeit.

Ruby Cup-Trainer*innen klären Menstruierende über reproduktive Gesundheit sowie die Vorgänge in ihrem Körper auf und schulen sie im Umgang mit der Menstruationstasse.

Menstruationstassen auf dem Vormarsch

Der Markt der Menstruationstassen wächst und immer mehr Unternehmen entwickeln ihre eigene Tasse. Einhorn hat den Papperlacup, das Startup DivineCup produziert seit 2017 Menstruationstassen in Deutschland, MYLILY bietet Cups in fünf verschiedenen Größen an. Und das sind nur ein paar der deutschen Unternehmen. Auch das finnische Unternehmen Lunette stellt Menstruationskappen her und setzt sich für die sichere und nachhaltige Monatshygiene von Menstruierenden in Entwicklungsländern ein.

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