Grundeinkommen – mehr als eine Vision

Michael Bohmeyer findet, dass sich jeder Mensch frei fühlen sollte. Der Berliner verlost über seine Internetseite mein.grundeinkommen.de monatlich 1.000€ für ein ganzes Jahr. Jeder kann sich anmelden und mitmachen. Es ist kinderleicht und ohne Verpflichtungen. Über eine Netzgemeinschaft sammelt Bohmeyer Geld zusammen, um die Grundeinkommen zu finanzieren.

Die Kritiker des Grundeinkommens

Alle Menschen sind faul und würden ihre Arbeit sofort einstellen. Die Finanzierung eines solchen Modells ist nicht möglich. Fakt ist, dass es durch das Grundeinkommen zu zahlreichen Einsparungen kommt z.B. bei Verwaltung und Sozialausgaben. Höheres Vermögen und Einkommen könnte höher besteuert werden. So geben die, die mehr Geld haben und es entsteht ein wirklich soziales Gefüge.

Bürger müssen sich nicht wie Bittsteller und Menschen 2. Klasse fühlen. Behördengänge, Erwerbsarbeitszwang und eine Willkür der Bürokratie blieb vielen erspart. Selbstständige können mit einer gewissen Absicherung, der Arbeit nachgehen, die sie aus vollem Herzen gerne machen. Gerade Mütter und Alleinerziehende würden vom Grundeinkommen profitieren. Laut Studien würden die Menschen die Zeit verstärkt mit ihrer Familie und ihren persönlichen Interessen verbringen sowie Ehrenämtern nachgehen.

Entkoppelung von Arbeit und Einkommen

Lohn fürs Nichtstun, diese Ansicht ist weit verbreitet. Tun wird mit Erwerbstätigkeit gleichgesetzt, um Geld zu verdienen. Es muss zu einer Entkoppelung von Arbeit und Einkommen kommen. Dadurch würden neue Potentiale, Ideen und Tätigkeitsfelder entstehen. Das Grundeinkommen wäre keine Gefahr für die Wirtschaft, sondern eine Chance. Schließlich werden zukünftig viele Jobs durch die voranschreitende Technik überflüssig.

Grundeinkommen macht glücklich und frei

Der Weltverbesserer Bohmeyer ist Individualist: Das Grundeinkommen macht glücklich, weil es bedingungslos ist. Erst durch wirkliche Freiheit, entsteht Freiraum, der die Menschen frei entscheiden lässt. In seiner Zukunftsversion wird das Grundeinkommen durch eine Vermögenssteuer finanziert. Menschen können sich erst frei entfalten, wenn sie ohne Arbeitszwang und Bedürftigskeitsprüfung abgesichert sind.

Die Diskussion ist durch die Abstimmung in der Schweiz am 5. Juni 2016 und durch das Pilotprojekt in Finnland in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Als eine liberal-konservative Regierung testet Finnland derzeit das Modell des Grundeinkommens. Derzeit unterstützen laut einer Umfrage 29 Prozent der Deutschen die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. 44 Prozent sind unter Vorbehalt dafür.

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