Gemeinsam in Corona-Zeiten – das kannst Du jetzt tun

Wir haben versucht uns einen Überblick zu Möglichkeiten zu verschaffen, wie und wo Du jetzt helfen und unterstützen kannst. Solidarität sollte immer wichtig sein, aber jetzt ist sie vielleicht wichtiger denn je.

1. Deiner Nachbarschaft helfen

Wenn Du helfen möchtest, kannst Du direkt in Deinem Umfeld beginnen! Du kannst beispielsweise Corona-Risikogruppen oder anderen Menschen, die aufgrund von Quarantäne oder anderen Gründen gerade nicht vor die Tür können oder wollen, Hilfe beim Einkaufen oder anderen Besorgungen anbieten. Hänge dafür einen Zettel in Deinen Hausflur, schreibe eine Anzeige in lokalen facebook-Gruppen oder auf Plattformen für Nachbarschaftshilfe wie nebenan.de, Wir gegen Corona, Quarantänehelden, Solidaritärer oder WirHelfen. Einen Vordruck für Aushänge findest Du hier. Die App Siteinander hat außerdem Ideen aufgelistet, wie man Eltern unterstützen kann, die auf Kinderbetreuung angewiesen sind.

2. Die lokale Gastronomie unterstützen

Damit der Bäcker um die Ecke und Deine Lieblings-Pizzeria auch nach der Corona-Krise noch da sind, sollten wir versuchen, sie auch jetzt zu unterstützen. Viele Restaurant und Cafés bieten gerade Lieferservices, kontaktlose Take-away-Bestellungen oder ähnliches an – schau doch mal auf die jeweilige Webseite. Auch neugegründete Plattformen wollen helfen. Auf PayNowEatLater kannst Du Gutscheine kaufen, um existenzbedrohte Bars, Cafés und Restaurants zu helfen, die Krise zu überstehen. Auch über #supportyourlocalonline, WeLoveLocal und Please Don’t Close kannst Du Deine*n Lieblings-Gastronom*in unterstützen. Die Plattform simply delivery stellt Restaurants gerade kostenlose ihre Software für Lieferbusiness zur Verfügung (auf zwei Monate beschränkt).

3. Kleine und soziale lokale Unternehmen unterstützen

Auch Einzelhändler*innen und die vielen kleinen, feinen Läden in Deiner Umgebung sind gerade auf Support angewiesen, um nicht bankrott zu gehen. Ja, online shopping ist bequem – aber gerade jetzt kommt es darauf an, lokal zu kaufen, damit die Läden, die unsere Stadt ausmachen, auch nach der Krise noch da sind. Auch viele lokale Läden habe tolle Onlineshops. Schau doch einfach mal nach und kaufe dort! Auch auf Plattformen wie kaufnebenan.de, long live the block, smallbusinesshero, oder Einzelheld findest Du viele lokale Läden sowie Tipps und Ideen, um diese zu unterstützen. In vielen Städten sprießen außerdem lokale Hilfsplattformen aus dem Boden, um lokale Blumen-, Buch- oder anderen Läden zu helfen. Auch eBay hat ein Soforthilfeprogramm ins Leben gerufen, um kleine Unternehmen und lokale Einzelhändler zu unterstützen.

4. Ehrenamtlich engagieren

Wir wissen, gerade ist Social Distancing angesagt! Aber trotzdem kannst Du helfen. Denn auch lokale Hilfsorganisationen brauchen derzeit Unterstützung, da viele freiwillige Helfer*innen selbst zur Risikogruppe gehören oder wegfallen. In vielen Städten hat die Tafel aufgrund von Ansteckungsgefahr geschlossen. Um weiterhin Bedürftige mit Essen versorgen zu können, werden vielerorts die Lebensmittelpakete vor die jeweilige Haustür geliefert – und zwar kontaktlos. Hier kannst Du zum Beispiel als Fahrer*in helfen. Frag doch mal bei Deiner lokalen Tafel nach! Auch auf Plattformen wie Vostel oder der App Let’s act kannst Du Dich über Ehrenamt informieren.

5. Spenden

Ob mit Geld-, Lebensmittel- oder Sachspenden, Du kannst vielen Projekten oder Hilfsorganisationen auf unterschiedliche Weise helfen. Lokale Hilfsorganisationen wie die Bahnhofsmission, Caritas, und die Tafel brauchen gerade dringend Unterstützung, um auf die Situation reagieren und armen, kranken und alten Menschen auch weiterhin helfen zu können. Zudem gibt es zum Beispiel eine Nothilfe-Spenden-Aktion der Diakonie auf facebook, um obdachlosen Menschen zu helfen.

In der jetzigen Situation ist es für viele Obdachlose oder finanziell benachteilige Menschen noch schwerer an Lebensmittel, Hygieneprodukte oder Kleidung zu kommen. Lebensmittelspenden gehen zurück, Menschen sind kaum noch auf der Straße unterwegs und geben so kein Geld mehr in die Tassen der Menschen, die auf der Straße oftmals um ihr Überleben kämpfen. Wenn Du also originalverpackte, noch ein paar Tage haltbare Lebensmittel hast, kannst Du diese gerne an die Tafel spenden. Mehr Informationen hier. Oder zum Beispiel in Fairteiler-Stationen in Deiner Nähe geben. Wichtig: ggf. Kühlkette einhalten. Eine schöne Idee sind auch die Gabenzäune wie in Berlin oder Hamburg, wo Tüten voll mit Zahnpasta, warmen Pullovern oder Essen hängen. Weitere Informationen, um Obdachlosen zu helfen, findest Du hier.

Auch Tierheime brauchen Unterstützung. Viele Tiere werden derzeit aufgrund von Krankheit oder Quarantäne abgegeben, auch Spenden und Helfer*innen fehlen. Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe kannst Du zum Beispiel anbieten auf das Haustier Deiner*s kranken Nachbar*in aufzupassen. Frag auch gerne bei Deinem lokalen Tierheimen an, was sie gerade benötigen.

Aktuell fehlen auch Blutspenden! Wenn Du Dich fit fühlst, informiert Dich beim DRK.

6. Sei selbst ein*e Held*in

Held*innen gesucht! In der aktuellen Situation wird auch Personal für den Pflegedienst, Supermärkte oder Krankenhäuser gesucht. Wenn Du Dich fit fühlst und Du gerade Zeit hast, weil Uni oder sogar Dein Job wegfallen, kannst Du hier unterstützen. Gerade Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen werden derzeit stark belastet. Oftmas kannst Du Dich auch ohne medizinische Vorkenntnisse als Helfer*in bewerben. Natürlich nur, wenn Du nicht zur Risikogruppe gehörst! Dazu gibt es Bewerbungsbögen, wie zum Beispiel bei Vivantes Berlin oder dem Städtischen Krankenhaus in Kiel. Auch auf GoodJobs findest Du Jobs, die gerade dringend gebraucht werden.

7. Masken nähen

Gerade werden dringend Mund-Nasen-Schutzmasken benötigt, da diese oft gewechselt werden müssen. Einige Unternehmen haben sogar schon ihre Produktion umgestellt und produzieren nun Masken oder das Fließ, das für diese gebraucht wird. Wenn Du eine Nähmaschine besitzt, kannst auch Du helfen! Für Dich und Deine Familie oder für andere. Es gibt bereits einige Nähanleitungen im Internet und Sammelaktionen für selbstgenähte Masken. Eine Anleitung findest Du zum Beispiel hier oder hier.  Bitte achte dabei darauf nur Baumwollstoffe zu verwenden, die bei mindestens 60 Grad gewaschen werden können und vernäh sie mit drei Lagen. Auch der Makerspace Gießen hat eine tolle Aktion gestartet. Zum Beispiel hat Kinderpact Hamburg auf Instagram nach selbstgenähten Masken gefragt, für München findet ihr weitere Informationen hier. Kennst Du eine Liste für Annahmestellen für selbstgenähte Masken? Dann schreib uns!

8. Petition unterschreiben

Aktuell werden viele Petitionen, Initiativen und Crowdfundings gestartet, die die Menschen unterstützen sollen, die unter der jetzigen Situation besonders leiden. Eine wichtige ist die Petition für Pflegekräfte. Denn die brauchen vor, während und nach der Corona-Zeit mehr als Applaus und warme Worte des Dankes. Sie brauchen faire Löhne, Schutzmaterialien und mehr Personal.

Tolle Crowdfunding-Kampagnen findest Du zum Beispiel auf startnext. Ein Projekt, auf das wir aufmerksam geworden sind ist Kochen für Helden, das in Berlin Menschen in Funktionsberufen mit warmen Mahlzeiten am Arbeitsplatz beliefern möchte. Oder die Startnext Corona Hilfsaktion, mit der Kreative und Gründer*innen unterstützt werden sollen.

9. Zeit nutzen

Wer gerade Zuhause sitzt (#stayathome) kann die frei gewordene Zeit auch sinnvoll nutzen. Auch die Kinder möchten bespaßt werden und müssen etwas für die Schule tun. Beispielsweise bietet ALBA Berlin auf youtube Sportstunden für Kita-, Grundschul- oder Oberschul-Kinder an. Auch viele andere Sporteinrichtungen, Yoga- und Fitness-Studios haben ihr Onlineangebot ausgebaut. Zudem gibt es Lernhilfen wie die ANTON App, die kostenlose und werbefreie Übungen und interaktive Erklärungen zu vielen Schulfächern bietet. Die Kiron University bietet kostenlose Tutorials für Lehrer an, um in Zeiten von Corona online zu unterrichten. Viele Büchereien bieten derzeit außerdem kostenlos Online-Ausleihen an. Und das nicht nur in großen Städten wie Hamburg, München, Bremen oder Köln, sondern auch in kleinen Gemeinden wie Kiel, Gießen, oder Frechen. Im Rahmen des 48-stündigen #WirVsVirus-Hackatons ist die App Parents in Pandemic enstanden, die kreative Ideen und Aktivitäten und weitere Dinge bieten, die Eltern gerade brauchen könnten.

Gerade sind auch Menschen in Heimen besonders einsam, da sie keinen Besuch mehr empfangen dürfen. Wie wäre es da, einfach mal einen Brief zu schreiben? Die Brieftauben-Aktion sendet gemeinsam mit freiwilligen Briefeschreiber*innen Briefe an soziale Einrichtungen, um den Bewohner*innen in Zeiten von Besuchsverboten eine Freude zu bereiten.

10. Psychologische Hilfe in Zeiten von Corona

Mit dem Corona-Virus sind auch viele Einschränkungen und Ängste verbunden, die für viele Menschen eine große Herausforderungen darstellen. Auch die Einsamkeit und die neuen Strukturen wie Homeoffice machen vielen zu schaffen. Hole Dir Unterstützung, wie Du mit Panik, Sorgen oder ähnlichem umgehen kannst. Beispielsweise bietet die E-Mental-Health-Plattform HelloBetter psychologische Unterstützung per Telefon oder Chat an. Auch die Telefonsorge, Hausärzte, Fachärzte und psychiatrische Kliniken sind nach wie vor geöffnet. Weitere Informationen hier. Auch bei häuslicher Gewalt, die in der jetzigen Zeit, wenn viele auf engstem Raum zusammen sein müssen, leider ansteigt, gibt es Hilfe!

Unser Herz geht raus an alle, die gerade Unterstützung brauchen, und an alle, die helfen! Bleibt gesund – und vor allem Zuhause! P.S.: Wir versuchen, diese Liste immer mal wieder zu erweitern. Trotzdem erhebt diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Du andere tolle Projekte, Initiativen oder Ideen kennst, schreib uns gerne in den Kommentaren!

Tamara Schiek

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