Warum brauchen wir eine FASHION REVOLUTION?

© Isaque Junior

Wir erinnern uns: Am 24. April 2013 brach das Rana Plaza-Gebäude in Bangladesch zusammen. 1.138 Menschen starben und weitere 2.500 wurden dabei verletzt. Damit ist dies die viertgrößte industrielle Katastrophe in der Geschichte, die zum Symbol für eine Industrie wurde, in der Schönheit und Grausamkeit eng beieinanderliegen.

In Rana Plaza gab es fünf Bekleidungsfabriken, in denen Kleidung für große globale Marken hergestellt wurde. Doch aus dieser Katastrophe ist auch etwas Positives entstanden: Die Fashion Revolution-Bewegung war geboren. 1.138 Menschen – an einem Tag, in einem Gebäude – und nun?

Ein Umdenken beginnt: Fashion Revolution

Seitdem haben sich Menschen aus aller Welt zusammengetan und es ist eine der größten Bewegungen weltweit geworden, um die Macht der Mode für eine gerechtere Modeindustrie zu nutzen. Diese Woche ist es wieder soweit und die Fashion Revolution Week 2019 findet von 22.-28. April 2019 statt.  Aufbauend auf den Fashion Revolution Day am 24. April 2019 gehen in dieser Woche in allen deutschen Großstädten die Menschen auf die Straße, um eine transparentere und positivere Industrie einzufordern. Menschen aus über 68 Ländern beteiligen sich mit Events, Flashmobs, Workshops, einer weltweiten Selfie-Kampagne und stellen kleinen und großen Modemarken die gleiche Frage: „Who made my clothes?“.

© Paula G. Vidal | Fashion Future Forward e.V.

Wirkung, die messbar ist

Bereits 2018 erreichte die Fashion Revolution-Kampagne 275 Millionen Menschen offline und online weltweit. Die Frage an Modelabels #whomademyclothes wurde von über 173.000 Menschen in sozialen Medien genutzt. Vor einem Jahr haben insgesamt 3.838 Marken auf die #whomademyclothes-Forderungen geantwortet, ihre Geschichten unter #imadeyourclothes geteilt und so die Hersteller*innen hinter unserer Kleidung sichtbarer gemacht. Das sind 37 Prozent mehr als 2017.

Social Entrepreneurship in der Modeindustrie

Doch nicht nur Konsument*innen befassen sich zunehmend mit dem Thema nachhaltiger und ethischer Mode, sondern auch die Modelabels selber. In den vergangenen Jahren ist dieses Thema ebenso in den Fokus von Social Startups gerutscht. Nachhaltigkeit wird dabei nicht nur auf materieller Lieferebene verstanden, sondern ebenso in die Unternehmenskultur integriert. Soziales Unternehmertum wird auf kreative Herangehensweise zur Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen.

Diese fünf Modelabels zeigen, dass es auch anders geht und wie eine nachhaltige und faire Modeindustrie möglich wäre:

We are KAL ist eine Gemeinschaft von Menschen, die alle Teil des Zyklus eines Produktes sind. Sie sind Bäuer*innen, Spinner*innen, Weber*innen, Nomaden, Designer*innen, Stricker*innen und Kulturliebhaber*innen, die sich zum Ziel gesetzt haben, wertvolle Produkte im Einklang mit Natur und Mensch zu kreieren.

Somskat – Slow Fashion vereinen Ethik und Ästhetik in einem Slow Fashion-System, das die Produktion von Überbeständen reduziert und auf nachhaltige Materialien setzt. Kund*innen entscheiden, welches Design und welche Produkte von Somskat entwickelt werden.

Myconics ist ein Online Marktplatz für einzigartige, qualitativ hochwertige und moderne Mode- und Wohnaccessoires. Ihre Vision ist es Nachhaltigkeit für alle zugänglich zu machen. Sie bieten daher Manufakturen und jungen Marken eine Plattform.

Stitch by Stitch haben zusammen mit geflüchteten Frauen einen maßgeschneiderten B2B-Schneiderworkshop gestartet – der Ort für kleine deutsche Modelabels. Sie unterstützen ihre Näherinnen dabei, ihre Fähigkeiten und Techniken zertifiziert zu bekommen, während sie gleichzeitig in Workshops die deutsche Sprache erlernen.

Bei Yvette en vogue (Launch Juni 2019) geht es darum, den Schaffensprozess von nachhaltiger Mode in Kooperation mit anderen Modelabels zu nutzen, um so das Thema „Creative Problem Solving“ und unternehmerisches Denken auch für die Zivilgesellschaft erlebbar zu machen.

Deine Stimme kann alles verändern

Der Kern der Kampagne von Fashion Revolution findet online statt, sodass jeder von überall und jederzeit die Bewegung und das Umdenken in der Modeindustrie mitgestalten kann. Von Citizen Action kit; Kampagnen-Materialien zum Teilen; Influencer Action Kit; Write a letter to a brand; Try a #haulternative und vielem mehr hat Fashion Revolution hier alles für Dich vorbereitet.

© Yuko Nagaoka | Fashion Revolution

Du möchtest selber aktiv werden? Dann werde Teil der größten Events zur Fashion Revolution Week in folgenden Städten:

Und dann?

Du hast selbst eine Idee für ein Social Startup im Bereich Fair Fashion? Social Impact bietet Dir Stipendienprogramme, die Dich dabei unterstützen und begleiten, aus Deiner Idee ein soziales Unternehmen zu machen. Hier erfährst Du mehr über alle Angebote von Social Impact.

Damit nach der April-Kampagne das Thema nicht in Vergessenheit gerät, kannst Du auch weiterhin die regionalen Akteure wie Fashion Future Forward e.V. und Fashion Revolution Deutschland bei Workshops, Events und gemeinsamen Aktionen unterstützen.

Wir haben nur einen kleinen Einblick in die Bewegung gegeben und es gibt gewiss noch zahlreiche weitere Faktoren, die sehenswert sind. Daher kannst Du hier Dein Wissensdurst zu diesem Thema stillen.

Autorin: Angelina Probst

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