Messeauftritt nachhaltig planen: Was Startups beachten sollten

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18.05.2018 – Messen sind nach wie vor ein beliebtes Format, wenn es darum geht das eigene Unternehmen zu präsentieren, eine Produktneuheit vorzustellen oder Neukunden zu gewinnen – auch für Startups. Viele Messen haben inzwischen sogar spezielle Angebote für junge Unternehmen: Hallen, in denen ausschließlich Gründer ausstellen oder besondere Tarife, die auf das Budget von Startups ausgerichtet sind. Damit ein Messeauftritt nicht jedes Mal komplett neu geplant werden muss und das Konzept nachhaltig und trotzdem immer auf dem neuesten Stand ist, gibt es einige Kniffe, die Startups bei der Messeplanung anwenden können.

Die Messe ist ausgesucht und die Zielsetzung steht. Jetzt ist es Zeit, sich Gedanken über den Messestand und die dazu nötigen Maßnahmen zu machen. Hier spielen eine Reihe von Komponenten eine Rolle: Angefangen bei den Materialien aus denen der Stand besteht über das Verpackungsmaterial bis hin zu den Medien, die am Stand ausliegen. Ein nachhaltiges, gut durchdachtes Standkonzept hat den Vorteil, dass es bei der nächsten Messe wiederverwendet werden kann. Meist entstehen bei der Erstkonzeptionierung und Anschaffung zwar einmal etwas höhere Kosten, dafür sind die Folgekosten für die nächsten Messeauftritte geringer und es wird weniger Material weggeschmissen. So können Gründer ihr Portmonee schonen und nebenbei auch noch der Umwelt durch ressourcenschonende Planung etwas Gutes tun.

Clever transportiert – so geht ressourcenschonende Verpackung auf Messen

Wenn man an Messestände denkt, dann haben viele den Prototyp eines typischen Standes vor Augen: ausgelegt mit schweren Teppichen, auf den Tischen finden sich Flyer über Flyer und die Standwände und -möbel sind aus günstigem Kunststoff. Hier gilt es anzusetzen. Denn viele der oft gesehenen Materialien werden ein einziges Mal verwendet und dann direkt nach der Messe entsorgt. Das gilt für Teppichböden, Verpackungsmaterialien, genau wie für Printprodukte, die nach der Messe übrigbleiben und dann aufgrund von nicht mehr aktuellen Informationen in den Müll wandern. Stattdessen auf ressourcenschonende Materialien und modulare Lösungen setzen, ist das Motto. Viel Müll entsteht schon bei den Verpackungsmaterialien. Oft werden die zu transportierenden Elemente in jede Menge Plastikfolie eingewickelt, die nach dem Auspacken weggeschmissen wird. Außerdem fallen bei jedem Transport wieder Kosten für die Folie an. Standbaumaterial kann aber genauso gut in dafür individuell konstruierten Packkisten aus Holz oder in Flightcases sorgfältig verstaut und anschließend transportiert werden. Kleinere Teile können gesammelt in Rollcontainern zur Messe gebracht werden. Für zusätzlichen Schutz können die Kisten mit Stoffen ausgekleidet werden, die vor Kratzern und Beschädigung schützen. Eine langfristige Lösung, die sich schnell amortisiert hat!

Messestand: Auf nachhaltige Materialien setzen

Der Transport ist geregelt, an welchen Stellschrauben kann in puncto Nachhaltigkeit noch gedreht werden? Zum Beispiel am Boden. Eine gute Alternative zum Teppichboden ist Holzboden. Holzelemente in der Größe von einem Quadratmeter können leicht verlegt, auf die individuelle Größe des Standes angepasst und so natürlich auch bei Folgeveranstaltungen wiederverwendet werden. Die Vorteile: Die Entsorgungskosten entfallen, aufgrund der kleinen Größe der Elemente fällt wenig überschüssiges Material an, außerdem ist Holz ein Naturmaterial, das den Messestand warm und freundlich erscheinen lässt. Das gleiche gilt für Wände und Möbel. Wenn man Materialien verwendet, die langlebig sind und dazu noch freundlich wirken, hat man als Aussteller gleich doppelt gewonnen. Die Messebesucher kommen gerne an den Stand und der Geldbeutel lacht!

Werbemittel: Digital statt analog

Ein weiterer wichtiger Punkt, wenn es um Materialien geht, sind die Werbeträger. Printmaterialien veralten wahnsinnig schnell und bekommen dazu immer weniger Beachtung. Vielen Messebesuchern ist es nämlich zu umständlich alle gesammelten Materialien den ganzen Tag mit sich herumzuschleppen. Die Lösung: Digitale Werbeträger. Zum Beispiel eine Kundenkarte, mit der Informationen an verschiedenen Stellen des Standes durch Auflegen abgerufen werden können und den Kunden sofort per Mail geschickt werden. So können die Kunden auf Wunsch auch nach der Messe mit aktuellen Neuigkeiten versorgt werden und die Kundenbindung wird nachhaltig gestärkt.

Kreativ darf es sein

Nachhaltigkeit besteht aber nicht nur darin, dass die verwendeten Materialien und Mittel ressourcenschonend sind. Auch die Idee hinter dem Stand sollte durch Langlebigkeit überzeugen, die Aufmerksamkeit auf das Unternehmen lenkt und bei der Zielsetzung der Veranstaltung unterstützt. Heutzutage ist es wichtig, aus der Masse der Angebote herauszustechen. Kreative Ideen sind gefragt. Die Ansätze hierzu sind vielfältig: Man kann das eigene Produkt in Übergröße am Stand platzieren, eine Produktdemonstration in das Standkonzept einbauen, einen großen Eyecatcher oberhalb des Standes platzieren oder die Messebesucher durch eine Umfrage in die nachhaltige Konzeption des zukünftigen Messestandes einbeziehen. Je außergewöhnlicher die Ideen sind, desto mehr Aufmerksamkeit zieht der Stand auf sich und das Unternehmen schafft mit dem Messeauftritt eine nachhaltige Stärkung der Unternehmensziele.

Das war ein kurzer Einblick in die nachhaltige Messeplanung und an welchen Stellschrauben Startups relativ leicht drehen können, um zukünftige Messeauftritte erfolgreich umzusetzen. Denn eine nachhaltige Planung freut nicht nur die Umwelt und das Sparschwein, sondern verkörpert auch die zukunftsorientierte Ausrichtung von Startups!

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Info zum Autor David Suermann:
David Suermann ist Gründer der klardenker GmbH, einer Kölner Agentur für nachhaltiges Erlebnismarketing. Seine Meinung: Events und Messen müssen endlich nachhaltig werden. Jedes Jahr landen Tonnen an Rohmaterial nach Messen im Müll – das muss geändert werden.“, David Suermann hat langjährige Erfahrung im Bereich Messe- und Eventmarketing, plante bereits Veranstaltungen mit über 3 Millionen Besucher, war für Bauleitungen mit 10.000 Mitarbeitern zuständig und verantwortete Einzelbudgets über mehrere Millionen Euro.

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1 Kommentar zu "Messeauftritt nachhaltig planen: Was Startups beachten sollten"

  1. Ich wusste nicht, dass immer mehr Unternehmen ihren Messeauftritt nachhaltig planen.

    Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal auf einer Messe und möchte mich optimal vorbereiten. Dabei möchte ich, dass mein Ausstellungsstand perfekt wird.

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