Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019: Gesellschaftliche Wirkung vor Finanzieller

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 - SEND Team

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 – es ist wieder soweit. Die aktuelle Untersuchung zeigt: Für eine enkeltaugliche Zukunft zu arbeiten ist der wichtigste Treiber für Sozialunternehmer*innen.  

In den kommenden Jahren sind große gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen: der Klimawandel, gesellschaftliche Spaltung, die Umbrüche der digitalen Transformation oder unsere alternde Gesellschaft. Social Entrepreneurs gehen diese Herausforderungen an. Dies und mehr zeigt die neu erschienene Studie, für die Sozialunternehmer*innen zum Status ihrer Organisation befragt wurden.

„Eine andere Art des Wirtschaftens ist möglich“, sagt Michael Wunsch, Leiter Wissenschaftliche Kooperationen SEND.

Soziale Rendite > Finanzielle Rendite

Im DSEM zeigt sich, dass die soziale und/oder ökologische Wirkung, die die Social Entrepreneurs mit ihrer Unternehmung erreichen wollen, für mehr als 80% bedeutender ist als die Maximierung ihrer finanziellen Rendite. Neben der gesellschaftlichen Wirkung nach außen, setzen viele der Social Entrepreneurs auch auf eine Wirkung nach innen. New Work Themen wie Mitarbeiterpartizipation werden bereits von vielen Social Entrepreneurs aktiv gelebt. So binden 84,2% ihre Mitarbeitenden in strategische Entscheidungen ein und Franziska Kreische vom betterplace.lab stellt fest: “Neben vielen organisatorischen Vorteilen erleben wir, dass diese Arbeitsweise uns selbst unterstützt, menschlicher zu sein: Empathischer, ehrlicher, kooperativer.”

Herausforderungen warten

Deutlich wird aber auch, dass Social Entrepreneurship sich in Deutschland noch vielen Herausforderungen stellen muss. Insbesondere die Start- und Anschlussfinanzierung und das Fehlen einer passenden Rechtsform sind laut DSEM für mehr als jeden zweiten Social Entrepreneur eine bedeutsame Hürde. „Wir haben uns für eine hybride Struktur entschieden, da es keine Rechtsform gibt, die beide Komponenten, also das Unternehmerische und das Soziale, in einem Konstrukt vereint.“, erklärt David Griedelbach, Gründer und Geschäftsführer von Quartiermeister.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 – die wichtigsten Ergebnisse:

  • 96,7% der befragten Social Entrepreneurs messen dem Lösen gesellschaftlicher Herausforderungen mindestens so viel Wert bei wie finanzieller Rendite.
  • 87,3% sind deutschlandweit innovativ.
  • 21,2% der befragten Social Entrepreneurs beschäftigen 10 Mitarbeiter*innen oder mehr.
  • Startfinanzierung, Anschlussfinanzierung und der Zugang zum Finanzmarkt stellen sich für jeweils über 50% als schwierig dar.
  • Das Fehlen einer passenden Rechtsform ist für 51,4% der befragten Social Entrepreneurs eine relevante Hürde.
  • Der Frauenanteil der Gründer*innen ist mit 46,7% vergleichsweise hoch.
  • Die Mehrheit (81,6%) der Social-Entrepreneurs reinvestiert eigene Gewinne schwerpunktmäßig bis ausschließlich für den Zweck der Organisation. Auch Transparenz, z.B. im Bezug auf Gehälter (63,5%), und Partizipation in Form von Mitarbeitereinbindung bei strategischen Entscheidungen (84,2%) werden von vielen Social Entrepreneurs gelebt.
  • Die am häufigsten genannten Wirkungsfelder sind Hochwertige Bildung, Nachhaltiger Konsum und Produktion, Gesundheit und Wohlergehen , Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Heruntergeladen werden kann die Studie unter folgendem Link: https://www.send-ev.de/2020-02-14_der-2-deutsche-social-entrepreneurship-monitor-ist-da

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