Crowdfunding und Crowdinvesting – Wertvolle Tipps für Startups

crowdfunding

20.05.2016 – Der Weg in die Selbstständigkeit ist nicht einfach – insbesondere, wenn es um die Finanzierung geht, denn: Auch die beste Idee und das beste Team können nicht bestehen, wenn das Kapital fehlt, um aus dem Projekt ein Business zu machen. Da Banken an dieser Stelle nicht immer offene Ohren haben, kommt der Finanzierung aus der Crowd vor allem im Startup-Sektor eine ganz besondere Bedeutung zu. Wie die beiden am häufigsten gewählten Modelle Crowdfunding und Crowdinvesting funktionieren, zeigt dieser Artikel.

Die Finanzierung über die Crowd – so funktioniert’s

Wenn Banken einem Startup aufgrund des erhöhten Ausfallrisikos keinen Kredit gewähren, bleibt immer noch der Weg über die Crowd – und der ist keinesfalls schlechter. Im Gegenteil: Hier ist es sehr viel einfacher, an frisches Kapital zu kommen, ohne dafür horrende Zinsen zu zahlen.

Um für das nötige Geld zu sorgen, geht es jedoch auch hier nicht ohne Businessplan. Diesen wollen die Initiatoren von entsprechenden Internetplattformen (Empfehlungen gibt es weiter unten in diesem Artikel) sehen, denn natürlich ist nicht jede Idee tatsächlich eine Gute. Hier geht es auch ein wenig um den Anlegerschutz, aber eben auch darum, nur seriöse Angebote zu veröffentlichen.

Kann der Businessplan überzeugen, darf das Projekt vor der Crowd pitchen. Hierbei stehen Startups verschiedene „Werkzeuge“ zur Verfügung, die unbedingt perfekt geplant und ausgereizt werden sollten:

  • Headline: Die Überschrift des Projekts wird oft unterschätzt – doch gerade sie ist es, die in der Übersicht auftaucht und sofort in den Bann ziehen sollte, ohne dabei leere Versprechungen zu machen. Hier sollten Startups besonders viel Zeit und Kreativität investieren.
  • Der Beschreibungstext: Auf der Projektseite angekommen, müssen auch die Texte überzeugen – wer hier mit leeren Floskeln und bekanntem Marketing „Bla Bla“ um sich schmeißt, zieht nur selten Investoren auf seine Seite. Authentizität ist hier ebenso wichtig, wie die Vorstellung des Business Models.
  • Bilder: Was der Text beschreibt, müssen Bilder zeigen. Prototypen, das Team, die Abläufe – es gibt hier nur wenig Grenzen. Je besser Startups hinter die Kulissen blicken lassen, desto mehr steigt das Vertrauen in die Idee.
  • Das Pitch-Video: Startups können den Bildern noch einen drauf setzen, indem sie den Pitch mit einem Video perfekt abrunden. Hier ist ein noch authentischerer Blick aufs „Große und Ganze“ möglich. Hier kann auch eine ganz persönliche Botschaft an die Crowd gerichtet werden.

Zusätzlich wird natürlich (vorher) die Summe festgelegt, die das Startup zum Durchstarten benötigt. Hierbei ganz wichtig: Realistische Ziele, denn nur, wenn die Summe tatsächlich erreicht wird, wird sie ausgezahlt.

Crowdfunding und Crowdinvesting – ähnlich, aber nicht identisch

Grundsätzlich ist der Ablauf einer Finanzierung über die Crowd immer gleich. Allerdings gibt es im Falle des Crowdfundings und des Crowdinvestings einen großen Unterschied:

  • In beiden Fällen erhalten die Investoren eine Gegenleistung.
  • Beim Crowdfunding sind es keine finanziellen Gegenleistungen – sondern Fanartikel oder exklusive Beta-Zugänge, Vorverkaufsrechte und Ähnliches. Abhängig von der Höhe des Finanzierungsbeitrags können Startups Abstufungen vornehmen.
  • Beim Crowdinvesting jedoch, geht es sehr viel nüchterner zu. Investoren erhalten eine monetäre Gegenleistung, beispielsweise in Form von Unternehmensanteilen oder das Startup zahlt das Geld mit Zinsen zurück.

Einfach und schnell: die Vorteile der Crowdfinanzierung

Crowdfunding und Crowdinvesting haben für beide Seiten – also Startup und Investor – zahlreiche Vorteile. Aus Startup-Sicht ist es in erster Linie natürlich der vollkommen unbürokratische Weg an frisches Kapital zu kommen. Gleichzeitig bedeutet eine Finanzierung über die Crowd:

  • Feedback aus der Community, um die Idee zu verbessern.
  • Erste Käufer, wenn das Projekt an den Markt geht.
  • Im Falle des Crowdfundings: Es handelt sich um kostenloses Kapital – abgesehen von den Aufwendungen für die kleineren Gegenleistungen.
  • Im Falle des Crowdinvestings: Das Kapital ist nicht komplett kostenlos, dafür sind jedoch auch Finanzierungen im sieben- oder achtstelligen Bereich möglich – ein entsprechend gutes Projekt vorausgesetzt.

Auf Investorenseite muss man ebenfalls zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting trennen.

  • Crowdfundern geht es tatsächlich darum, eine gute Idee junger Gründer zu unterstützen – ein moralischer Akt, der „ein gutes Gefühl“ gibt und so vielleicht für ein Produkt oder eine Dienstleistung sorgt, die die Welt noch nie gesehen hat.
  • Crowdinvester wiederum können in Startups investieren und so aus ein paar Euro, sehr viel Geld machen – wenn die Jungunternehmer alles richtig machen.Auf Investorenseite muss man ebenfalls zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting trennen.
  • Crowdfundern geht es tatsächlich darum, eine gute Idee junger Gründer zu unterstützen – ein moralischer Akt, der „ein gutes Gefühl“ gibt und so vielleicht für ein Produkt oder eine Dienstleistung sorgt, die die Welt noch nie gesehen hat.
  • Crowdinvester wiederum können in Startups investieren und so aus ein paar Euro, sehr viel Geld machen – wenn die Jungunternehmer alles richtig machen.

Crowdfinanzierung: So sieht die Rechtslage in Deutschland aus

Um für eine gewisse Regulierung der Crowdfinanzierung zu sorgen, hat Deutschland das Kleinanlegerschutzgesetz ins Leben gerufen, das Finanzinstrumente wie Unternehmensbeteiligungen, Beteiligungen an Treuhandvermögen, Genussrechte und Namensschuldverschreibungen, gewinnabhängige Darlehen und Nachrangdarlehen einschließt – und damit auch für das Crowdinvesting gilt. Das Gesetz sieht folgendes vor:

  • Wer mehr als 1.000 Euro investieren will, muss eine Selbstauskunft ausgeben.
  • Liegt das freie Vermögen bei über 100.000 Euro, übersteigt die Investition das doppelte Monatseinkommen und einen Betrag von 10.000 Euro (pro Person und Jahr) nicht, so ist die Investition „genehmigt“.
  • Startups müssen außerdem ein Vermögensanlagen-Informationsblatt hochladen.
  • Bei mehr als 2,5 Millionen Euro gilt außerdem Prospektpflicht.

Aber: Das alles gilt nicht für das Crowdfunding, weil die genannten Finanzinstrumente hier keine Rolle spielen – in diesem Bereich sind Investoren also noch ein wenig freier unterwegs.

Die besten Crowdfunding- und Crowdinvesting-Plattformen für deutsche Startups

Ohne Crowdfunding- oder Crowdinvesting-Plattform ist natürlich auch keine Finanzierung über die Crowd möglich – deshalb hier die besten Anlaufstellen im Netz:
Für eine Crowdfunding-Kampagne: Kickstarter, Indiegogo und Startnext
Für eine Crowdinvesting-Kampagne: Seedmatch, Bergfürst und Companisto

Fazit

Crowdfunding und Crowdinvesting haben sich als alternative Finanzierungsformen auch in Deutschland einen Namen gemacht – den zahlreichen erfolgreichen Kampagnen sei Dank. Um hier erfolgreich zu pitchen, ist entsprechende Vorbereitung natürlich ganz wichtig. Die angeführten Tipps bieten dafür bereits gute Voraussetzungen.

Über den Autor:

Steuerberater-Franz-SchmidSeit Anfang der 90er Jahre führt Franz Schmid sein gleichnamiges Steuerbüro Franz Schmid in der Tiroler Gemeinde Jenbach. Kompetente Betreuung, Nähe zum Klienten und eine persönliche Beziehung – auf diese Werte legt Franz Schmid besonders großen Wert.
 
 
 
 

Kommentar hinterlassen zu "Crowdfunding und Crowdinvesting – Wertvolle Tipps für Startups"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*