AVANI Eco: Kumala im Kampf gegen Plastik im Meer

© AVANI Eco

Indonesien hat ein Plastikmüll-Problem. Das Land ist nach China hauptverantwortlich für Plastikmüll im Ozean. Einweg-Kunststoffe sind allgegenwärtig und es gibt keine funktionierende Müllentsorgung. Vieles landet in der Landschaft oder wird auf Hinterhöfen verbrannt. Was eingesammelt wird, wird auf riesige Müllberge gefahren. Diese Deponieren türmen sich Hochhaushoch, sind überfüllt und schlecht gesichert. Müll wird von Wind und Regen in Flüsse gespült und landet im Meer. Seit Jahren laufen Programme und Kampagnen für Mülltrennung, Müllvermeidung und Umweltbewusstsein, doch den Produzenten und Konsumenten Müllvermeidung und Recycling beizubringen, ist ein weiter Weg.

Regenwetter als Anlass zur Gründung von AVANI Eco

Kevin Kumala ist leidenschaftlicher Surfer und Taucher und vom Müll im Meer massiv genervt. Gemeinsam mit Freunden forscht Kumala seit 2011 an Bioplastik und experimentierte mit den verschiedensten Ausgangsstoffen, darunter Sonnenblumenkerne, Hyazinthen, Braunalgen und Mangokerne. Als er eines Tages bei Regen in einer Bar auf Bali saß und viele Menschen mit Einmal-Regenponchos vorbei fahren sah, entstand die Idee eines kompostierbaren Bioplastik-Regenponchos, der 2014 zur Gründung von AVANI Eco führte. Es folgten Trinkhalme und To-Go-Verpackungen. Seine Produkte bestehen aus Mais, Soya oder Maniok, Papier, Holz und Bagasse, einem Abfallprodukt der Rohrzuckerproduktion.

Bioplastik. ungiftig, selbstauflösend und kompostierbar

Biokunststoff steht lange in der Kritik, nicht nur nicht wirklich kompostierbar und umweltfreundlich zu sein, sondern auch in Konkurrenz zur Lebens- und Futtermittelindustrie zu stehen. Kumalas Ansprüche sind hoch: Seine Produkte sollen für Mensch, Tiere und Umwelt ungefährlich und ungiftig sein und sich in der Natur in einem halben Jahr zu Humus zersetzen. Heute stellt er Einmalprodukte überwiegend aus Abfällen aus der Lebens- und Futtermittelindustrie her. Auf seinen Präsentationen reißt er ein Stück Bioplastik aus einer Tüte, steckt es in ein Glas mit warmen Wasser, rührt eine Minute um bis sich sein Biokunststoff auflöst – und trinkt das Glas leer. Es ist der bisher einzige Biokunststoff, der frei von Toxiden ist und wird aus Abfällen der Maniok-Herstellung produziert, einer stärkehaltigen Wurzel, die in Afrika und Asien als Lebensmittel dient.

#IAMNOTPLASIK: Das Engagement geht über die Produktion von Bioplastik hinaus

AVANI Eco engagiert sich in Kampagnen gegen Plastik und bei Müllsammel- und Strandsäuberungsaktionen und erklärt, wie man richtig kompostiert. Selbst gegen Polymere auf Erdölbasis in der Mode tritt AVANI Eco an und kooperiert mit Modelabels. AVANI Eco Biokunststoff gibt es als Umverpackungen, in Taschen verarbeitet und sogar als Stoff von spektakulären Kostümen auf der Jakarta Fashion Week. Kevin Kumala hat Erfolg. 2016 hat AVANI Eco allein in Bali fast 200 Tonnen Kunststoff durch Biokunststoff ersetzt. Das Unternehmen hat schon einige prominente Abnehmer gefunden, liefert in mehr als 20 Länder und baut derzeit eine Produktionsstätte im Mittleren Osten. Doch noch nicht alle AVANI Eco Biokunststoffe erfüllen Kumalas Ansprüche. Auch ein Teil seiner Produkte müssen in industrielle Kompostieranlagen oder in die thermische Verwertung, um tatsächlich zu zerfallen. Die Suche nach Alternativen geht also weiter.

Autorin: Anna-Katharina Ullmann

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