Achter März – Internationaler Frauentag

Seit mehr als 100 Jahren wird der Internationale Frauentag bereits begangen, um für die Gleichberechtigung der Geschlechter zu kämpfen. In Berlin wurde dieser wichtige Tag inzwischen zum gesetzlichen Feiertag ernannt. Ein Tag, der daran erinnert, dass es mehrheitlich Frauen sind, die die Arbeit im Haushalt verrichten und sich um die Familie kümmern. Ein Tag, der daran erinnert, dass Frauen nach wie vor einen geringeren Lohn erhalten als Männer. Ein Tag, der daran erinnert, dass viele Frauen täglich psychische und physische Gewalt erfahren.

Veranstaltungen rund um den 8. März

Der 8. März verdeutlicht schließlich, dass die weiblichen Stimmen viel zu oft unerhört bleiben. Um dem entgegenzuwirken, bietet zum Beispiel der Göttinger Verein Kore e.V. am 6. März den Sprech-Workshop „Eure Stimmen sind aus Gold“. Auch in Berlin, München, Frankfurt, und vielen anderen Städten gibt es an diesem Tag viel Programm.

Das Phänomen des Gender Pay Gaps

Das Phänomen des Gender Pay Gaps – also des geschlechts­spezifischen Verdienst­unterschieds zwischen Frauen und Männern – betrifft nicht nur Deutschland. Eine Erhebung der Europäischen Kommission legt dar, dass Frauen in der EU 16 % weniger verdienen als Männer (Stand: 2017). Die Lohnlücke wird unter anderem damit begründet, dass Männer häufiger einem Beruf nachgehen als Frauen, vermehrt in Führungspositionen anzutreffen sind und seltener einer Teilzeitarbeit nachgehen.

Business and Professional Women

Das Netzwerk Business and Professional Women (BPW) kämpft gegen den Gender Pay Gap an. Hierfür initiierte BPW bereits 2008 den Equal Pay Day. Das Netzwerk engagiert sich jedoch nicht nur für eine Lohngleichheit, sondern auch für eine finanziell bessere Absicherung von Frauen, für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und dafür, dass mehr Frauen eine Führungsposition innehaben. Der Verband arbeitet auf nationaler und internationaler Ebene und strebt eine Chancengleichheit in Beruf, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an. Das Netzwerk bildet einen Dachverband von 35 regionalen Clubs in ganz Deutschland. Diese Regionalverbände bieten Unternehmerinnen und berufstätige Frauen Unterstützung in ihrer beruflichen Entwicklung an – von Mentoring bis zur Möglichkeit, sich mit anderen Frauen auszutauschen.

Die Unterrepräsentation von Frauen in Startups

Dass nur rund 15 Prozent der weiblichen Bevölkerung Deutschlands selbst ein Startup eröffnet, verdeutlicht, dass die Arbeit eines Netzwerkes wie BPW vonnöten ist. Eine Ursache für diese Unterrepräsentation in der Selbstständigkeit wird unter anderem darin gesehen, dass Frauen bevorzugt auf eine finanzielle Absicherung setzen. Die nach wie vor bestehenden traditionellen Rollenbildern tragen ebenfalls ihren Anteil zu dieser geringen Prozentzahl bei.

Von Frauen gegründete Social Startups – ein paar Beispiele

Dass auch Frauen wundervolle Ideen haben und noch mehr von ihnen den Mut haben sollten, ein Social Startup zu gründen, zeigen zum Beispiel Kati Bermbach und Nora Blum. Mit ihrem Online-Projekt „Selfapy“ bieten sie Soforthilfe bei psychischen Belastungen an. Dabei kann eine Beratung in Form eines Chats oder eines Telefongesprächs in Anspruch genommen werden. Selfapy bietet zudem verschiedene Online-Kursprogramme, etwa zu Depressionen, Panikattacken oder Essstörungen.

Mareike Geiling ist Mitgründerin des Social Startups “Zusammenleben Willkommen“, früher „Flüchtlinge Willkommen“. Die Plattform hilft geflüchteten Personen bei der WG-Suche und bringt sie schließlich mit Wohnraumanbietenden zusammen. Das Projekt finanziert sich über Spenden, bereitet die Kostübernahme durch Ämter vor und steht bei Fragen rund um das WG-Leben beratend zur Seite. Bei den entstandenen Lokalgruppen sind ehrenamtlich Engagierte jederzeit willkommen.

Milena Glimbovski gründete 2014 mit dem Berliner Supermarkt „Original Unverpackt“ nicht nur ein Social Startup, sondern zugleich den ersten Supermarkt, der sich dem Zero-Lifestyle widmet. Nach der Eröffnung sprossen in ganz Deutschland weitere Unverpackt-Läden förmlich aus dem Boden. Zum Beispiel „Wunderbar Unverpackt“ in Göttingen und Braunschweig – ebenfalls von einer Frau gegründet. Für ihre Arbeit erhielt Denise Gunkelmann bereits mehrere Auszeichnungen, zum Beispiel 2017 den Braunschweiger Klimapareis in der Kategorie „Kleinunternehmen“.

Über den Autor

Lea Dinter
Lea setzt sich bereits im Rahmen ihres Studiums mit Begriffen wie Gleichberechtigung und Empowerment auseinander. Weil ihr die theoretische Auseinandersetzung nicht genügt, möchte sie gern auch mehr über Unternehmen erfahren und berichten, bei denen Gleichberechtigung großgeschrieben wird. Auch als (frisches) Amnesty-Mitglied wird sie damit immer wieder konfrontiert. Nachhaltigkeit, Umwelt- und Tierschutz sind Lea ebenfalls ein Anliegen. Artikel, mit einer solchen thematischen Ausrichtung werden vor ihr nicht sicher sein. Die Motivation hierzu lässt sich leicht erklären: Wir haben keinen Planeten B. Da Lea stets einen Hund an ihrer Seite hatte, weiß sie spätestens dadurch, dass Tiere wundervolle Lebewesen sind und damit unsere besondere Achtung verdienen.

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