Kleidertausch mit Folgen – Abofalle bei Zamaro

Zamaro

Zamaro, gegründet 2014, sorgt für negative Schlagzeilen. Schade, scheint der Kleidertausch doch anfänglich eine wundervolle Gelegenheit, um alte Kleidung in neue einzutauschen. Interessierte können Zamaro ihre Artikel zusenden und sich neue Kleidung aussuchen. Der Onlineshop wirbt mit 300.000 Tauschartikel in top Qualität.

Das Probeabo bei Zamaro

Der Online-Shop Zamaro wirbt mit einem kostenlosen Probeabo, das sich später als teures Abo entpuppt. Wir berichteten auf social-startups bereits in einem früheren Artikel über zamaro.de: Damals waren die Feedbacks weitgehend positiv, das hat sich im Laufe der Zeit geändert.

Die SwapPLUS-Mitgliedschaft

Kunden sollen für ihre alte Kleidung Punkte bekommen und können sich dafür neue Markenware aussuchen. Lediglich für die Verpackung und den Versand sollen Kosten anfallen. Wer bei der Registrierung jedoch das Kleingedruckte überließt, schließt ahnungslos eine 24-wöchige SwapPLUS-Mitgliedschaft ab. Der 6-monatige Modetausch kann Kunden beispielsweise 383 Euro kosten. Mit Lockangeboten, in dem der Kunde 100 Punkte geschenkt bekommt, versucht Zamaro die Kunden zu ködern.

Die Verbrauchentrale warnt

Der Bestellvorgang ist für Kunden nicht transparent. Den Kunden ist nicht bewusst, ein Abo abgeschlossen zu haben. Die Testmitgliedschaft verlängert sich in eine Plusmitgliedschaft, wenn der Kunde nicht innerhalb von 7 Tagen kündigt. „Das geht nicht, denn es ist ja ein Vertrag: Testmitgliedschaft und Plusmitgliedschaft – das ist ein Vertrag. Das heißt, die Dienstleistung ist nicht vollständig in der Testphase erbracht. Somit kann das Widerrufsrecht auch nicht vorzeitig erlöschen“, so die Verbraucherzentrale. Die auf sieben Tage verkürzte Widerrufsfrist unterschreitet die gesetzlich festgelegte 14-tägige Frist und ist deshalb nicht rechtens.

Was können Betroffene tun?

Die Verbraucherzentrale rät zu einem Widerruf (nicht zu einer Kündigung) bis 14 Tage nach Vertragsabschluss (und genauso schreiben: Ich widerrufe den Vertragsabschluss.). Einen Nachweis des Schreibens sollten sie unbedingt aufbewahren.

Nach den 14 Tagen können sie die Mitgliedschaft bei Zamaro widerrufen. Internetfachanwalt Christian Soldecke stellt allen Betroffene ein Musterschreiben zur Verfügung. Bisher wurden die Kunden beim Klick auf die Internetseite nicht über die entstehenden Gesamtkosten informiert (Abonnement über 24 Wochen = 384 Euro). “Dadurch, dass unter Gesamtpreis nur die aktuellen Versandgebühren, nicht jedoch der Gesamtpreis des Abos genannt wird, verstößt zamaro.de gegen die gesetzlich erforderliche Informationspflicht”, so Fachanwalt Christian Solmecke.

Ihr Recht als Kunde

Nicht unterkriegen lassen! Ist der Betrag bereits abgebucht, lassen sie das Geld umgehend von ihrer Bank zurückbuchen. Bei Drohungen mit Inkasso seitens Zamaro, sollten sie sich nicht einschüchtern lassen. Bekommen sie einen gelben Brief vom Gericht, suchen sie sich Rechtsbeistand. Viele Fälle unterscheiden sich, da der Betreiter die Website zamara.de mehrfach geändert hat.

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