Shoemates – wie TOM’S nur mit Brezel?

Ein Junge in Afghanistan erhält sein Paar gespendete Schuhe.

 

27.09.2017 – Was angefangen hat als Studentenprojekt kann dem US-Bekleidungsunternehmen TOM’S bald Konkurrenz machen. Die Idee ist bei den beiden sozialen Firmen die gleiche: Nach dem Prinzip „Get one –give one“ werden fair produzierte Schuhe verkauft und anderswo in der Welt vom Erlös ein weiteres Paar an bedürftige Kinder gespendet.

Shoemates fokussiert sich dabei ausschließlich auf Afghanistan, denn daher stammt der Shoemates Gründer Obaid Rahimi. Der Passauer Student der Philosophie und Betriebswirtschaft möchte mit der Initiative eine langfristige Perspektive für Familien in Afghanistan bieten. Anstelle von Sach- oder Geldspenden, werden durch den Verkauf von shoemates Jobs ins Afghanistan geschaffen. Die Schuhe, die den Anforderungen und dem Kleidungsstil vor Ort entsprechen, werden im Westen Afghanistans produziert. Die Kosten belaufen sich auf etwa fünf bis sechs Euro pro gespendetem Paar. Der Erlös stammt aus den Shoemates, die ab 40€ zu erwerben sind.

Warum gerade Schuhe? Für uns vielleicht eher als Statussymbol oder Trendobjekt verschrieben, bieten feste Schuhe Schutz vor Infektionskrankheiten, Schnittverletzungen und auch Empowerment – mit einer angemessenen Fußbekleidung kann man Selbstbewusstsein gewinnen und wird mobiler.

Headmates – Bayrische Omas an den Stricknadeln

Auch auf die Frage wie man etwas gegen Altersarmut und –einsamkeit tun kann, hat das Start-up eine Antwort gefunden: Headmates. Das sind Strickmützen der besonderen Art. Jede Mütze, ob mit oder ohne Bommel, ist ein Einzelstück, handgestrickt von bayrischen Omas. Dabei verdient jede Strickerin, die von dem Headmates-Team direkt in der Region angeheuert wird, mit jeder Mütze etwas zu der Rente oder Pension dazu. Erfahrungsgemäß gewinnen die älteren Frauen aber auch eine sinnvolle Zeitbeschäftigung und ein Miteinander der Generationen.

Die Headmate besteht aus hochwertigen Materialien und nachhaltiger Wolle -zusammengesetzt aus 60% Merinowolle, 20% Alpakawolle und 20% Seide. Mit der Wolle wird das peruanische Projekt „Mirasol“ unterstützt.

Die Schuhproduktion: Von China nach Niederbayern

Noch wirft das soziale Unternehmen keinen Gewinn ab. Jedoch hat Obaid Rahimi ambitionierte Pläne für die Zukunft des studentischen Start-ups: Die Produktion der Schuhe, die für den Vertrieb gefertigt werden, soll nach Europa verlagert werden. Aktuell produziert shoemates seine sommerlichen Espadrilles in China. Ob das dem sozialen Image im Weg steht? Der junge Gründer betont, dass die guten Arbeitsbedingungen vor Ort gesichert seien. Die Produktion wird in einem TÜV Rheinland qualifizierten Unternehmen abgewickelt. In Spanien sind nun ebenfalls erste Modelle gefertigt worden.

Um die Verpackung und den Versand der Mützen und Schuhe, die über den deutschsprachigen online-Shop shoemates.de weltweit zu bestellen sind, kümmert sich eine Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen, die Plattlinger Werkstätten in Niederbayern. Den Bezug zur Region macht das Passauer Start-up in jedem Schuh sichtbar: Die Innenseite ist mit kleinen Brezeln verziert.

Autorin: Hannah Redders

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