Marion Lüdke von WirSuperheld im Interview


11.08.2016 – Das Team von WirSuperhelden möchte mit ihrer Plattform benachteiligten Kindern eine Zukunft ermöglichen und auch in der Gegenwart für mehr Lebensfreude sorgen. Unsere Autorin Tamara Schiek sprach mit Marion Lüdke, der Gründerin von WirSuperhelten.

Was steckt hinter dem Konzept von WirSuperhelden?

Die Grundidee ist benachteiligten Kindern in Deutschland zu helfen, und zwar mit viel Energie, Freude und Spaß. So kam auch die Idee der Superhelden auf. Das Konzept ist simpel: der Spender sucht sich auf unserer Website ein Hilfsprojekt aus, spendet für dieses 12€ und wird durch diese Unterstützung zum Superheld. Das ist unser Prinzip: wir wollen keine großen Gelder, es soll jeder nur ein bisschen geben – 12 € sozusagen. Man kann auch andere zum Superhelden machen – zum Beispiel als Geburtstagsgeschenk, und wir verschicken dann die Heldenurkunde. Aber wir sind mehr als eine online Spendenplattform. Wir gehen raus und sprechen mit den Menschen und haben, als Superhelden verkleidet, selber viel Spaß dabei. Wir wollen, dafür sorgen, dass Kinder in Kinderheimen eine Zukunft haben und es ihnen in ihrer jetzigen Situation besser geht.

Wie sind Sie auf die Idee für WirSuperhelden gekommen?

Vor einigen Jahren wollte ich etwas spenden, aber ich habe nichts gefunden, wo ich helfen wollte. Natürlich gibt es viele kleine Organisationen, die auch alle gut sind, aber das Kleine war mir zu klein und bei den großen Organisationen weiß man oft nicht wie viel wirklich ankommt. Und da dachte ich mir, „wenn du etwas Großes machen möchtest, wieso machst du es nicht einfach selber?“. Mein Ziel war höchstmögliche Transparenz, ganz wenig Spenden in administrative Aufwände zu stecken und in Deutschland zu bleiben. Es wird so viel Geld ins Ausland gebracht – was gut ist, keine Frage–, aber ich hatte das Gefühl, dass wir uns selber ein bisschen vergessen. Besonders im Bereich Kinder und Kinderheime haben wir Hilfe nötig, und das ist den wenigsten bewusst. Außerdem mindert man so auch die administrativen Kosten und kann transparenter sein.

Seit wann gibt es WirSuperhelden? Und wieviele Projekte habt ihr seitdem erfolgreich unterstützt?

An die Öffentlichkeit gingen wir im Oktober 2015. Da man uns noch nicht kannte, haben wir gesagt, wir können nicht warten und eine schicke Homepage machen und hoffen, dass die Leute auf uns zukommen – wir gehen raus! Denn wenn man (noch) keinen Namen hat, ist es sehr schwer von Firmen Spenden zu bekommen. Und so starteten wir eine Weihnachtsmarkt-Tour. Als Superhelden verkleidet sind wir durch ganz Deutschland getingelt und haben 15 Weihnachtsmärkte besucht,mit den Menschen gesprochen und Spenden gesammelt. Wir hatten stets Kinderheime direkt vor Ort und stellten somit den direkten Bezug zwischen Stadt und Kinderheim her. Mit dieser Aktion konnten wir den speziellen Bedarf von 15 Kinderheimen erfüllen – von einem Notebook, über ein spezielles Bett für behinderte Kinder bis hin zu einer Freizeitausfahrt.

Wie finanziert ihr eure Aktionen?

Aus Sponsorengeldern. Bei unserer ersten Aktion haben wir teilweise selber etwas dazu gegeben. Etwa 20% der gesammelten Spendengelder wurden damals für administratives verwendet, dabei arbeiten wir alle ehrenamtlich. Aber wir haben gelernt! Bei der diesjährigen Fatbike-Tour bekommen wir 100% gesponsert. Das heißt, wir können fast 100% der gesammelten Spenden an die Kinderheime weitergeben. Das ist uns möglich, da acht Helfer ehrenamtlich in Vollzeit arbeiten. Wir haben nur eine Festangestellte. Aber auch das ist eine Superhelden-Tat, denn diese Person ist in einem Wiedereinführungsprogramm; ein vom Staat finanziertes Programm für Arbeitssuchende, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben. Von unserem Spendenziel von 40.000€ werden wir nur 650€ für administrativen Aufwand einbehalten – der Teil des Lohnes, für den wir im Rahmen der Wiedereinführung selber aufkommen.

Was ist die Fatbike-Tour?

Wir radeln mit einem auffälligen Fahrrad, einem Fatbike, von Mannheim nach Berlin und fahren dabei fast jeden Abend in einer Stadt ein, in der bereits ein Event stattfindet. Dort dürfen wir auf die Bühne, über die Kinder sprechen und Spenden sammeln. Seit einem halben Jahr organisieren wir dieses Event. Wir haben Prominente an Bord und die Kinder aus den Kinderheimen vor Ort, an welche die gesammelten Spenden gehen werden, fahren meist die letzten Kilometer mit. Auf der Facebook-Seite von WirSuperhelden wird täglich von der Fatbike-Tour berichtet.

Wie wählt ihr die Spendenprojekte aus, die ihr über eure online Plattform unterstützt?

Projekte einreichen kann erstmal jeder, es muss sich jedoch um benachteiligte Kinder handeln. Auf unserer Homepage veröffentlichen wir stets fünf Hilfsprojekte. Wenn diese durch Spenden finanziert wurden, ersetzen wir sie durch neue. Aber unser Fokus ist, pro Jahr ein großes Event zu veranstalten. Denn damit erzielen wir die meiste Aufmerksamkeit und erhalten somit mehr Spenden und können mehr Kinderheime unterstützen.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Wir wollen jedes Jahr ein größeres Spendenevent auf die Beine stellen, bekannter werden, mehr Kindern helfen, ein größeres Bewusstsein dafür schaffen, dass es den Kinderheimen in Deutschland nicht gut geht und mehr Menschen im Rahmen eines Wiedereinführungsprogramms einstellen.

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