Lifeline Express – Für ein Leben auf ganzer Strecke

© Indian Health Initiative

In der heutigen Gesellschaft stehen fast alle unter einem permanenten Zeit- und Leistungsdruck. Was dort am Wenigsten in das Leben passt, ist ein Zug, der sich um weitere zehn Minuten verspätet, denn wer wartet schon gerne länger auf einen Zug als er eigentlich müsste?

Doch es gibt tatsächlich ein Land, in dem die Verspätung eines Zuges gerne in Kauf genommen wird, auch wenn es sich dabei sogar um mehrere Tage handelt. Der Zug startet am Bahnhof „Hoffnung“ und fährt durch fast ganz Indien bis zur Endstation „besseres Leben“. Komische Stationen? Nicht für die Inder. Denn bei diesem Zug handelt es sich um einen ganz speziellen Zug, der in Indien gerne als „Zug der Hoffnung“ bezeichnet wird. Der sogenannte Jeevan Rekha Express oder auch Lifeline Express beinhaltet nämlich ein Krankenhaus. Allein diese Tatsache ist schon etwas Besonderes, denn der Zug fährt die Orte in Indien an, die sehr weit abgelegen von Krankenhäusern liegen oder einer Naturkatastrophe zum Opfer gefallen sind.

Kostenlose Behandlungen

Vor allen Dingen ist aber für die Inder die Bezahlung interessant. Denn im Lifeline Express zahlen sie nichts für die Behandlungen. Seit 1991 fährt das Krankenhaus auf Rädern 70% der indischen Orte an, um Menschen mit finanziellen Engpässen ein besseres Leben zu ermöglichen. Das Krankenhaus beinhaltet so gut wie alles, was ein richtiges Krankenhaus auch hat. Sogar drei Operationssäle befinden sich im Zug. Die Behandlungen reichen von Beratungen für ein Gesundheitsbewusstsein, über Impfungen, bis hin zu Operationen wegen einer Gaumenspalte, chirurgische Eingriffe zur Wiederherstellung der Hörfähigkeit oder Behandlungen gegen Kinderlähmung. Alles, was behandelt werden muss, wird – wenn möglich – behandelt. Denn der Zug bleibt für bis zu vier Wochen in einem Ort, behandelt rund 10.000 Menschen und zieht dann weiter. Die Ärzte, die für den Lifeline Express arbeiten, wohnen auch in ihm.

Die Idee

Die Idee zum Lifeline Express hatte die Inderin Zelma Lazarus. Sie selbst kommt aus einer indischen Oberschicht, wo solche Krankheiten eher weniger bekannt sind, da sich ärztliche Behandlungen geleistet werden können. Die Krankheiten sind also meistens auch ein Zeichen dafür, aus welcher Schicht die Menschen kommen. Doch sie war der Meinung, dass kein Mensch krank sein muss, nur weil das nächste Krankenhaus zu weit weg ist, oder sich Behandlungen nicht geleistet werden können. Ihre Ansicht teilten viele Leute und so bekam sie tatkräftige Unterstützung von allen Seiten. Der erste Zug wurde von der indischen Staatsbahn gestiftet, für den Ausbau zum Krankenhaus sorgten die Ausbesserungswerke in ihrer Freizeit und Spenden kamen von überall. Derzeit wird der Lifeline Express durch die Impact Indian Foundation und durch Spender unterstützt.

Lifeline Express als Vorbild

Einige Länder haben sich den Lifeline Express als Vorbild genommen. Nun gibt es Züge solcher Art schon in China, Zimbabwe, Südafrika und in Bangladesch fährt der Zug in Form eines Schiffes durch die Gegend.

1 Kommentar zu "Lifeline Express – Für ein Leben auf ganzer Strecke"

  1. Guten Tag
    Bitte um nähere Informationen bezüglich diesem Zug, dieser Züge.
    Freundliche Grüsse, Bee Luca

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*