leaf republic – Essen vom Blatt

leaf republic

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30.06.2016 – Die leaf republic GmbH aus München stellt biologisch abbaubares Einweggeschirr und Lebensmittelverpackungen her, die nicht nur nachhaltig sind, sondern auch so aussehen.

Es begann alles mit einer Vision: Outdoor-Geschirr, so erneuerbar und biologisch abbaubar wie ein vom Baum gefallenes Blatt. Denn nach dem Grillen im Garten oder dem Picknick im Grünen kommt oft das Entsetzen: ein riesiger Berg Plastikmüll. Doch nicht nur Einweggeschirr, sondern auch Lebensmittelverpackungen tragen zum Müllberg bei – allein in Deutschland wurden im Jahr 2013 knapp 4,3 Millionen Tonnen Verpackungsmaterialien für Lebensmittel aus Kunststoff produziert. Zwar können viele Kunststoffgegenstände recycelt werden, aber es ist noch ein langer Weg, bis der Großteil davon wirklich in einer Recycling-Anlage und nicht auf der Mülldeponie oder gar im Meer landet. Darüber hinaus gibt es auch Bedenken, dass gesundheitsschädliche Bestandteile der Kunststoffe – wie Weichmacher und andere chemische Substanzen – auf die Lebensmittel übertragen werden könnten.

leaf republic verzichtet daher bei der Produktion von Einweggeschirr und Lebensmittelverpackungen vollständig auf Farbstoffe, Kleber, chemische Zusätze, das Fällen eines Baumes und das Benutzen von Ölquellen. Seit der Gründung im Jahr 2013 suchte das Team um leaf republic, unter anderem bestehend aus einem Papieringengieur, einem Verfahrenstechniker und einem Industriedesigner, nach einem Konzept zur Herstellung nachhaltiger Produktverpackungen, Schalen und Tellern.

Die sichtbar nachhaltige Verpackung

Ganz im Namen des Unternehmens („leaf“ ist englisch für „Blatt“) bestehen die Teller aus Blättern. Und zwar nur aus Blättern – aufgebaut in einem Schichtsystem: die oberste und unterste Schicht besteht aus speziellen Laubblättern, die mit Fasern von Palmenblättern zusammengenäht werden. Dazwischen befindet sich wasserfestes, aus Blättern hergestelltes Papier. Die Deckel der Verpackungen bestehen hingegen aus biologischen Kunststoffen wie z.B. PLA (Maisstärke). Diese Produkte von leaf republic sind vollständig biologisch abbaubar. Zum Vergleich: ein solcher Teller benötigen etwa einen Monat um vollständig zersetzt zu werden, eine Styropotasse hingegen knapp 50 Jahre.

Blätter direkt als Teller zu nutzen, ist in Indien eine Tradition, für die seit Jahrhunderten die Blätter der Areca-Palme genommen werden. Doch halten Verpackung aus solchen Materialien dicht und ein ganzes Essen durch? „Ja!“, so die Antwort von leaf republic. Nachdem die Blätter gepflückt und getrocknet wurden, erhalten sie einen Überzug aus Bio-Kunststoff. Danach werden die zusammengenähten Blätter je nach Bedarf in die entsprechende Form gepresst. Somit besitzen alle Produkte sämtliche für Lebensmittelverpackungen notwendige Materialeigenschaften, sind wettbewerbsfähig im Preis und werden nicht nur als nachhaltige Verpackung betitelt, sondern sehen auch so aus.

Finanziert werden soll die erste Produktion über Crowdfunding. Wer also demnächst im Grünen vom Grünen essen möchte, kann das Projekt hier noch bis zum 7. Juli unterstützen.

(Autorin: Tamara Schiek)

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