Jyoti – Ein Lichtblick für die Bekleidungsindustrie?

15.11.2017 – Jyoti ist Alt-Indisch (Sanskrit) und bedeutet „Licht“ – mit nachhaltigen Schnitten, Materialien und Beschäftigungsverhältnissen ist das deutsch-indische Fair Fashion Label das Gegenstück zur Fast Fashion Industrie.

 

Die Produktion

Mehr als 90 Prozent unserer Kleidung stammen aus Asien, insbesondere aus China, Bangladesch oder Indien – und verursachen dort gewaltige Umweltschäden.

Auch die Nähwerkstatt von Jyoti liegt in dem südindischen Örtchen Chittapur.  Mit dem Unterschied, dass bei der Produktion der Kleidungsstücke nicht hunderte meist weibliche Näher*innen in unsicheren Produktionshallen mit Niedriglöhnen ausgebeutet werden, sondern Frauen eine faire Beschäftigung und professionelle Ausbildung geboten wird. Die Näherinnen, die auf der Homepage namentlich erwähnt und vorgestellt werden, erhalten eine dauerhafte Anstellung, diverse Weiterbildungsmöglichkeiten, regelmäßige Krankheitsvorsorgeuntersuchungen sowie ein faires Gehalt.

 

Das Material

60% der Kleidungsstücke in den Kleiderschränken in westlichen Industriestaaten sind laut Greenpeace aus Polyester, einem sehr günstigen, aber schwer abbaubarem Material. Darüberhinaus ist der CO2-Fußabdruck dieser synthetischen Faser rund dreimal so hoch wie der von Baumwolle.

Insbesondere in indischen Flüssen sind die Folgen der Fast Fashion Produktion spürbar. Das Mikroplastik gelangt ins Abwasser und vergiftet so eine Lebensgrundlage für Tiere und Menschen.

Wer sich durch die Kleidungsstücke im Jyoti online shop klickt, erkennt gleich, dass nahezu ausschließlich Baumwolle und recycelte Stoffe verwendet werden. Auch hier wird laut Jyoti sicher gestellt, dass sowohl die Baumwollproduzenten und -weber*innen in einem fairen Beschäftigungsverhältnis stehen und kleine Familienbetriebe gefördert werden. Um dem utopischen Gedanken eines 100% fairen und nachhaltigen Kleidungsstück etwas entgegenzusetzen, bleibt hier einzuwenden, dass die Herstellung von Baumwolle viele Ressourcen benötigt und sich als wasserintensiv erweist.

 

Das Design

Doch auch zu diesem Argument hat sich Jyoti eine Antwort überlegt. Im Zentrum des unternehmerischen Handels stünde nicht der Profit, sondern der Mensch und die Umwelt. Sprich: Man kaufe nicht viel und oft, sondern selten und dafür auf lange Frist. – Diese Einstellung spiegelt sich im Preis und im Design wieder. Eine Bluse kostet regulär zwischen 69 und 115 Euro und ist durch ihren zeitlosen Charakter und ihre Qualität nicht nur viele Jahre tragbar, sondern produziert durch innovative Schnittverfahren auch möglichst wenig Verschnitt.

 

Das Marketing

Der online-shop ist sympathisch, da nicht nur vollschlanke Models gezeigt werden, sondern auch natürliche Männer und Frauen mit Kurven repräsentiert sind.

Jyoti lädt Kund*innen ein, am Botschafter*innen Programm teilzunehmen und dabei nicht nur die eigenen Produkte bekannter zu machen, sondern gleichzeitig über die Textilindustrie und fairen Handel zu informieren.  Transparenz wird großgeschrieben, denn bei jedem angebotenen Kleidungsstück gibt es eine Information zu der Herstellung unter dem Reiter „Wertschöpfung“.

2015 konnte das Startup in einer Crowdfunding-Kampagne auf startnext üer 9.000 Euro einnehmen.

Autorin: Hannah Redders

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