Unternehmerische Verantwortung zwischen Theorie und Praxis

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Bernd Kasper / pixelio.de

Kürzlich veröffentlichten die Vereinten Nationen den Global Corporate Sustainability Report 2013. Auf dem Papier stimmt die Entwicklung des Themas Nachhaltigkeit in der Wirtschaft positiv, doch in vielen Unternehmen bleibt die gesellschaftliche Verantwortung bloße Theorie.

Vor über zehn Jahren gründeten die Vereinten Nationen Global Compact, um dem Thema soziale Verantwortung in der Wirtschaft eine internationale Plattform zu geben. Global Compact über sich selbst:

Der Global Compact der Vereinten Nationen ist eine strategische Initiative für Unternehmen, die sich verpflichten, ihre Geschäftstätigkeiten und Strategien an zehn universell anerkannten Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung auszurichten. Damit kann die Wirtschaft als wichtige treibende Kraft der Globalisierung dazu beitragen, dass die Entwicklung von Märkten und Handelsbeziehungen, von Technologien und Finanzwesen allen Wirtschaftsräumen und Gesellschaften zugutekommt.

Kürzlich veröffentlichte der Global Compact seinen diesjährigen Bericht zur Lage der sozialen Verantwortung in den Unternehmen, der durchaus optimistisch stimmt: Über 8000 Unternehmen aus den verschiedensten Branchen aus 140 Ländern unterstützen Global Compact und die grundlegende Idee, dass verantwortliches Handeln und nachhaltige Entwicklung mit langfristigem Geschäftserfolg einhergehen. Große Investoren und Wirtschaftsfakultäten haben in den letzten Jahren Bewegung in das Thema gebracht, etwa mit den Principles for Resonsible Investment und den Principles for Responsible Management Education

Theorie und Praxis

Trotz dieser positiven Trends ist der Direktor von Global Compact Georg Kell der Meinung, man könne erst dann von einem wirklich umfassenden Bewusstsein für soziale Themen in Unternehmen sprechen, wenn die Zahl der Global Compact-Unterstützer von 8000 auf über 20 000 Unternehmen ansteigt. Dies könne man aber nur erreichen, so Kell, wenn sich die Lücke zwischen Theorie und Praxis schließt, in anderen Worten: nicht nur reden, sondern handeln.

Dazu müsste das Management der einzelnen Unternehmen verbindliche, konkrete Richtlinien und Verantwortlichkeiten schaffen, die auch überprüft werden können – und zwar von der Unternehmensführung über die Sub-Unternehmen bis hin zu den Zulieferern. Vorher bleibt vieles von den im Report beschriebenen positiven Trends blanke Theorie.

Eines zumindest hat Global Compact schon jetzt bewirkt: Direkt konkurrierende Unternehmen sowie NGO’s sind in nie dagewesener Weise bereit, den Dialog zu führen – in ihrem eigenen Interesse wie im Interesse der gemeinsam verfolgten gesellschaftlichen Ziele. Und das ist in der Tat eine gute Entwicklung.

Lucien Koch von Koch & Konsorten berät etablierte Unternehmen sowie Start-ups in Sachen nachhaltige Kommunikation, Markenbildung und Content-Strategie.

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