Gamchha – Seidenschals aus Handarbeit

Gamchha

Copyright: www.gamchha.com


26.10.2017 – GamcHHa stellt in der indischen Stadt Bhagalpur handgefertigte Seidenschals unter fairen und nachhaltigen Bedingungen her. Die Weber der Region können so ihrer traditionellen Arbeit gewinnbringend nachgehen.

Handgewebte Seidenschals mit social impact

Gamcha; das ist ein dünnes Tuch, das traditionell als Schal getragen wird. Hergestellt wird es unter anderem in der indischen Bhagalpur, einer Stadt am Südufer des Ganges, die bekannt ist für ihre traditionell handgewebten Seidenstoffe. Es ist eine arme Region mit schlechter Infrastruktur und noch schlechteren Arbeitsbedingungen für die Textilindustrie: die meisten Arbeitsverhältnisse sind ungeschützt, informell und schlecht entlohnt. Aufgrund wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen sind viele der Meister von Bhagalpur verarmt.

Um dies zu ändern gründeten der in Deutschland lebende Lehrer und Unternehmensberater Amitabh Thakur, der indische Rechtsanwalt Saket Shukla und der indische Architekt Satyakam Saha das Projekt GamcHHa. Ziel ist es, den lokalen Webern einen guten Arbeitsplatz zu bieten, den Wert des Handwerks wieder zu stärken sowie eine Möglichkeit mit Designern und Künstlern zusammenzuarbeiten, um das traditionelle Handwerk durch aktuelle Mode zu inspirieren.

Die Geschichte

GamcHHa startete Mitte 2014, als Satyakam Saha damit begann ein stillgelegtes Fabrikgebäude aus den 1960er Jahren zu renovieren. Mit einem bescheidenen Budget, viel Kreativität und der Unterstützung von Maurern, Schmieden und Elektrikern, die alles nutzten und wiederverwerteten, was Stadt und das Fabrikgelände zu bieten hatten, wurde aus dem baufälligen Gebäude eine einladende und inspirierende Weberei.

Das Handwerk

Heute gehen dort fünf Weber und zwei Färber ihrer Arbeit nach. In fleißiger Handarbeit waschen, färben und trocknen sie das Garn aus Eri-Seide, einer Wildseide aus der Region. Gefärbt wird mit organischen Farbstoffen, die aus Pflanzen, Gemüse und Obst gewonnen werden. An Spinnrädern wird danach das fertige Garn auf Spindeln und Spulen gewickelt. Die Spulen dann in einen Rahmen gespannt und in den hölzernen Webstuhl platziert. Nachdem die Kette eingefädelt und der Webstuhl fertig eingestellt ist, beginnt das Weben. Abhängig von dem Design, der Struktur und der Grüße des Schals, benötigen ein Schal vier Stunden bis zu mehreren Tage um fertig gestellt zu werden.

Der Wert der Handarbeiten

Preislich liegen die Schals selbstverständlich etwas über den „normalen“ Preisen. Bedenkt man jedoch, dass die Schals zum einen aus Eri-Seide und zum anderen in tagelanger Handarbeit auf hölzerne Webstühle gefertigt werden, ist der Preis vollkommen gerechtfertigt. Nichtsdestotrotz verlieren wir in der heutigen Zeit mit Modeketten und Billig-Mode nur allzu oft den Blick dafür, was Handarbeit wirklich wert ist.

(Autorin: Tamara Schiek)

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