Eine kleine Zeitreise – Das Mitmach-Museum im Crowdfunding

Schmiede-Frontalansicht15.09.2015 – Auf der neuen Crowdfunding-Plattform EcoCrowd, die sich auf den Bereich Nachhaltigkeit spezialisiert hat, tummeln sich einige interessante Ideen und tolle Projekte. In unserer neuen Reihe “Nachhaltigkeit jetzt!” stellen sich die Projektinhaber unseren Fragen. Heute ist das Sanierungsprojekt Natur Schmiede(n) an der Reihe.
 

Hallo Michael und Ursula, könntet ihr euch und euer Projekt kurz vorstellen?

Unser Projekt heißt „Natur Schmieden“: Ein kleines historisches Schmiedegebäude von 1894 soll gerettet und in unser besonderes Konzept „Nahe der Natur – Mitmach-Museum für Naturschutz“ eingebunden werden: www.nahe-natur.com

Wie in einer kleinen Zeitreise soll die Original-Schmiede-Situation erhalten und im Raum darüber kleine Workshops und Mitmach-Angebote (Hands on) zum Träumen und Ideen schmieden rund um Naturschutz angeboten werden. Aus der Vergangenheit in die Zukunft! Umgeben ist die faszinierende Schmiede von unserem großen Wildnis-Freigelände, einzigartig in einem alten Steinbruch (8 Hektar) gelegen, so dass wirklich besondere Anregungen vor Ort bestehen.

Wann kam euch die Idee für das Projekt?

Wir hatten schon lange den Traum, einen kreativeren Naturschutz mit einem liebevollen Mitmach-Museumskonzept zu kombinieren. So etwas fehlte, wie wir als begeisterte Naturschützer und Museums-Fans meinten. In der Schmiede darf dann ein Jeder selbst gestalten, malen, schreiben, denken, träumen. Der perfekte gemütliche Ort, um auch für andere Orte Mut und Ideen zu schmieden.

Worin genau besteht die soziale Komponente des Projekts?

Wir haben viele Facetten gezielt zu unserem Konzept kombiniert, das wir „Nahe der Natur“ nennen: Ganz wichtig ist dabei, dass Menschen Natur intensiv berühren können – und hier bei uns von freier ungenutzter Natur selbst berührt werden. Aus „Wildnis“ entsteht ja ein besonderes Staunen, Irritation und eine neue Kommunikation, weil es so überraschend anders inmitten unserer stark genutzten Räume ist.

Unterschiedliche Menschen begegnen sich bei uns. Wir haben Programme für Kinder, aber auch für Familien und gemischte Gruppen. So regen wir gerne eine Vielfalt an Begegnungen an. Besucher kommen aus Nah und Fern, Alt und Jung, vermeintlich konservativ oder progressiv. Wir sind ein Platz der Begegnung anlässlich besonderer Natur. Das wirkt, wie wir bereits feststellen können: So schmieden wir Menschen, Kulturen und Naturen zusammen bzw. bieten das in größtmöglicher Freiheit an, dabei oft auch mit Spaß und einem Lächeln.

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Unser Mitmach-Museum ist seit 2012 in laufendem behutsamem Aufbau. Einnahmen des Museums kommen aus unserem kleinen Museumscafé, ganz stark aus unseren Bildungsprogrammen oder auch mal aus kreativen Ausstellungsentwicklungen für Andere. Der Eintrittspreis bei uns ist freiwillig nach Gefallen am Besuchsende wählbar. Das ermöglicht einerseits kostenlosen Zugang für Alle, aber auch Geldeinnahmen in Freiheit und Eigenverantwortung der Besucher. Jetzt im vierten Aufbaujahr sind wir glücklich, dass der laufende Betrieb sich bereits selbst trägt.

Den Lebensunterhalt jenseits des Museums für uns als vierköpfige Familie verdient Michael mit einem festen Job unter der Woche. „Nahe der Natur“ ist also ein (zunächst) noch nebenberufliches Projekt, gerade dadurch aber sehr frei.

Nicht aus eigener Kraft möglich sind jedoch größere neue Investition wie die „Naturschmiede“. Durch das jetzige Crowdfunding auf EcoCrowd, das perfekt zu unserer Mitmach-Philosophie passt, hoffen wir, die fehlenden Gelder zu erhalten.

Was ist derzeit die größte Herausforderung für euch?

Ganz klar: Die Natur-Schmiede! Wir haben Zeitdruck, weil das Gebäude früher als gedacht einsturzgefährdet ist. Wir haben aber die gute Chance, dieses charmante historische Gebäude zu retten und gleichzeitig ein richtig schönes Konzept zu verwirklichen, wie ihr hier sehen könnt: https://www.ecocrowd.de/en/projects/22308

Was sind eure Ziele für die nächsten 12 Monate?

Kurze Antwort: Die jetzige Herausforderung mit der Schmiede. Die wird uns die nächsten Monate beschäftigen. In 12 Monaten möchten wir dann erlebt haben, dass die Schmiede gerettet ist und in ihr in gemütlichem Ambiente sich bereits einige Menschen begegnet sind – zum Zukunft und Naturschutz Schmieden. Das ist kein ferner Traum, das ist erreichbare Wirklichkeit.

Mit wem würdet ihr euch gerne einmal zum Mittagessen verabreden?

Am schönsten sind die einfachen spontanen Begegnungen, gerade auch die im Museum. So essen wir tatsächlich oft mit vielen verschiedenen Leuten in unserem Café. Vermeintliche Spießer stellen sich im Tischgespräch oft als nachhaltige kreative Denker heraus – leider aber auch manchmal umgekehrt.

Besonders schön ist es fast immer, wenn wir in unserer Familie zusammen essen. Dabei sind zwischen April und Oktober auch immer Gäste aus aller Welt dabei, die unserem Projekt als Freiwillige zeitweise helfen oder in Austauschprogrammen hospitieren. Klischees oder Dogmen über Kulturen und Länder lösen sich dabei ebenso entspannt auf wie die Nudeln im zu lange kochenden Wasser, das während der Gespräche oft vergessen wird. Dazu brauchen wir wahrlich keine Prominenz zum Mittagessen.

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